Moritz Böhringer wurde im Draft 2016 von den Minnesota Vikings ausgewählt - Bildquelle: imago/ZUMA PressMoritz Böhringer wurde im Draft 2016 von den Minnesota Vikings ausgewählt © imago/ZUMA Press

München - Mit Ende der Regular Season beginnt für die Cincinnati Bengals die Vorbereitung auf die Saison 2020. Das hat auch Folgen für Moritz Böhringer.

Denn mit dem Ende der Spielzeit löst sich auch das Practice Squad auf, in dem der Schwabe aufgrund des International Pathway Programs mittrainiert hat.

Um Böhringer weiterhin an den Klub zu binden, ehe es in die Saisonvorbereitung 2020 geht, statteten die Bengals ihn mit einem sogenannten Future Contract aus.

Doch was steckt dahinter? ran.de erklärt das Phänomen.

Was ist ein Future Contract?

Mit Future Contracts sichert sich ein Team auch für die Zukunft die Dienste eines Spielers, der zum Saisonabschluss nicht im aktiven Kader stand. Angewandt wird dies insbesondere bei Spielern aus dem Practice Squad - so wie bei Böhringer.

Theoretisch kann allerdings auch ein 34 Jahre alter Super-Bowl-MVP einen Future Contract unterzeichnen, sofern er nicht am letzten Spieltag im aktiven 53-Mann-Kader stand.

In der Regel erhalten Spieler Future Contracts, die den Sprung in den 53-Mann-Kader noch nicht geschafft haben, die die Franchise aber dennoch halten will.

Mit dem Ende der Regular Season dürfen Teams Spieler mit einem solchen Vertrag ausstatten. Die Bengals haben Böhringer mit dem neuen Deal nun für den offiziellen Auftakt der kommenden Saison im März 2020 an sich gebunden. Hätte Cincinnati dies nicht getan, hätte jede andere NFL-Franchise Böhringer einen Future Contract anbieten können.

 

Was haben die Teams vom Future Contract?

Für die Teams ist ein Future Contract vor allem eine günstige Möglichkeit, einen Spieler zu binden. Ein Future Contract unterliegt - wie auch Verträge von aktiven Spielern - den NFL-Regularien. Es gelten also die festgeschriebenen Mindestgehälter. Nur in Ausnahmefällen erhalten Spieler mit Future Contracts mehr.

Im Gegensatz zu den Verträgen fester Kaderspieler gelten Future Contracts erst ab dem offiziellen Saisonbeginn Anfang März. Und auch dann belasten die Gehälter der Future-Contract-Spieler nicht das in der Regel ausgereizte Salary Cap des 53-Mann-Kaders, sondern das des 90-Mann-Kaders. Spieler mit Future Contract stehen auf der sogenannten Reserve/Future List.

Steigert ein Future Contract Moritz Böhringers Chancen auf einen Kaderplatz?

Das Wichtigste für Böhringer: Mit dem Future Deal steht fest, dass sich der 26-Jährige in den Drills der Offseason für die Bengals empfehlen kann. Er wird zum Start des NFL-Jahrs 2020 Bestandteil des 90-Mann-Kaders sein.

Aber Böhringer ist kein Einzelfall: Die Bengals haben einen weitere Spieler des bisherigen Practice Squads mit einem Future Contracts ausgestattet.

Für Böhringer ist der Future Contract daher in erster Linie ein Vertrauensbeweis. Auch wenn es derzeit nicht für einen Platz im 53-Mann-Kader reicht, sehen die Bengals-Verantwortlichen in ihm weiter NFL-Potential und beugen dem Risiko vor, Böhringer an eine andere Franchise zu verlieren.

 

Gibt es andere prominente Beispiele?

Auch wenn der Großteil der Future-Contracts-Spieler die Kader-Cuts der Teams im Spätsommer nicht überstehen, kann sich Böhringer also weiter Hoffnung machen.

Immerhin: In den letzten Jahren haben Spieler wie Spencer Ware, Matt Paradis, Willie Snead oder Tim Hightower über Future Contracts den Sprung auf die große Bühne geschafft.

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