Müssen Superstars wie Patrick Mahomes oder Tom Brady bald auf Gehalt verzich... - Bildquelle: gettyMüssen Superstars wie Patrick Mahomes oder Tom Brady bald auf Gehalt verzichten? © getty

New York/München - Verhandlungsrunden sind für NFL-Profis Festtage. Gerade für die großen Stars. Schließlich winkt stets ordentlich Zaster. Nun stehen den Athleten aber wohl Gespräche bevor, auf die sie sich ungefähr so freuen dürften wie auf den nächsten Zahnarztbesuch.

Denn infolge der Corona-Pandemie droht der Liga ein Einbruch der Einnahmen. Schließlich ist nicht sicher, ob die Saison im geplanten Umfang stattfinden kann. Sehr wahrscheinlich werden die Stadien zudem leer oder nur zum Teil mit Fans gefüllt sein, womit Ticketeinnahmen wegbrechen werden.

 

NFL droht Einnahmeverlust von fünf Milliarden US-Dollar

Um all dies aufzufangen, werden die Profis einem Bericht der NFL-Insider Ian Rapoport, Mike Garafolo und Judy Battista zufolge wohl um einen Gehaltsverzicht gebeten. Demnach würden zwischen vier und fünf Milliarden US-Dollar an Einnahmen wegfallen, sollte die komplette Saison 2020 vor leeren Rängen ausgetragen werden müssen. Das wäre immerhin ein Drittel der eigentlich eingeplanten Summe.

In diesem Fall stünden jedem Klub zwischen 40 und 80 Millionen US-Dollar weniger zur Verfügung. Zwar sei davon auszugehen, dass zumindest einem Teil der Fans Zugang zu den Stadien gewährt werde, dennoch könnten die Mindereinnahmen Einfluss auf den Salary Cap für 2021 haben.

Verringerung des Salary Cap soll verhindert werden

Denn die Summe, die jeder Klub für die Gehälter seiner Spieler ausgeben darf, hängt nicht nur von den erwarteten Einnahmen ab, sondern auch von den Erfahrungswerten der Vorsaison. Eine Verringerung des Salary Cap soll aber um jeden Preis verhindert werden.

Als Gegenmaßnahme wird in den Raum gestellt, Gelder aus künftigen TV-Deals bereits in der aktuellen Krisenzeit auszuschütten. Oder eben den Athleten ans Portemonnaie zu gehen. So könnten sich dem Bericht zufolge Liga und Spielergewerkschaft NFLPA darauf einigen, leistungsbezogene Bezahlungen für mehrere Jahre zu kürzen oder komplett einzustellen.

Rasche Rückzahlung der NFLPA wäre geringeres Übel

Um einen sofortigen Effekt mithilfe der Profis zu erzielen, könnte die NFLPA einen Teil des ausgeschütteten Geldes zurückgeben. Dann müssten die Akteure zwar kurzfristig einen Verlust verschmerzen, dieser falle aber geringer aus, als es bei einem langfristigen Effekt der Fall wäre.

Da die diversen Bonuszahlungen zumeist schon im Frühjahr ausgezahlt werden, müsste wohl ein Teil des Grundgehaltes geopfert werden. Dieses wird während der Saison in wöchentlichen Raten auf die Spielerkonten überwiesen. Es wird jedoch betont, dass noch keine derartigen Verhandlungen gestartet seien.

Müssen Routiniers um ihre Jobs bangen?

Die Teams müssten den wohl nicht sehr begeisterten Profis aufzeigen, dass dies der bestmögliche Weg wäre. So könnten die Klubs etwa darauf verweisen, dass es für sie lohnenswert werden könnte, Routiniers mit fetten Verträgen und nicht-garantierten Basisgehältern zu entlassen. Als Beispiel wird Olivier Vernon von den Cleveland Browns angeführt.

Eine Einwilligung zu einem teilweisen Gehaltsverzicht würde zudem Jobs im kommenden Jahr sichern. Denn die Rechnung ist simpel: Je geringer die Absenkung des Salary Cap ausfallen wird, desto mehr Geld steht zur Verfügung und desto weniger Entlassungen von gut bezahlten Profis sind nötig.

NFL und NFLPA müssen zurück an Verhandlungstisch

Weder die Liga noch die NFLPA äußerten sich bislang zu den Spekulationen. Doch schon bald müssten beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren, den sie erst vor wenigen Monaten mit dem Abschluss des neuen Tarifvertrags verlassen haben.

So gelte es auch zu klären, welche finanziellen Folgen ein Saisonabbruch für die Spieler hätte. Sollten die Akteure beispielsweise trotz nur weniger absolvierter Partien auf die Auszahlung ihres kompletten Jahresgehalts pochen, hätten die Klubs plötzlich ein millionenschweres Problem.

Es wird also noch einiges zu klären sein, ehe die NFL in ihre 101. Saison starten kann. Die schon Monate vor dem ersten Kickoff eine denkwürdige ist.

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