Serge Michel (re.) kassierte in München seine erste Niederlage - Bildquelle: imago sportfotoSerge Michel (re.) kassierte in München seine erste Niederlage © imago sportfoto

München – Das deutsche Profiboxen ist 70 Jahre alt geworden. Zu den Gratulanten gehörten einige der besten Boxer, die hierzulande gewirkt haben, wie Jürgen Brähmer, Dariusz Michalczewski und die Klitschko-Brüder. Sie saßen bei der Box-Gala in München in der ersten Reihe und sahen zu, wie sich ihre Nachfolger schlugen, darunter der Traunreuter Serge Michel und die Augsburgerin Tina Rupprecht (re-live auf ranFIGHTING.de).

Im aufregenden Hauptkampf des Box-Events duellierte sich Michel mit dem Kanadier Ryan Ford um den vakanten Silver-International-Titel des WBC im Halbschwergewicht. Ford hatte im Februar im International-Titelkampf gegen den Berliner Nick Hannig die ersten fünf Runden verschlafen und ging daher von Beginn an nach vorne. Der ehemalige MMA-Kämpfer nutzte die hängende Linke von Michel aus und rüttelte ihn in den ersten beiden Runden mehrmals mit dem rechten Schwinger durch. Michel landete in der dritten Runde mit einem Tiefschlag den ersten Wirkungstreffer, aber Ford konnte nach einer kurzen Pause weitermachen.

Ab der vierten Runde punktete Michel mit geraden Schlägen, er war aber weiter für Fords Rechte offen und kassierte weitere Wirkungstreffer zum Kopf. In der siebten Runde ließ Michel erneut die Deckung hängen. Ford klingelte ihn mit einem rechten Haken an und schlug ihn dann mit einem linken Haken eiskalt K.o.

Petar Milas bleibt ungeschlagen

Das kroatische Top-Talent Petar Milas fuhr gegen den Russen Denis Bakthov seinen 14. Sieg im 14. Profikampf ein. Bakthov war erst zwei Tage zuvor eingesprungen, nachdem gleich zwei Gegner kurzfristig absagten. Daher stand bei dieser Begegnung der EM-Titel der EBU nicht – wie ursprünglich geplant – auf dem Spiel.

Milas bewegte sich deutlich flinker als Bakthov und nutzte seinen Gegner vorwiegend für Zielübungen. Ab der dritten Runde drückte Milas aufs Tempo und landete einige harte Kopftreffer mit der Geraden und dem Haken. Angezählt wurde Bakthov jedoch erst in der sechsten Runde – nachdem Milas ihn zu Boden stieß. Kurz darauf stellte Milas den Russen an den Seilen und setzte ihm mit einer Schlagsalve zu, bis die Ecke das Handtuch warf.

Tina Rupprecht verteidigt WM-Titel

Die WBC-Weltmeisterin im Minimumgewicht, Tina Rupprecht, trat gegen die Mexikanerin Maricela Quintero zu ihrer zweiten Titelverteidigung an. Wie erwartet, erwies sich Quintero als zähe und unangenehme Gegnerin, die es der Augsburgerin enorm schwer machte, in den Kampf zu finden.

Rupprecht und Quintero lieferten sich zehn Runden lang ein Duell auf Augenhöhe, aber keine der beiden konnte besondere Akzente setzen, um mehrere Durchgänge klar für sich zu entscheiden. Dementsprechend fielen auch die Wertungen der drei Punktrichter aus: 97:94 für Quintero, 95:95 Unentschieden und 98:92 Rupprecht. Dieses Unentschieden reichte Rupprecht jedoch für die Titelverteidigung.

Konrad und Walth gewinnen Internationale Deutsche Meistertitel

Der Kölner Konni Konrad feierte in München ein erfolgreiches Comeback, das er mit dem Gewinn des Internationalen Deutschen Meistertitels im Halbschwergewicht krönte. Nach dreijähriger Auszeit wies Konrad keinerlei Spuren von Ringrost auf, als er gegen den Lokalmatador Vartan "The Punch" Avetisyan um den vakanten Gürtel boxte. Avetisyan war zwar sehr aktiv, aber Konrad landete über weite Strecken die besseren Treffer. In der achten Runde schockte er Avetisyan mit zwei Niederschlägen – beim ersten Mal kam Avetisyan auf die Beine zurück, aber nach dem zweiten Mal brach der Ringrichter den Kampf ab.

Der Internationale Deutsche Meistertitel im Superfedergewicht ging an Edgar Walth aus Straubing, der mit seinem siebten Sieg im siebten Profikampf seinen ersten Gürtel gewann. Walth bestimmte den Kampf gegen den Ungarn Attila Csereklye zwei Runden lang mit seinen schnellen Schlagkombinationen und erzwang dann in der dritten Runde mit einem Leberhaken den Kampfabbruch.

Ahmatovic und Harutyunyan behalten weiße Weste

Der ungeschlagene Schwergewichtler Emir Ahmatovic aus Wetzlar fackelte nicht lange und erhöhte seine Profibilanz in einer knappen Minute auf 6-0. Er ging sofort in die Offensive und deckte den Ungarn Zoltan Csala so lange mit Schlägen ein, bis er nicht mehr weitermachen konnte.

Auch der Superleichtgewichtler Artem Harutyunyan aus Hamburg hat nun eine Profibilanz von 6-0. Er zwang den Georgier Giorgi Bliadze in der zweiten Runde erst mit einem Leberhaken und dann mit einem rechten Haken in die Knie. Nach dem zweiten Niederschlag wurde Bliadze vom Ringrichter ausgezählt.

Der Leichtgewichtler Howik "Der Löwe" Bebraham aus München erzielte seinen dritten Sieg in Folge nach dem Verlust des Inter-Continental-Titels der IBO. Dabei wurde der Serbe Milos Baltic beinahe zum Stolperstein – er erwischte Bebraham in der zweiten Runde mit heruntergelassener Deckung und schlug ihn mit einer Geraden nieder. Bebraham boxte daraufhin vorsichtiger als zuvor, sammelte aber dennoch die nötigen Punkte für den einstimmigen Punktsieg.

Event verpasst? Die komplette Veranstaltung kannst du dir re-live auf ranFIGHTING.de ansehen.

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