Arthur Smith (re.) ist seit dieser Saison für die Offense der Titans verantw... - Bildquelle: imago images/Icon SMIArthur Smith (re.) ist seit dieser Saison für die Offense der Titans verantwortlich. © imago images/Icon SMI

München/Nashville - Derrick Henry, Ryan Tannehill, Mike Vrabel. Vielleicht auch noch A.J. Brown.

Der Aufschwung der Tennessee Titans mit dem Einzug ins AFC Championship Game gegen die Kansas City Chiefs (Sonntag, ab 20:45 auf ProSieben und ran.de) hat viele Namen.

Ein Name fällt jedoch sehr selten. Arthur Smith.

Arthur wer?

Der Offensive Coordinator fristet hinter Head Coach Vrabel eher ein Schattendasein.

 

Derrick Henry und Ryan Tannehill blühen auf

Die Aufmerksamkeit erhalten eben die Spieler wie der überragende Running Back Henry, der mit zwei Spielen mit mindestens 175 Rushing Yards einen neuen Playoff-Rekord aufgestellt hat.

Oder eben Quarterback Tannehill, mit dessen Beförderung zum Starter auch die Serie von neun Siegen aus zwölf Spielen ihren Lauf nahm.

Oder Rookie-Wide Receiver Brown, der in seiner ersten NFL-Saison mit über 1000 Receiving Yards und acht Touchdowns so richtig eingeschlagen hat.

Aber verantwortlich dafür und noch viel mehr ist eben jener Arthur Smith.

Arthur Smith folgt auf Matt LaFleur

Der 37 Jahre alte Assistenztrainer leitet jene Offense an, die in den Playoffs sowohl von Titelverteidiger New England Patriots als auch dem besten Team der Regular Season, den Baltimore Ravens, nicht gestoppt werden konnte.

Smith übernahm zu Saisonbeginn die Position von dem zu den Green Bay Packers als Head Coach abgewanderten Matt LaFleur. Und während LaFleur in Green Bay brilliert, die Packers ins NFC Championship Game (im Anschluss an das AFC-Finale live auf ProSieben und ran.de) führte, brilliert Smith in Nashville.

Unter Smith blüht nicht nur das genannte Trio auf, sondern auch die beiden Tight Ends Jonnu Smith und Anthony Firkser.

Beide spielen die bis dato beste Saison ihrer Karriere, hatten mit jeweils einem Touchdown-Catch großen Anteil an den Siegen gegen die Patriots (Touchdown Firkser) und Ravens (Touchdown Smith).

"Arthur Smith ist einfach brillant", sagt Titans-Stadionsprecher Mike Keith in "The Athletic". "In dem Moment, als Matt LaFleur den Job in Green Bay erhalten hat, dachte ich mir, dass Smith LaFleurs Job hier bei den Titans übernehmen sollte. Und zum Glück haben die meisten Leute hier genauso gedacht."

 

Erste Anfänge bei den Washington Redskins

Und dann schiebt Keith nach: "Er hat es sich verdient, hat sich von ganz unten nach oben gearbeitet."

Der ehemalige College-Spieler, der seine eigene Spielerkarriere wegen Fußproblemen früh beenden musste, fing 2007 bei den Washington Redskins als Defensive Quality Control Assistant an.

"Das ist wirklich die unterste Stufe der Karriereleiter eines Trainers", sagt der ehemalige NFL-Spieler Ross Tucker, der in Smith‘ erstem Jahr sein letztes in der NFL bei den Redskins bestritt.

Nach zwei Jahren in Washington und einem weiteren am College der Ole Miss heuerte Smith 2011 mit 29 Jahren bei den Titans als Defensive Quality Control Coach an.

Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten

Während sich Smith vom Defensive Quality Control Coach über Offensive Quality Control Coach, Offensive Line und Tight End Assistant, sowie Tight Ends Coach zum Offensive Coordinator hocharbeitete, sah er zahlreiche Head Coachs kommen und gehen.

Von Mike Munchak über Ken Whisenhunt und Mike Mularkey zu jetzt Vrabel.

Smith aber verfolgte ohne Murren seine Arbeit. Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. "Er ist ein richtiges Arbeitstier", beschreibt ein ehemaliger Arbeitskollege Smith' Arbeitsweise.

Vater ist Gründer von FedEx

Das Kuriose: Smith hätte es gar nicht nötig, der Hollywoodstory "Vom Tellerwäscher zum Millionär" in der NFL zu folgen. Denn Smith war bereits Millionär, bevor er zu arbeiten begann.

Und nicht nur Millionär. Das Vermögen der Familie Smith wird auf 5,4 Milliarden Dollar geschätzt. Vater Frederick W. Smith ist nämlich der Gründer, Vorstandsvorsitzende, Präsident und CEO von FedEx.

"Wenn du mit ihm das erste Mal sprichst, wirst du nie merken, dass er der Sohn eines Milliardärs ist und eigentlich keinen einzigen Tag in seinem Leben arbeiten müsste", sagt Tucker.

"Er hat jahrelang 16 bis 18 Stunden am Tag für wenig Lohn und wenig Anerkennung gearbeitet. Ich glaube nicht, dass viele in seiner Situation dies durchgezogen hätten."

Smith bleibt ganz bescheiden im Hintergrund

Und vor allem hat Smith sein Umfeld nie spüren lassen, wer sein Vater ist. "Mir gegenüber hat er das nie erwähnt", sagt Tucker, "und ich kenne genug, die monate- oder jahrelang nichts davon wussten, ehe sie es irgendwie mitbekommen haben."

Ein ähnliches Bild ist es bei den Erfolgsgaranten der Titans. Jeder spricht über Derrick Henry, Ryan Tannehill oder Mike Vrabel.

Arthur Smith aber arbeitet und schweigt.

Rainer Nachtwey

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