Legende Joe Montana. - Bildquelle: imago images/Icon SMILegende Joe Montana. © imago images/Icon SMI

München – Joe Montana hatte es Tom Brady geraten: Er solle die New England Patriots nicht verlassen, wenn er nicht müsse, meinte er im Februar vor dem Super Bowl in Miami. "Denn es ist ein Prozess, den man durchläuft, und es dauert eine Weile, bis man sich an das neue Team gewöhnt hat." Soweit die Begründung.

So gesehen hat Brady auf den Rat der Quarterback-Legende gepfiffen: Er wechselte zu den Tampa Bay Buccaneers. Was Montana nun ziemlich konsterniert zurücklässt.

"Ich weiß nicht, was da genau abgeht, aber jemand hat einen Fehler gemacht", sagte Montana "USA Today". Er selbst verließ 1993 nach vier Super-Bowl-Siegen in 14 Jahren die San Francisco 49ers im Alter von 37 Jahren für zwei letzte Saisons bei den Kansas City Chiefs. 

"Ich verstehe es nicht"

Er stellte aber klar, dass man seine Situation damals mit Konkurrent Steve Young und Trade zu den Chiefs nicht mit Bradys Situation vergleichen könnte. "Sie haben damals eine Entscheidung getroffen. Ich verstehe immer noch nicht, wie New England ihn gehen lassen konnte. Das verstehe ich nicht."

Brady ging auf die Gründe, warum er die Patriots letztendlich verlassen hat, bei seiner Vorstellung bei den Bucs nicht näher ein. Denn eigentlich hatte Besitzer Robert Kraft stets betont, den 42-Jährigen halten zu wollen. Zu einer Einigung kam es aber nicht. Es wird eifrig spekuliert, woran es letztlich gelegen hat, dass es trotz gegenseitiger Zuneigungsbekundungen nach fast 20 Jahren zur Trennung kam.

Montana hatte beim Super Bowl in Miami kurz mit Brady gesprochen. "Er will Kontrolle, er will viel Kontrolle. Ich weiß nicht, was Tampa Bay ihm geboten hat. Ich weiß auch nicht genau, wonach er sucht, aber ich habe es so verstanden, dass er mehr Kontrolle über die Offense haben will", sagte Montana.

Eine neue Begeisterung

Was er aber weiß: Wie es ist, wenn man nach langer Zeit in einem höheren NFL-Alter noch einmal das Team wechselt. "Es bringt dir eine neue Begeisterung. Weil es nicht der tägliche Trott sein wird, immer dasselbe in derselben Kabine mit denselben Leuten. Er braucht keinen Neuanfang, aber es gibt dir ein großartiges Gefühl und du freust dich darauf, dem Team zu helfen, vorwärts zu kommen. Und jeder glaubt an ihn und freut sich darauf, ihn spielen zu sehen."

Und: Es wird viel davon abhängen, wie schnell er mit seinen neuen Teamkollegen funktioniert, wie schnell er sich an sie gewöhnt, so Montana: "Jeder weiß, was er erreicht hat, aber es geht immer darum: 'Was kannst du jetzt für mich tun?'"

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