Sergey Kovalev (re.) will den nächsten Herausforderer in die Knie zwingen - Bildquelle: Getty ImagesSergey Kovalev (re.) will den nächsten Herausforderer in die Knie zwingen © Getty Images

München – Wie lange kann sich Sergey Kovalev (33-3-1, 28 KO) noch an der Spitze im Halbschwergewicht halten? Seit er 2013 gegen Nathan Cleverly seinen ersten Gürtel gewinnen konnte, stand Kovalev nur noch in WM-Kämpfen im Ring, fünfzehn an der Zahl.

Eine Knochenmühle sondergleichen, die Spuren beim 36-Jährigen hinterlassen hat. Der "Krusher" ist immer noch jederzeit für einen Knockout gut, doch so langsam macht sich das Alter bemerkbar.

Diese Chance will am Samstag der englische "Löwe" Anthony Yarde (18-0, 17 KO) nutzen, und den WBO-Weltmeister in Russland entthronen (am 24. August ab 18:30 Uhr live auf ranFIGHTING.de).

Kovalev hält zum dritten Mal den WBO-Gürtel

Es wäre das dritte Mal in den letzten drei Jahren, dass Kovalev seinen Gürtel wieder verlieren würde. Der Russe hatte nach seinem ersten Titelgewinn eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und sich gegen Bernard Hopkins zwei weitere WM-Titel gesichert, die er in der Folge mehrfach verteidigte. Erst Andre Ward konnte ihn schließlich stoppen.

Nachdem der unbesiegte Olympiasieger im ersten Duell kontrovers nach Punkten gewann, wurde Kovalev im Rückkampf in der achten Runde aus dem Kampf genommen, nachdem er sich aus dem Ring gelehnt hatte. Eine erneute Kontroverse, doch zu einem dritten Kampf kam es nicht mehr, da sich Ward ungeschlagen vom Kampfsport zurückzog.

Stattdessen sicherte sich Kovalev fünf Monate später erneut den WBO-Titel in einem Duell mit Vyacheslav Shabranskyy, vier Monate später verteidigte er den Titel gegen Igor Mikhalkin, bevor er ein weiteres Mal in die Knie gezwungen wurde.

Der Kolumbianer Eleider Alvarez nutzte Kovalevs Konditionsschwäche aus, machte den Russen müde und schlug dann zu. Eine Rechte, dann ein Uppercut und zum Schluss eine Links-Rechts-Kombination schickten Kovalev drei Mal in der siebten Runde auf die Bretter für die erste klare K.o.-Niederlage des Champions.

Kovalev will den Canelo-Kampf

Zwar konnte sich Kovalev im Rückkampf einen klaren Punktsieg sichern, doch die Kämpfe gegen Alvarez haben Zweifel gesät. Der "Krusher" besitzt immer noch die Technik und Power, um jeden Gegner K.o. zu schlagen, doch scheint er mit jedem Kampf schneller müde zu werden.

Der 36-Jährige weiß, dass er nicht mehr viele Kämpfe in sich hat und will auf der Zielgeraden noch einmal richtig durchstarten, seinen Titel verteidigen und sich danach einen Kampf gegen den mexikanischen Superstar "Canelo" Alvarez sichern. Daher darf ihm in Chelyabinsk kein Fehler unterlaufen, doch Kovalev ist siegessicher.

"Dieser Kampf ist sehr wichtig für meine Karriere", sagte Kovalev. "Ich darf meinen Gegner nicht unterschätzen. Ich muss ihm eine Lektion erteilen und das kleine Löwenjunge an die Hand nehmen, damit es nicht verloren geht."

Yarde verzichtet auf Sparring

Ihm gegenüber steht der 28-jährige Anthony Yarde. Ein unbesiegter Engländer mit großer Power, Schnelligkeit, Athletik und viel Können. Bisher konnte ihn noch kein Boxer besiegen, 17 gingen K.o., keiner hielt länger als die siebte Runde durch.

Zwar ist der Sprung zu einem Weltklasseboxer wie Kovalev groß, doch davon lässt sich Yarde nicht beeindrucken. Der "Löwe" konzentriert sich nur auf sich und seine unkonventionelle Herangehensweise, die er auch nicht für seinen ersten WM-Kampf ändern will.

Denn Yarde verzichtet komplett auf Sparringseinheiten. Wenn jemand mit ihm im Training im Ring steht, ist es nur Trainer Tunde Ajayi, der sich mit ihm auf den nächsten Kampf vorbereitet. "Wie wird ein Boxer fitter, wenn er hart am Kopf getroffen wird oder jemand anderen hart ins Gesicht schlägt?", regt der Coach zum Nachdenken an.

Yarde: Alles für den Knockout

Der 28-Jährige ist sich bewusst, dass seine Herangehensweise nicht gerade typisch für einen Profi-Boxer ist, doch das ist für ihn nichts Neues. Schon als Amateur vertraute er auf seinen Instinkt und schlug die Hinweise mancher Trainer in den Wind. Seine Idole sind bis heute Muhammad Ali, Mike Tyson und Floyd Mayweather.

"Sie haben sich geweigert, konventionell zu boxen", sagte Yarde. "Man hat mir als Amateur gesagt, ich soll mehr vorne auf den Ballen stehen, aber ich habe mich geweigert. Ich wollte Knockouts und habe elf meiner zwölf Gegner gestoppt, bevor ich Profi wurde."

Auch bei der WM-Chance geht es nur um ihn selbst. Yarde sagte bereits, dass er Kovalev nicht studiert habe, gewinnen wird er trotzdem. "Ich weiß, dass ich den Knockout schaffen werde", sagte Yarde. "Kovalev ist mir egal. Ich will nicht sein Freund sein oder ihn bewundern. Es geht nicht um ihn, es geht jetzt um mich."

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