Die Cowboys spielen an Thanksgiving immer zu Hause. - Bildquelle: GettyDie Cowboys spielen an Thanksgiving immer zu Hause. © Getty

München - Es gibt so typische Traditionen, die man liebt oder hasst. In den USA bietet Thanksgiving eine ganze Palette davon.

Klar, der Truthahn. Die ganze Familie beim Essen am Tisch versammelt. Gespräche. Streit. Ein voller Magen gehört natürlich auch dazu. Auch der Abend auf der Couch darf nicht fehlen. Und auch die Dallas Cowboys nicht.

Ja, auch "America's Team" ist Jahr für Jahr dabei. Kein Wunder, der Spitzname ist schließlich Programm, oder? Nun, nicht ganz. Denn eigentlich ist genau das Gegenteil der Grund dafür, dass die Cowboys mit Ausnahme von 1975 und 1977 in jedem Jahr an Thanksgiving ein Heimspiel haben.

Am Donnerstag (ab 22.15 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) erwarten die Cowboys die Buffalo Bills.

Thanksgiving Football live: Bills at Cowboys um 22.30 Uhr und Saints at Falcons um 2:20 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de.

Wie es zu der Tradition kam? 1966 gab es die Franchise gerade einmal sechs Jahre, und ja, die Popularität hielt sich damals in engen Grenzen. General Manager Tex Schramm hatte damals die Idee, dass es durchaus einen Versuch wert wäre, seine Cowboys mal unter der Woche spielen zu lassen.

NFL hätte Fiasko abgefedert

Und welcher Tag eignet sich dazu besser als das nationale Truthahn-Wettessen, wenn man die ungeteilte Aufmerksamkeit erhält? Heute sind zerstückelte Spielpläne Normalität, damals waren Spiele an anderen Tagen als an einem Sonntag aber durchaus noch ein Risiko.

Dagegen sicherte sich Schramm sogar ab. Da niemand wusste, wie Texaner auf Football an einem Feiertag reagieren, garantierte die NFL den Cowboys gewisse Einnahmen, wenn die Fans wegbleiben würden.

Letztendlich knackte Dallas mit über 80.000 Fans seinen damaligen Zuschauerrekord. Eine bis heute andauernde Heimspiel-Tradition war geboren. Auch wenn sie nicht die Erfindung der Cowboys ist.

Lions sind der Vorreiter

Denn: Bereits 1934 wurde Thanksgiving als Werbemaßnahme für mäßig begeisternde NFL-Teams genutzt. George Richards kaufte die damaligen Portsmouth Spartans, holte den Klub 1934 nach Detroit und machte die Lions draus.

Dass ihm ein lokaler Radiosender gehörte, half ungemein. Um das Thanksgiving-Spiel 1934 zu bewerben und die neuen Lions auf der nationalen Football-Landkarte zu platzieren, nutzte er seine Verbindungen und bewarb das Spiel gegen die Chicago Bears landesweit via "NBC".

Das Resultat: ausverkauft. Und seitdem jedes Jahr ein Heimspiel an Thanksgiving.

 

Übrigens: Seit 2006 finden am US-Feiertag inzwischen drei Spiele statt. Tradition ist es seitdem, dass es bei diesem dritten Spiel keine gibt. In diesem Jahr spielen die New Orleans Saints bei den Atlanta Falcons.

Und wenn wir schon bei Traditionen sind: Siege an Thanksgiving gehören für die Cowboys und die Lions leider nicht dazu. Dallas gewann von 50 Spielen nur 31, die Lions kamen lediglich auf 37 Erfolge in 78 Partien.

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