Taysom Hill führt die Saints gegen die Falcons zum Sieg. - Bildquelle: gettyTaysom Hill führt die Saints gegen die Falcons zum Sieg. © getty

München/New Orleans - Dominant. Das war Taysom Hills Auftritt gegen die Atlanta Falcons. Wenn in der NFL von einer dominanten Leistung gesprochen wird, geht es meist um einen Quarterback.

Auf dem Papier ist Hill Quarterback.

Doch die Realität spricht eine andere Sprache. Hill ist viel mehr als ein Quarterback.

Er ist Quarterback, Running Back, Wide Receiver, Tight End und Special Teamer - quasi omnipotent.

 

Das bewies die Allzweckwaffe der New Orleans Saints beim 26:18-Sieg bei den Falcons abermals. "Taysom hat ein paar Big Plays für uns gemacht", sagte Head Coach Sean Payton nach dem Spiel. "Ich hab noch nie so einen Spieler trainiert. Wir sollten ihm wahrscheinlich häufiger den Ball geben."

Allround-Talent

Die wenigen Möglichkeiten, die sich dem Backup des Backup-Quarterbacks boten, nutzte Hill dafür umso beeindruckender. Mit zwei Touchdowns, einem als Runner und einem als Receiver, und einem geblockten Punt hatte Hill entscheidenden Anteil am Saints-Sieg. Vier Receiving-Touchdowns hat Hill in dieser Saison auf dem Konto.

Das sind mehr als die von Superstar-Receiver Odell Beckham Jr. und Davante Adams zusammen.

Doch was zeichnet das Multitalent genau aus? Wie hoch ist der Anteil von Hill am Erfolg von Sean Paytons Team einzuordnen?

Hills Variabilität ist vielleicht der entscheidende Faktor, warum Payton seinen dritten Quarterback so häufig aufs Feld schickt. Neben Aufgaben in den Special Teams wird der 29-Jährige in der Offense auf jeder Skill-Position eingesetzt.

Hill ist flexibel einsetzbar

In dieser Spielzeit war Hill 23 Mal als Quarterback, 28 Mal als Tight End, 66 Mal als Wide Receiver und 7 Mal als Running Back aufgestellt. Die Flexibilität des "Schweizer Taschenmessers" ermöglicht Payton, seine ohnehin komplexe Offensive noch unausrechenbarer für gegnerische Abwehrreihen zu gestalten.

"Er ist sehr schnell und ich kann ihn in verschiedenen Situationen einsetzen, dass macht es für die Verteidigung sehr schwer", fasste Payton die Qualitäten seines Alleskönners bereits im Sommer zusammen.

Mit Hill auf dem Feld kann die Defense sich auf keinen Spielzug einstellen.

Hill gibt Payton mehr Freiheiten

Sein 30-Yard-Touchdown-Lauf machte das besonders deutlich. Hill stand nominell als Quarterback in einem "Empty Set", also ohne Mitspieler, im Backfield. Running Back Alvin Kamara lief noch vor dem Snap einmal quer über das Feld und zog damit die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf sich.

Nach dem Snap stellten mehrere Gegenspieler Kamara zu. Hill nutzte die Ablenkung und brach blitzschnell durch die Lücke und war nach wenigen Augenblicken nicht mehr abzufangen.

 

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie der unkonventionelle Quarterback seinem Team in einem Spiel hilft. Auch in den Special Teams der Saints spielt Hill eine tragende Rolle.

Beim eigenen Punt strahlt die Nummer 7 der Saints immer die Gefahr aus, dass New Orleans einen Fake ausspielt. Hill kann in so einem Fall den Ball problemlos passen oder selbst zum First Down laufen.

Hill erfüllt seine Rolle perfekt

Selbstverständlich bleibt in den meisten Fällen ein Fake aus. Dann ist Hill sich nicht zu schade, auch die Drecksarbeit, die im Special Team häufig anfällt, zu übernehmen.

"Ich weiß genau, was meine Rolle in diesem Team ist", sagte Hill strahlend nach dem Spiel auf der Pressekonferenz.

"Ich bin sehr zufrieden damit. Es ist einfach schön, wenn ich meinem Team weiterhelfen kann. Und ob ich dabei nur bei 10 bis 15 Snaps auf dem Feld stehe, spielt für mich keine Rolle. Ich versuche, bei jedem Spielzug herauszustechen. Die Trainer finden eine Möglichkeit, mich dementsprechend einzusetzen und ich liebe es, mit meinen Fähigkeiten meinem Team Energie zu verleihen."

Auch sein Coach spürt diese Energie: "Ich weiß nicht, ob es jemanden gibt, der Football so sehr liebt wie Taysom. Er spielt mit einer solchen Freude. Das überträgt sich sogar auf seine Mannschaftskameraden. Immer wenn er ein gutes Play für uns macht, feiert die ganze Bank. Diese Energie, die er auf uns überträgt, ist sehr wichtig für das Mannschaftsgefüge."

Genau das ist der entscheidende Faktor, wenn es um Hills Einfluss für die Saints-Offense geht. Neben der Variabilität und dem Überraschungsmoment bringt Hill spürbar eine Energie mit sich mit, die den Saints das gewisse Etwas verleiht.

Es ist dieses gewisse Etwas, mit dem Hill New Orleans im Kampf um den Super Bowl das letzte Quäntchen zum ganz großen Wurf verleihen kann.

Raman Rooprail

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