Fiebern dem Abgang von Donald Trump entgegen: Gregg Popovich (l.) von den Sp... - Bildquelle: Getty ImagesFiebern dem Abgang von Donald Trump entgegen: Gregg Popovich (l.) von den Spurs und Sean Payon (r.) von den Saints hoffen auf einen politischen Wandel in den USA © Getty Images

New Orleans/München - Sport und Politik - das verträgt sich nicht. So lautet eine Floskel, die vor allem als Ausflucht genutzt wird, wenn es für Profisportler durchaus angebracht wäre, sich zu unangenehmen politischen Themen zu Wort zu melden. Denn natürlich gibt es auch zwischen Sport und Politik diverse Schnitt- oder zumindest Berührungspunkte.

So deutlich wie nun Sean Payton hat sich aber selten eine Größe aus dem Sportbusiness verbal ins politische Metier vorgewagt. In Anlehnung an die gesellschaftlichen Missstände in den USA, die durch unnötige Gewalt - nicht selten mit Todesfolge - vor allem gegen Afroamerikaner dokumentiert werden, fordert der Head Coach der New Orleans Saints ganz offen die Abwahl von US-Präsident Donald Trump.

Payton erinnert an zwei getötete Afroamerikaner

In einem Tweet verweist Payton mit Fotos auf Ahmaud Arbery, der beim Joggen von zwei Weißen gejagt und schließlich aus dem Leben gerissen wurde, sowie George Floyd. Dessen Tod wurde durch übertriebene Polizeigewalt bei einer Festnahme billigend in Kauf genommen und brachte das Fass in den USA zum Überlaufen. Folge sind die aktuellen Unruhen mit friedlichen Protestlern und gewaltbereiten Demonstranten.

Dazu schreibt der aus Kalifornien stammende zweifache Familienvater: "Wurden auf Videos ermordet und nicht getötet. Wie viele haben wir nicht gesehen? 22 Wochen von heute an für einen Wandel." Der Frage nach der Dunkelziffer der offenbar aus reiner Willkür umgebrachten Afroamerikaner folgt also der Hinweis auf die US-Wahl am 3. November.

Trump muss wohl gegen Biden antreten

Dann muss der schwer unter Beschuss geratene, aber noch immer über einen großen Stamm an treuen Wählern verfügende Trump seinen Platz im Weißen Haus sehr wahrscheinlich gegen den früheren Vize-Präsidenten Joe Biden verteidigen. Aktuell erscheint der Ausgang der richtungsweisenden Wahl völlig offen.

Doch Payton ist nicht der erste prominente US-Coach, der sich öffentlich klar gegen den Amtsinhaber stellt. Zuvor hatte bereits Gregg Popovich schwere Geschütze gegen Trump aufgefahren. Die 71-jährige NBA-Trainerlegende machte aus seiner Antipathie gegen den Republikaner bereits früher keinen Hehl.

Popovich attestiert Trump "Wahnsinn"

"Coach Pop", seit 1996 für die San Antonio Spurs verantwortlich und mit den Texanern fünfmal NBA-Champion, schoss in Richtung Trump: "Es ist klar, was passieren muss. Wir brauchen einen Präsidenten, der sich hinstellt und sagt, dass Leben von Schwarzen zählen."

Doch das werde der aktuell mächtigste Mann der Welt nicht tun: "Er kann es nicht, weil es für ihn wichtiger ist, die kleine Gruppe seiner Anhänger zu besänftigen, was seinen Wahnsinn bestätigt. Aber es geht um mehr als um Trump. Das System braucht einen Wandel."

Für Popovich ist Trump keine Führungspersönlichkeit

Popovich wolle tun, "was auch immer ich tun kann, um zu helfen, denn das machen Führungspersönlichkeiten. Aber er kann nichts unternehmen, um uns auf den richtigen Weg zu leiten, weil er keine Führungspersönlichkeit ist."

Und das ist nicht einmal das schlimmste, was Popovich dem US-Präsidenten vorwirft: "Wenn Trump ein Gehirn hätte, selbst wenn es zu 99 Prozent zynisch wäre, würde er vortreten und etwas sagen, um die Menschen zu einen. Aber er schert sich nicht darum, Menschen zusammenzubringen. Nicht einmal jetzt."

Für Trump zähle nur sein persönlicher Vorteil

Was wiederum zeige, "wie geistesgestört" Trump sei: "Es geht nur um ihn. Es geht nur darum, was ihm persönlich einen Vorteil bringt. Es geht niemals um das große Ganze. Und so war er schon immer."

Auch das war eine deutliche Wahlempfehlung an eine offenbar tief gespaltene US-Bevölkerung.

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