Amari Cooper, Julio Jones, A.J. Green und Michael Thomas (v.l.n.r.) feilsche... - Bildquelle: Imago ImagesAmari Cooper, Julio Jones, A.J. Green und Michael Thomas (v.l.n.r.) feilschen um Vertragsverlängerungen. © Imago Images

München/New Orleans - In einer Offseason, die bereits mehrere langfristige Deals auf diversen Positionen mit sich brachte, ist es um eine Riege bisher besonders still geblieben: die Wide Receiver.

Obwohl große Namen wie Julio Jones (Atlanta Falcons), Michael Thomas (New Orleans Saints), A.J. Green (Cincinnati Bengals), oder Amari Cooper (Dallas Cowboys) in ihr Contract Year gehen bzw. auf einen Vertrag mit deutlich verbesserten Bezügen aus sind, kam bei den Topleuten bisher keine Einigung zustande.

Man mag fast soweit gehen zu sagen: Die Stars stehen in den Startlöchern, warten allerdings auf ein Vorpreschen der Konkurrenz, um anhand derer Vertragszahlen die eigenen Forderungen bei ihrer Franchise untermauern zu können. Ein Vorgehen, das aus der Offseason des Vorjahres bereits bekannt ist.

Parallelen zu Aaron Donald und Khalil Mack

Das derzeitige Taktieren mutet an wie vergangenen Sommer, als Defensive End Aaron Donald (Los Angeles Rams) und Outside Linebacker Khalil Mack (Chicago Bears) sich lange gegenseitig im Kampf um einen neuen Monstervertrag befeuerten.

Donald machte schließlich den ersten Schritt und unterschrieb Ende August 2018 für sechs Jahre und 135 Millionen Dollar bei den Rams. Wie "ESPN"-Experte Adam Schefter damals berichtete, hatte der Deal um die Vertragsverlängerung des Herzens der Rams-Defense direkte Auswirkungen auf Mack.

Dieser hatte den Oakland Raiders von vornherein klar gemacht, keinen Deal unter den Bezügen von Donald unterschreiben zu wollen. Oakland entschied sich für den Rebuild und tradete den Linebacker zu den Bears. In Chicago erhielt er dann direkt nach dem Trade seinen Langzeitvertrag über sechs Jahre und 141 Millionen Dollar und übertraf damit seinen heißen Widersacher noch um einige Taler.

Die Receiver scheinen sich 2019 ähnliches vorgenommen zu haben und begeben sich in Lauerstellung.

Gerüchte um nahenden Thomas-Deal dementiert

Einer der ganz großen Namen ist dabei Michael Thomas. Mit 1405 Receiving Yards und neun Touchdowns in der abgelaufenen Saison zählte Thomas zu den Top-Receivern der Liga in der abgelaufenen Saison.

Am Dienstag kamen wenig überraschend Gerüchte auf, dass sich die Saints und Thomas in ihren Verhandlungen immer weiter annähern sollen. Am Mittwoch erfolgte dann das Dementi. Gemäß Jeff Duncan von "NOLA.com" sollen sich beide Parteien in ihren Vorstellungen derzeit noch "weit voneinander entfernt" bewegen.

Im vorliegenden Bericht wird weiter beschrieben, dass beide Seiten vor dem Start des Trainingscamps in vier Wochen dennoch "motiviert" seien, die Gespräche zu vertiefen, um möglichst zeitnah beidseitige Planungssicherheit zu haben.

Klar erscheint: Spätestens kommenden Sommer steht dann für Thomas ein Zahltag in den Sphären eines Odell Beckham Jr. (fünf Jahre, 90 Millionen Dollar) an - ob in New Orleans oder zur Not eben anderswo. Thomas selbst fühle sich aber "ziemlich sicher", rechtzeitig eine Einigung zu erzielen.

Julio Jones spielt auf Zeit

Viel gemächlicher Laufen die Verhandlungen bei Atlantas Star Julio Jones ab. Der 30-Jährige wird zwar nicht vor 2021 zum Free Agent, dennoch wird über ein neues Papier verhandelt. General Manager Thomas Dimitroff wird von "The Atlantic" in den Verhandlungen mit Jones und seinem Berater Jimmy Sexton als "sehr ermutigt" beschrieben, allerdings gäbe es keinen Zeitplan für die Gespräche.

Vergangenen Sommer schwänzte der sechsmalige Pro Bowler bereits das Minicamp im Juni, nachdem er mit seiner Bezahlung unzufrieden war. Schlussendlich wurden 2,9 Millionen Dollar seines 2019er Gehalts auf das Vorjahr umstrukturiert. 2019 geht es nun in Runde zwei.

Atlanta wird alle Hebel in Bewegung setzen, um die Nummer eins in den Kategorien Receiving Yards (1677) und Yards per Game (104,8) der vergangenen Saison langfristig zu binden.

Im März berichtete Mike Freeman vom "Bleacher Report", dass Jones und Atlanta an einem Deal über vier bis fünf weitere Jahre arbeiten, der ihm 20 Millionen Dollar pro Spielzeit einbringen soll und damit zum Topverdiener unter den Receivern der Liga machen würde.

Was passiert mit Green bei den Bengals?

Die Personalie A.J. Green ist an dieser Stelle nochmals unter speziellen Vorzeichen zu bewerten. Während Thomas und Jones auch mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf lange Sicht die Gesichter ihrer jeweiligen Franchises bleiben sollen, hat sich bei dem Bengals-Star noch nicht final herauskristallisiert, ob die Franchise ihn auf Dauer halten will.

2011 mit dem vierten Pick gedrafted, wusste Green in allen darauffolgenden Spielzeiten zu überzeugen. 2019 geht er in das letzte Jahr seines Vierjahresvertrags über 60 Millionen Dollar.

Die Franchise steht vor dem Scheideweg: Will man den siebenmaligen Pro Bowler, der im Juli bereits 31 Jahre alt wird, zu einem der bestbezahlten Receiver der Liga machen oder das Budget unter dem neuen Head Coach Zac Taylor an anderer Stelle verwenden? Die Bengals haben die Qual der Wahl.

Green selbst würde nach eigener Aussage gerne seine gesamte Karriere in Cincinnati verbringen, kann die Unklarheit um seine Zukunft innerhalb der Franchise allerdings nicht von der Hand weisen: "Es ist schwer. Ich bin seit acht Jahren hier, gehe ins neunte Jahr. Also fällt es mir schwer, mich woanders zu sehen."

 

Können die Cowboys Cooper halten?

Bei den Cowboys stehen derzeit einige teure Vertragsverlängerungen an. Nachdem Defensive End DeMarcus Lawrence (5 Jahre, 105 Millionen Dollar) im Sommer bereits seinen langfristigen Deal bekam, gehen mit Quarterback Dak Prescott und besagtem Amari Cooper zwei weitere Spieler in Dallas in ihr Contract Year.

Während der vergangenen Saison für einen First Round Pick aus Oakland gekommen, hauchte Cooper dem dünn besetzten Receiving Corps der Cowboys Leben ein und wusste zu überzeugen. Dafür will er nun aber auch entsprechend langfristig vergütet werden.

In seinem fünften Vertragsjahr kassiert Cooper 13,9 Millionen Dollar, soll gemäß franchisenahen Quellen aber "erschreckend hohe" Gehaltsforderung für eine Vertragsverlängerung verlangt haben. Danny Kelly von "The Ringer" sieht hinter Coopers Auftreten ein gewisses Kalkül und nennt den Vertrag von Sammy Watkins bei den Kansas City Chiefs (3 Jahre, 16 Millionen Dollar im Schnitt) als Vergleichsgrundlage. Können ihm die Cowboys so viel bezahlen und wollen sie das auch?

Abwarten und Tee trinken also, wer im Wettstreit um die lukrativsten Verträge unter den Wide Receivern den ersten Schritt macht und die Verhandlungsbasis für die Konkurrenz schafft.

Daniel Kugler

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