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München/Chicago – Momentan fühlt es sich fast so an, als würden alle Football-Fans in Chicago nur an eines denken: und zwar an den rechten Knöchel von Khalil Mack. An dieser Körperstelle zog sich der Outside Linebacker vergangenen Sonntag gegen die Miami Dolphins eine Verletzung zu. "Wir werden ihn diese Woche genauer untersuchen", sagte Head Coach Matt Nagy.

Eine genaue Diagnose steht noch aus. In wohl keinem anderen regulären Saisonspiel wäre ein Ausfall von Mack schmerzlicher als in dem bevorstehenden. Der 27-Jährige wäre nämlich dazu prädestiniert, Tom Brady und den New England Patriots am Sonntag (ProSieben MAXX und ran.de übertragen live ab 18:30 Uhr) das Leben zur Hölle zu machen.

Quarterback-Geld für einen Pass-Rusher

Ein Raunen ging durch die gesamte NFL, als der Mack-Wechsel von den Oakland Raiders zu den Chicago Bears bekanntgegeben wurde. Es ging weniger darum, dass die Bears für ihn zwei Erstrundenpicks auf den Tisch legten, sondern vielmehr um das Gehalt. Mack unterzeichnete einen Sechs-Jahres-Vertrag über 141 Millionen Dollar – macht im Schnitt also 23,5 Millionen Dollar pro Jahr. "Oh mein Gott, das ist Quarterback-Money", war ein typisches Statement in NFL-Kreisen.

Quarterbacks kassieren normalerweise das meiste Geld, weil sie einen größeren Einfluss auf das Team haben als jeder andere Spieler. Mack beweist allerdings, dass auch ein einziger Defense-Spieler dazu in der Lage sein kann, ein gesamtes Team auf ein höheres Niveau zu heben. Es geht nicht nur um seine eigenen Statistiken, die mit fünf Sacks, 15 Tackles, vier Forced Fumbles, einer Interception und einem Touchdown beeindruckend genug sind.

Es geht ebenso darum, wie auch die Mitspieler von ihm profitieren. Defensive End Akiem Hicks beispielsweise hat den Vorteil, dass sich die gegnerischen Teams nicht mehr nur auf ihn konzentrieren können. Mit seinen drei Sacks und drei Forced Fumbles in fünf Saisonspielen bewegt er sich auf einen Karrierebestwert zu.

Ähnlich ist es bei Inside Linebacker Danny Trevathan oder der gesamten Secondary. Durch den Druck, den Mack auf den gegnerischen Quarterback ausübt, ist dieser schneller zum Passen gezwungen. Die Folge: Die Bears haben bereits zehn Interceptions gefangen und zählen somit zu den Top3 der NFL. Zum Vergleich: Vergangene Saison kamen die Bears auf acht Interceptions – und zwar in der ganzen Saison.

McDaniels: Wir müssen gegen ihn richtig gut spielen

Kein Wunder also, dass sich bei den Patriots nun der gesamte Gameplan danach ausrichtet, ob Mack am Sonntag spielen kann oder nicht. "Wenn man gegen solch ein Team spielt, muss man immer berücksichtigen, wer dein Spiel stört und negative Situationen erschaffen kann", sagte Josh McDaniels, der Offensive Coordinator der Patriots, im Bezug auf Mack und fügte hinzu. "Wir müssen gegen ihn richtig gut spielen."

Auch Patriots-Head-Coach Bill Bill Belichick äußert sich voller Respekt. "Er ist groß, stark und schnell, hat außerdem ein gutes Ballbewusstsein. Er rennt auf den Quarterback zu und spürt, ob er ihn angreifen oder ihm lieber den Ball wegschlagen soll."

Madden 19 hätte den Trade nicht akzeptiert

Während die Bears (3-2) und die Patriots (4-2) mit einer positiven Bilanz zuversichtlich auf die weitere Saison blicken, hat das Ex-Team von Mack ganz andere Probleme. Erst einen Sieg haben die Oakland Raiders nach sechs Spielen vorzuweisen. Der Mack-Trade wird Jon Gruden von vielen Kritikern übel genommen.

Als der Head Coach sich auch noch beklagte, wie schwer es sei, einen guten Pass Rusher zu finden, wurde er zum Gespött. Immerhin hatte er den vielleicht besten Pass Rusher gehen lassen. Und das mit einem Deal, der selbst im Videospiel Madden 19 als nicht akzeptabel gilt. Kein Scherz: Die KI, die die Raiders auf Madden 19 laufen ließ, lehnte den in der Realität vollzogenen Trade ab. Die Videospielversion von Jon Gruden war nach dem "Trade Interest Level" noch nicht einmal annähernd bereit, den Deal zu akzeptieren.

Gruden hingegen tat das – zur großen Freude der Chicago Bears.

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