Erlief in fünf NFL-Jahren schon 60 Touchdowns: Todd Gurley von den Los Angel... - Bildquelle: Getty ImagesErlief in fünf NFL-Jahren schon 60 Touchdowns: Todd Gurley von den Los Angeles Rams zählt zweifellos zu den erfolgreichsten Running Backs der Liga © Getty Images

München/Los Angeles - Verträge für Running Backs sind immer ein besonderes Vabanque-Spiel.

Das Verletzungsrisiko bei den Ballträgern ist schlicht noch einen Tick größer als auf anderen Positionen. Schließlich wühlen sie sich oftmals durch das Getümmel aus massigen Linemen.

Umso beachtenswerter war der Rekorddeal, den die Los Angeles Rams Todd Gurley im Sommer 2018 nach drei Jahren in der NFL bescherten. Für vier Spielzeiten streicht der zehnte Pick des Draft 2015 bis zu 57,5 Millionen US-Dollar ein - ein Rekorddeal für Running Backs.

Gurleys Rekordvertrag beinhaltet garantierte 45 Millionen US-Dollar 

Aufgrund der gezogenen Fifth Year Option tritt der Kontrakt, der Gurley 45 Millionen US-Dollar garantiert, erst zur kommenden Saison in Kraft und ist bis 2023 gültig. Doch schon jetzt scheinen die Rams die damalige Einigung zu bereuen.

Das jedenfalls lässt sich schlussfolgern aus den jüngsten Entwicklungen in LA.

Wie NFL-Insider Ian Rapoport berichtet, ist ein Treffen zwischen den Verantwortlichen des Klubs und Gurley geplant. Besonders Head Coach Sean McVay bestehe auf dem Termin, ehe eine Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit gefällt werde.

"Entlassung wäre extrem schwierig"

"Das wird offensichtlich keine leichte Entscheidung", erklärt Rapoport: "Ihn zu entlassen, um Geld zu sparen, wäre zwar theoretisch möglich, aber in Bezug auf das Cap Space extrem schwierig."

Laut "Spotrac" kostet der mit 21 Millionen US-Dollar Signing Bonus versehene Gurley-Vertrag den Rams in der Saison 2020 ein Dead Cap von 12,6 Millionen US-Dollar. Für Rapoport wäre eine Entlassung daher "astronomisch".

Wie NFL-Reporter Tom Pelissero berichtet, würde der Betrag sogar auf über 20 Millionen US-Dollar ansteigen, sollte die Trennung sofort vollzogen werden.

Rapoport hält einen Trade für realistischer, betont aber auch: "Egal wie sie sich entscheiden, sie sollten es nach Möglichkeit vor Mitte März tun." Denn am 20. März - dem dritten Tag der neuen Saison - müsste Gurley ein Bonus von 7,55 Millionen US-Dollar ausgezahlt werden, wenn er dann noch im Kader steht.

Auch Gurleys Roster Bonus für 2021 wird im März zur Garantie

Für Pelissero ist dieser Umstand "ein Hindernis in potenziellen Trade-Gesprächen". Denn entweder müsste Gurleys neues Team diesen Bonus zahlen oder die Rams eben einen Teil davon übernehmen.

Doch damit nicht genug: Am 20. März wäre dem dreimaligen Pro Bowler auch der Kader-Bonus für die Saison 2021 in Höhe von fünf Millionen US-Dollar nicht mehr zu nehmen. Auch das muss natürlich berücksichtigt werden.

Rapoport spricht von einer "teuren Entscheidung", die den Rams bevorsteht. Dabei würden Gurleys Leistungen, seine immer wieder auftretenden Probleme im linken Knie und auch seine Bedeutung für das Laufspiel der Rams eine Rolle spielen.

Saison-Minuswerte bei Runs und Rushing Yards

In der vergangenen Saison legte Gurley mit 223 Runs für 857 Rushing Yards zwei persönliche Saison-Minuswerte hin. Dabei erzielte der 25-Jährige jedoch immerhin zwölf Touchdowns durch Läufe. Im Super Bowl LIII vor gut einem Jahr war er - wohl wegen der Knieschmerzen - kaum gefragt, kam im wichtigsten Spiel seiner Karriere bei zehn Versuchen 35 Yards voran.

Die Diskussionen um die Rams dürften den aufgeheizten Running-Back-Markt wieder etwas abkühlen. 2020 würden mit Gurley (17,25 Millionen US-Dollar), Le'Veon Bell von den New York Jets (knapp 14,5), David Johnson von den Arizona Cardinals (gut 14,1) und Ezekiel Elliott von den Dallas Cowboys (10,9) vier Ballträger zweistellige Millionensummen kassieren.

Mit Derrick Henry oder Melvin Gordon stehen prominente Vertreter noch ohne Vertrag für 2020 da. Die 2017er Draft Class um Christian McCaffrey und Leonard Fournette hofft ebenfalls auf einen großen Zahltag. Womöglich müssen sie sich gedulden.

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