Tradet Jon Gruden den nächsten Star? - Bildquelle: Getty ImagesTradet Jon Gruden den nächsten Star? © Getty Images

München/Oakland – Jon Gruden hat schon wieder zugeschlagen. Nach Khalil Mack musste nun auch Amari Cooper seine Koffer packen. Der Wide Receiver wurde für einen Erstrundenpick im Draft 2019 zu den Dallas Cowboys geschickt.

Jason La Confora von "CBS" zufolge möchte Gruden in Oakland seine ganz eigene Vision verwirklichen und will Spieler, die der eigentliche GM Reggie McKenzie verpflichtet hat, loswerden. Karl Joseph, Gareon Conley und Derrick Johnson sollen weitere Streichkandidaten auf Grudens Liste sein.

"Carr könnte letzter Domino-Stein sein"

Laut La Confora könnte es selbst Quarterback Derek Carr treffen. "Der letzte Domino-Stein wird Derek Carr sein. Was für einen Sinn macht es letztendlich ihn zu behalten? Ich glaube sie können einen Erstrundenpick und noch etwas mehr für ihn bekommen. Ich denke, es passiert vor der Draft-Combine in der Offseason", so der "CBS"-Reporter.

Sollten die Raiders sich wirklich voll und ganz einem Rebuild verschreiben, würde es vielleicht tatsächlich Sinn machen Carr zu traden. Gruden würde einen weiteren Draftpick bekommen, um seine Idee umzusetzen. Dazu würden sich die Raiders Carrs Gehalt sparen, und hätten jährlich durchschnittlich rund 25 Millionen Dollar mehr zur Verfügung.

 

2016 war Carr noch MVP-Kandidat

Marcus Thompson von "The Athletic" berichtet außerdem, dass manche von Carrs Teamkollegen das Vertrauen in ihren Quarterback verloren haben. Grund dafür sei unter anderem ein Video-Clip vom Spiel der Raiders gegen die Seahawks, bei dem Carr während des Spiels zu weinen scheint. Er selbst verneinte eine Spaltung im Teams auf seinem Twitter-Account.

La Confora nannte sogar ein mögliches Ziel für Carr: die New York Giants. "Die Giants wollen keinen Rebuild. Sie wollen auch nicht zugeben, dass es ein Fehler war, dieses Jahr keinen Quarterback zu draften und ihr Pick im nächsten Jahr wird ziemlich gut sein", berichtet der "CBS"-Reporter.

Die Giants suchen dringend einen Nachfolger für den alternden Eli Manning. Derek Carr könnte das Passspiel der Giants um Odell Beckham Jr. neu beleben.

2016 fast 4000 Passing Yards von Carr

Vor gar nicht allzu langer Zeit war ein Carr-Trade bei den Raiders allerdings noch undenkbar. 2016 führte der heute 25-Jährige die Raiders mit 28 Touchdowns und fast 4000 Passing Yards zum ersten Mal nach 14 Jahren in die Playoffs. Im Sommer darauf unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag über 125 Millionen Dollar. 70 Millionen Dollar sind garantiert.

Zu dieser Zeit machte ihn der Vertrag zum bestbezahlten Spieler der NFL. Carr verkündete, er wäre gern "ein Leben lang ein Raider". Seine NFL-Kollegen wählten ihn auf Platz elf der "NFL Top 100", dem Ranking der besten Spieler der jeweils abgelaufenen Saison. Nicht wenige Experten sahen ihn damals als MVP-Kandidat für die kommende Spielzeit.

Schlechter Start unter Gruden

Doch 2017 verlief nicht nach Plan für Carr und die Raiders. Der Quarterback verschlechterte sich im Vergleich zur Vorsaison fast in allen statistischen Kategorien, warf unter anderem mehr als doppelt so viele Interceptions. Oakland beendete die Saison mit einer Bilanz von 6:10. Doch der ehemalige Zweitrundenpick hatte in der Saison auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

Die Hoffnung in Oakland war, dass Carr mit dem Quarterback-Guru Jon Gruden zurück zu seiner MVP-Form findet. Bisher hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Carr bringt zwar rund 70 Prozent seiner Pässe an den Mann - Kariere-Bestwert. Er hat bisher aber auch mehr Interceptions (acht) als Touchdowns (sieben) geworfen.

Raiders-Defense zählt zu den schlechtesten der Liga

Erst einmal führte er die Raiders in dieser Saison zum Sieg. Die Misere des Teams allein an ihm festzumachen, wäre aber ungerecht. Die Defense der Raiders lässt pro Spiel 29,3 Punkte pro Spiel zu, das ist der viertschlechteste Wert der Liga.

Auch seine Offensive Line erweist sich in dieser Saison als deutlich löchriger als zuvor. In den ersten sechs Spielen wurde Carr bereits 17 Mal gesackt. 2017 ließ die O-Line in der gesamten Spielzeit nur 20 Sacks zu, 2016 sogar nur 16. Seine Receiver sind nach dem Trade von Cooper bestenfalls durchschnittlich.

Laut Gruden keine Trades mehr

Doch sollten sich die zukünftigen Las Vegas Raiders wirklich komplett einem Rebuild verschreiben, wird sein Supporting-Cast auch in den nächsten Jahren nicht berauschend sein. Gruden ließ verlauten, sein Team würde keine Trades mehr vornehmen.

Doch vergangene Woche behauptete er auch, nichts von einem möglichen Cooper-Trade zu wissen. Ein paar Tage später war der Deal durch. Vielleicht wird Carr auch erst in der Offseason getradet, doch auf lange Sicht stehen die Zeichen auf Abschied. Vielleicht wäre das ja dann auch im persönlichen Interesse von Derek Carr.

Julian Huter

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