In letzter Zeit nicht die besten Freunde: NFL-Boss Roger Goodell (l.) und US... - Bildquelle: imagoIn letzter Zeit nicht die besten Freunde: NFL-Boss Roger Goodell (l.) und US-Präsident Donald Trump (r.). © imago

München - Im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung zeigte sich die NFL überraschend politisch und bewies sogar Einsicht in der Causa Colin Kaepernick.

Daraufhin musste besonders Commissioner Roger Goodell harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump einstecken. Der POTUS zeigte keinerlei Verständnis für den Sinneswandel der NFL, zukünftig die afro-amerikanischen Spieler beim Flaggen-Protest unterstützen zu wollen. Nun ruft die NFL das nächste politisch motivierte Projekt ins Leben.

Spieler sollen Fans zum Wählen motivieren

Die NFL kooperiert dabei mit drei nicht-profitablen Organisationen, um möglichst viele Menschen zum Wählen zu motivieren. Zudem soll mit der Aktion auch sichergestellt werden, dass mehr Menschen einen erleichterten Zugang im Wahlprozess haben.

Die Zusammenarbeit entsteht unter dem Motto "Veränderung Anregen". Viele aktive sowie ehemalige NFL Spieler sollen sich am Projekt beteiligen und für ein besseres Wahlverständnis in ihren Communities sorgen.

"Wir wollen uns als Liga am Prozess der Wahl beteiligen", sagte Rodger Goodell im Zuge der Ankündigung. "Wenn wir uns mit Spielern und Legenden treffen, haben wir festgestellt, dass ihnen die Wahl ein wichtiges Thema im Zuge der angestrebten Veränderung ist", so Goodell.

"Wir hatten das Gefühl, dass unsere Stimme nicht zählt"

Als Hauptakteure seitens der Spieler sind hier die Zwillinge Shaquill und Shaquem Griffin der Seattle Seahawks zu nennen. Die beiden Verteidiger erklären in einem von der NFL veröffentlichten Video, dass knapp 43% aller Amerikaner ihr Wahlrecht im Jahr 2016 nicht beansprucht haben.

"Wir waren an einem Punkt in unserem Leben, an dem wir das Gefühl hatten, dass unsere Stimme nicht zählt", so Shaquill Griffin. "Aber sie zählt! Wir haben mit unseren Eltern gesprochen und haben bemerkt, dass jede Stimme gleich viel wert ist."

"Wir müssen ein Zeichen setzen", fügte sein Bruder Shaquem hinzu: "Die Leute reden viel aber trauen sich nicht zu handeln. Wir müssen vorangehen und zeigen, dass man etwas verändern kann", versprach er.

 

Veränderung steht im Mittelpunkt

Unter dem Namen "NFL Votes" positionierten sich auch andere Größen innerhalb der Liga bereits klar. Unter anderem Seahawks-Coach Pete Carroll, Texans-Quarterback Deshaun Watson und Saints-Star Cameron Jordan stehen als Gesichter des Projekts im Vordergrund.

Was hierbei auffällt, ist die häufige Verwendung des Begriffs der "Veränderung". Ob dies nun ein weiterer Seitenhieb der NFL gegenüber Präsident Trump ist, kann nur spekuliert werden. Die Aussagen der Spieler lassen jedoch reichlich Raum für Interpretation.

"Die Leute ergreifen anders als 2016 nun die Initiative. Viele sehen das größere Bild und wollen dagegen vorgehen", erklärt Shaquill Griffin: "Wenn man also etwas verändern will, muss man rausgehen und wählen. Jeder soll seine Stimme einbringen, bis es eine Veränderung gibt", so Griffin.

Es ist durchaus überraschend, dass die NFL ihre politischen Einflussmöglichkeiten weiterhin ausschöpft.  

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