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München/Washington - Wenn es in Washington zuletzt positive sportliche Schlagzeilen gab, dann war selten das Football Team aus der US-Hauptstadt dafür verantwortlich. 2019 gewannen die Nationals aus der MLB die World Series, 2018 holte das Eishockey-Team der Capitals den Stanley Cup.

Und das Football Team?

Der letzte Division-Sieg liegt bereits fünf Jahre zurück, die letzte Super-Bowl-Teilnahme ist sogar fast 30 Jahre her (1991). Hinzu kamen die ständigen schlechten Nachrichten in der zurückliegenden Offseason wie der "Redskins"-Zoff oder der Skandal um angebliche Vorfälle sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen. 

 

Doch beim Team des deutschen Defensive Lineman David Bada, der sich im Practice Squad befindet, braut sich etwas zusammen. Erstmals seit geraumer Zeit etwas Positives, denn die Playoffs sind in Reichweite, auch wenn am Montag ein dicker Brocken wartet: Dann trifft Washington auf die ungeschlagenen Pittsburgh Steelers, ab 22.45 Uhr live zu sehen auf ProSieben MAXX und ran.de. Doch die Zukunft ist durchaus aussichtsreich.

ran.de zeigt, wo das Football Team bereits jetzt top besetzt ist und wo noch Luft nach oben ist.

Die Defensive Line: Talent wo man hinschaut

Die Defensive Line ist das Prunkstück des dreimaligen Super-Bowl-Siegers. Diese besteht durch die Bank aus Spielern, die in der ersten Runde des Drafts ausgewählt wurden. Ryan Kerrigan (Jahr 2011/Pick 16), Jonathan Allen (2017/17), Daron Payne (2018/13), Montez Sweat (2019/26) sowie der jüngste Neuzugang, Chase Young (2020/2). Diese ungeheure Dichte an Talent sucht ligaweit ihresgleichen.

Nicht zufällig ist Washington das Team mit den zweitmeisten Sacks ligaweit (28), alleine in Woche eins wurde Eagles-Quarterback Carson Wentz acht Mal gesackt.

Der Top-Receiver: "Scary Terry"

Kein Team kann nachhaltig erfolgreich sein, ohne einen zuverlässigen Receiver zu haben. Ein mehr als zuverlässiger Passempfänger ist Terry McLaurin. Der 25-Jährige, der in der dritten Runde des 2019er Drafts ausgewählt wurde, überzeugt auf ganzer Linie. Dabei ist sein Aufstieg beinahe kometenhaft.

In seinem Rookie-Jahr lieferte McLaurin bereits ab, 919 Yards und drei Touchdowns waren eine gute Quote. 2020 zeigt McLaurin erst recht, was er draufhat: Bereits nach Woche zwölf stehen 963 Yards für sieben Touchdowns zu Buche. Damit belegt er Rang fünf ligaweit, was Yards angeht.

Besonders die Variabilität macht McLaurin wertvoll: Er kann jede Art von Route laufen, ob Slant, Seam oder Post, sein sogenanntes "Route Running" gehört zu den Besten der Liga.

Die Running Backs: Das zweiköpfige Monster

Mit Running Backs hatte das Football Team in jüngerer Vergangenheit wenig Glück. 2018 (1042 Yards) und 2019 (898 Yards) lieferte der zukünftige Hall of Famer Adrian Peterson zwar solide Zahlen ab, jedoch war klar, dass Peterson nicht die Zukunft sein kann, alleine aus Altersgründen. 2018 draftete Washington Derrius Guice, der jedoch erst verletzt ausfiel und später aufgrund von häuslicher Gewalt entlassen wurde.

In der 3. Runde des diesjährigen Drafts wählte Washington Antonio Gibson aus, und wie bei Terry McLaurin sollte Gibson sich als Steal erweisen. Zwar sind seine Yards (645) und Yards pro Lauf (4,4) nicht Ligaspitze, dafür aber seine elf Touchdowns. Lediglich die Pro Bowler Dalvin Cook und Derrick Henry haben mehr.

Neben Gibson ist sein kongenialer Partner J.D. McKissic ein wichtiger Faktor in der Washington-Offense, vor allem als Passempfänger. 46 Mal fing McKissic bereits einen Ball, nur Alvin Kamara (Saints) und Mike Davies (Panthers) fingen mehr Bälle als McKissic, der vor der Saison von den Detroit Lions kam.

Die Baustellen: Quarterback, Offensive Line

Dass Washington trotz der oben genannten Lichtblicke nur vier Siege aus elf Spielen holte, liegt daran, dass die Baustellen des Teams die beiden wichtigsten Positionen der Offense sind. Allen voran der Quarterback: Bereits drei verschiedene Spielmacher bot Trainer Ron Rivera in dieser Saison auf. Auf Dwayne Haskins folgte Kyle Allen, der wiederum verletzungsbedingt von Alex Smith ersetzt wurde.

Smith, bei aller Euphorie um sein unglaubliches Comeback, ist nicht der Pro-Bowl-Quarterback, der er einmal war. Das kann auch niemand erwarten. Seine Zahlen sind höchstens okay, allerdings nichts, womit man angeben kann. Das liegt auch daran, dass Smith selten Zeit zum Werfen hat.

3,2 Sacks pro Spiel lässt die Offensive Line zu, lediglich die Bengals und die Eagles beschützen ihren Quarterback schlechter. Ein 37 Jahre alter Quarterback, der mehr als zwei Jahre verletzungsbedingt pausierte, sowie eine löchrige Offensive Line sind keine gute Kombination. Abgesehen vom dreimaligen Pro Bowler Brandon Scherff sticht dort niemand heraus.

Jedoch sind das Baustellen, die man in einer guten Free Agency sowie einem durchdachten Draft schließen kann. Mit einem voraussichtlichen Cap von über 70 Millionen Dollar ist das Potential da, fähige Leute in die Hauptstadt zu holen.

Damit auch das Football Team endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben kann.

Kai Esser

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