München / Washington - "Der Name eines Teams liegt ganz in den Händen des Clubs," sagt der Vizepräsident der NFL Brian McCarthy. Doch was passiert, wenn dieser Name als rassistisch eingestuft wird?

Die Washington Redskins wehren sich seit vielen Jahren gegen diesen Vorwurf. Sie sagen, dass der Name "Redskin" eine Huldigung und keine Stereotypisierung sei. 

In Amerika gibt es schon jahrelang Proteste

Grund für die Proteste sind die Vorwürfe des Rassismus, der Stereotypisierung und des nicht Respektierens einer alten Kultur. "Redskins" bedeutet auf deutsch "Rothäute", und gilt als Schimpfwort.

Mittlerweile möchten 23 Prozent der Amerikaner, dass die "Redskins" ihren Namen ändern.

Auch ein Sprecher der United Nations sagte kürzlich, dass der Name "Redskins" eine "verletzende Erinnerung an die Misshandlung der Ureinwohner Nordamerikas" sei.

Mehr als 30 Organisationen der Ureinwohner Nordamerikas haben sich schon gegen den Namen "Redskins" ausgesprochen. Doch einen Durchbruch hatten sie bisher noch nicht. 

England hat harte Strafen gegen Rassismus

Während die Ureinwohner Nordamerikas in den USA also abwarten und auf mehr Unterstützung hoffen, könnte der Protest in London bald Früchte tragen.

Die Redskins spielen nämlich am 30. Oktober 2016 im Wembley Stadion in London gegen die Cincinnati Bengals. 

England ist dafür bekannt, besonders streng zu sein, wenn es um Rassismus und Ausgrenzung geht. Rassimus gegen afroamerikanische Spieler wird hart unterbunden. Im Wembley Stadion fanden schon Veranstatlungen der FIFA zur Völkerverständigung und gegen Rassismus im Sport statt.

"Sport ist eine Feier der Gesellschaft"

Ruth Smeeth and Ian Austin, zwei Parlamentarier aus dem British Empire, fordern deshalb in ihrem Brief an die NFL: "Entweder die NFL zwingt die Washington Redskins dazu ihren Namen zu ändern oder sie schicken ein anderes Team nach London, um den American Football zu repräsentieren". 

"Sport ist eine Feier der Gesellschaft - kein Hass. Keine Trennung," sagt Smeeth.

Die NFL muss reagieren

Die Chancen, dass dieser Protest des britischen Parlaments gegen den Namen fruchtet, stehen laut "ESPN" gut.

Die NFL will ihren Markt in Europa ausbauen. Goodell sagte erst kürzlich beim Super Bowl 50: "Ich glaube wir werden in Zukunft mehr Spiele in England sehen." Nun müssen sie nur entscheiden, ob sie ihrerseits Druck auf die Redskins ausüben, oder ein anderes Team nach Europa schicken, um dem Shitstorm zu entgehen.

Ein Punkt gegen ein Spiel der "Redskins" könnte die "BBC" sein. Als staatliche Organisation dürfte der Sender wohl das Spiel nicht übertragen, sollte das britische Parlament den Namen als rassistisch einstufen.

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