Redskins-Owner Daniel Snyder: "Das Logo wird nicht verändert". - Bildquelle: imagoRedskins-Owner Daniel Snyder: "Das Logo wird nicht verändert". © imago

München/Wahsington - Die NFL scheint bereit zu sein, sich dem Rassismus-Problem in den USA anzunehmen und auch eigene Fehler in der Vergangenheit zu adressieren. 

Damit erhöht sich auch der politische Druck auf die Washington Redskins. Der nationale Kongress amerikanischer Ureinwohner (NCAI) fordert nun offiziell eine Namensänderung.

"Ihr könntet Helden sein"

"Ich wende mich an die Mitglieder der Franchise in Washington D.C., um dem Problem eine Stimme zu verleihen und Helden zu werden", sagte der Präsident des NCAI gegenüber "Washingtonian.com": "Alles was ich fordere, ist sich gegen die Doppelmoral zu stellen."

"Wie ihr auch niemals für die Washington [hier überließ er dem Zuhörer das Einfügen einer rassistischen Bezeichnung einer Ethnie; Amn. d. Red] spielen würdet, solltet ihr auch nicht mehr für ein Team spielen, dessen Namen Ureinwohner rassistisch verunglimpft."

Dass es dafür allerdings viel Zivilcourage bedarf, sei ihm bewusst: "Wer ist so mutig und will aus der Umkleidekabine in Washington direkt in die Geschichtsbücher laufen?" 

Da man von der NFL in diesem Fall wohl keine Initiative erwarten, will der Verband den Weg über die Spieler versuchen. So würde es schon reichen, wenn einige von ihnen sagen würden: "Dieser Name muss weg".

Namensänderung wohl an Rückkehr gekoppelt

Bis zum Jahr 2027 sind die Washington Redskins vertraglich daran gebunden, ihre Heimspiele im benachbarten Bundesstaat Maryland auszutragen. Dabei spielen sie im "FedExField" in Landover. Sollten sie jemals in den Heimatbezirk Columbia zurückkehren, müssten sie wohl den Beinamen "Redskins" ablegen.

"Der Name ist ein Problem für uns", sagte Bürgermeisterin Muriel Bowser zu "The Team 980": "Auch für die lokale Regierung, die uns den Grund vermietet, stellt er ein Problem dar. Ich denke, es ist an der Zeit für das Team, endlich das Problem zu adressieren, was so viele Leute bewegt und attackiert."

Bereits in der Vergangenheit hat sich Bowser negativ über den Franchise-Namen von Washington geäußert. Es bliebe jedoch oberste Priorität, die Franchise wieder zurück nach D.C. zu holen. Die Forderung nach der Änderung könnte dies erschweren.

Schon lange Kritik am Namen der Redskins

Die Diskussionen um den Namen der Redskins gibt es schon seit längerer Zeit. Seit ihrem Umzug aus Boston trug die Franchise den Beinamen Redskins, der ins Deutsche übersetzt "Rothäute" bedeutet. Seinen Ursprung hat dieser Begriff in der Kolonialzeit, als einheimische Stämme nach ihrer Hautfarbe kategorisiert wurden.

Die Besitzer und Verantwortlichen der Redskins beteuerten seit der Namensänderung, dass dies nicht in rassistischer Absicht geschehen sei und lediglich an die Tradition und Geschichte des Landes erinnern soll.

Seit 2013 nahm die Kritik am Namen besonders stark zu, als sich immer bekanntere Persönlichkeiten der Sache annahmen. Unter anderem beteiligte sich Ex-US-Präsident Barack Obama an der Kritik.

Wie lautet die Alternative?

Als Antwort auf die Kritik äußerte sich 2013 der aktuelle Franchise-Besitzer Daniel Snyder wie folgt: "Wir werden den Namen nie ändern. So einfach ist das. Punkt", sagte er damals zu "USA Today. Viele Fans hätten sich an den Namen gewöhnt und es würde zu viel auf dem Spiel stehen, um dies zu ändern.

Im Jahr 2014 veranlasste die NFL ein Umfrage, in der 71 Prozent der Befragten eine Namensänderung für überflüssig hielten. In Umfragen, die aus der Sicht der amerikanischen Ureinwohner betrieben wurden, lag die Zustimmungsrate des Namens oftmals unter 50 Prozent.

Für ein kurioses Ereignis sorgte eine von amerikanischen Ureinwohnern unterstützte Freiheitsorganisation im Jahr 2017. Damals starteten sie eine Kampagne auf mehreren Websites und Plattformen, dass die NFL-Franchise zugestimmt hätte, den Namen auf "Washington Redhawks" zu ändern.

Falls die Franchise im Zuge des nächsten Umzugs ihren Namen ändern muss, hätten sie zumindest schon eine Idee.

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