Trent Williams. - Bildquelle: imago/Icon SMITrent Williams. © imago/Icon SMI

München - Pikante Kritik der NFL-Spielergewerkschaft: Die NFLPA kritisierte in einem Statement im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Trent Williams das ligaeigene Network und drohte mit weiteren Maßnahmen.

Der Offensive Tackle war nach einem Holdout in der zurückliegenden Woche zu den Redskins zurückgekehrt und hatte erstmals über seinen Gesundheitszustand gesprochen.

2013 diagnostizierten die Mediziner der Redskins bei Williams eine Geschwulst im Kopfbereich, die laut der Ärzte jedoch keine größeren Konsequenzen haben sollte.

Kein Vertrauen mehr

Nachdem das Geschwür über die vergangenen sechs Jahre kontinuierlich wuchs, entschloss sich Williams dazu, weitere Ärzte aufzusuchen. "Sie haben festgestellt, dass ich Krebs hatte. Mir wurde ein Tumor entfernt", erzählte Williams der "Washington Post". "Es wurde ziemlich ernst. Die Ärzte teilten mir beängstigende Dinge mit." Er betonte, dass er kein Vertrauen mehr zu den Redskins habe.

Am Freitag äußerte sich auch der frühere General Manager der Redskins zu dem Fall.

Charley Casserly, GM von 1989 bis 1999, widersprach im NFL Network den Worten von Williams recht deutlich: "Ihm wurde von den Ärzten geraten, dieses Ding vor drei Jahren chirurgisch entfernen zu lassen, um es zu analysieren. Er hat den Termin aber nie vereinbart." Anders gesagt: Williams hat gelogen.

Kampagne gegen Williams?

Die NFLPA will das so nicht stehen lassen. "In unseren Gesprächen mit Trent und seinem Agenten haben wir auf Basis der Fakten verschiedene Optionen erwogen, aber wir verstehen auch, dass Trent dies alles hinter sich lassen und das nicht noch einmal erleben möchte", teilte die NFLPA in ihrer Erklärung mit. "Wir halten die Augen offen, wenn Fehlinformationen im eigenen NFL Network wiederholt werden, die nur dazu dienen, dem Ruf von Trent zu schaden. Unsere Gewerkschaft unterstützt Trent, schützt seine Rechte und erwägt mögliche Maßnahmen, wenn eine Kampagne gegen ihn fortgesetzt wird."

 

Man muss dazu sagen: Die Vorkommnisse sprechen für keine Seite. Zum einen sind offenbar vertrauliche ärztliche Informationen durchgesickert, schlimmer noch, wenn sie möglicherweise falsch sind. Sie ungeprüft heraus zu posaunen, ist ebenfalls nicht der richtige Weg. Und selbst wenn Williams keinen Termin vereinbart hätte: Als Redskins-Spieler läuft er den Ärzten jeden Tag über den Weg. Es fällt schwer zu glauben, dass die Mediziner ihrem Job nicht nachgekommen und nicht hartnäckig geblieben wären. 

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