Tom Brady musste bei seiner Premiere für die Buccaneers eine Niederlage hinn... - Bildquelle: imago images/ZUMA WireTom Brady musste bei seiner Premiere für die Buccaneers eine Niederlage hinnehmen © imago images/ZUMA Wire

München – "TB x TB, Season One, 2020, LFG" – das war die Hype-Message auf Tom Bradys Shirt, als er vor seinem ersten Spiel für die Tampa Bay Buccaneers den Platz des Superdomes der New Orleans Saints betrat. Knapp vier Stunden und zwei Brady-Interceptions später ist klar: Die erste Saison des 43-Jährigen bei den Bucs wird für den einstigen Helden der New England Patriots die wohl schwerste seiner Karriere.

23:34 stand es aus Sicht der Buccaneers am Ende des ersten Kräftemessens der NFC-South-Favoriten. Das Duell der zukünftigen Hall of Famer Brady und Brees ging an den Saints-Quarterback, der mit 160 Passing Yards und zwei Touchdowns in einer über Jahre zusammengewachsenen Offense nur so wenig wie nötig tun musste.

 

Tom Brady mit dritter Pick Six in Folge

Brady auf der anderen Seite war die corona-bedingt zerfledderte Offseason und fehlende Preseason anzumerken: Ordentlichen 239 Passing Yards und zwei Touchdowns standen zwei haarsträubende Interceptions gegenüber – eine davon zum direkten Touchdown für den Gegner. Es war Bradys drittes Spiel in Folge mit einer Pick Six – eine längere derartige Negativserie hatte in den letzten 20 Jahren nur Matt Schaub 2013 (vier Spiele).

Entsprechend bedient war Brady auf der Pressekonferenz nach seiner Bucs-Premiere: "Sie haben eindeutig mehr Plays als wir hinbekommen, und ich habe schlechte, schreckliche Turnovers verursacht. Wenn man den Ball so verliert, ist es schwer, zu gewinnen. Ich muss offensichtlich einen deutlich besseren Job machen."

 

Bruce Arians über Interception: "Schlechte Entscheidung"

Erstaunlich kritisch zeigte sich auch Bradys neuer Head Coach Bruce Arians mit dem sechsmaligen Super-Bowl-Sieger. Die erste Interception, ein Missverständnis mit Wide Receiver Mike Evans, kreidete Arians ganz klar Brady an. "Mike hat das Play richtig gelesen", nahm der Coach seinen Receiver in Schutz.

Die Pick Six, ein schlecht getimter Wurf auf Justin Watson, der von Janoris Jenkins in die Endzone der Bucs getragen wurde, nannte Arians eine "schlechte Entscheidung" von Brady. Schon nach dem ersten Spiel also offene Kritik vom Coach an Brady, der sich in 20 Jahren bei den Patriots den Status als GOAT erarbeitet hat.

Für den Quarterback ist es ein Vorgeschmack auf eine Saison, die dem zum ersten Mal in seiner Karriere ältesten aktiven Spieler der NFL so viel abverlangen dürfte wie keine andere. Nicht nur muss er in einem neuen Umfeld mit ungewohntem Playbook funktionieren. Er muss das, wie die Saints eindrucksvoll zeigten, in einer der stärksten Divisions der NFL bewerkstelligen. "Die Saints haben so gespielt, wie sie immer spielen, sie haben in der Offense einen guten Job gemacht", lobte Brady den Gegner.

 

Auch Gronkowski und Fournette enttäuschen

Für die Bucs gilt es indes, so schnell wie möglich zusammenzuwachsen. Denn neben Brady konnten auch die beiden anderen neuen Offensiv-Stars Rob Gronkowski und Leonard Fournette noch nicht überzeugen. "Gronk" war mit zwei Receptions für insgesamt nur elf Yards als Passempfänger kein Faktor. Fournette prallte mit fünf Carries für zusammengenommen gerade einmal fünf Yards an der Saints-Defense ab. Am Ende aber war es vor allem Bradys wacklige Performance, die in Erinnerung bleibt. Im Netz kursierten nach seinem Debüt bereits unzählige hämische Vergleiche mit Vorgänger Jameis Winston.

Ein missglücktes Debüt gegen eines der stärksten NFL-Teams mag das Denkmal Tom Brady noch nicht ins Wanken bringen. Doch angesichts der öffentlichen Schelte von Bruce Arians, der fehlenden Chemie innerhalb der Offense und der riesigen Erwartungen der Öffentlichkeit muss Brady nach der Pleite schon früh gegensteuern. Das Echo auf sein erstes Spiel ist ein Vorgeschmack auf eine knüppelharte Saison. Aber Brady stellt sich der Herausforderung: "Es ist völlig egal, wie viel Talent du hast, wenn du eine Interception zu einem Touchdown wirfst. Das muss ich korrigieren."

Die Chance dazu bekommt er am 2. Spieltag in seinem ersten Heimspiel gegen nächsten Division-Rivalen, die Carolina Panthers (am Sonntag ab 18:00 Uhr live ProSieben MAXX und ran.de).

Martin Jahns

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