"MoAuba" ist der erste deutsche FIFA-Weltmeister. - Bildquelle: twitter/Official_STYLO"MoAuba" ist der erste deutsche FIFA-Weltmeister. © twitter/Official_STYLO

München - Am 4. August war das virtuelle Fußball-Sommermärchen perfekt. Mohammed "MoAuba" Harkous, FIFA Spieler bei Werder eSports, ist FIFA 19 Weltmeister und damit der erste Deutsche auf dem offiziellen Weltmeister-Thron. Vor allem sein Halbfinale mit Last-Minute-Ausgleich, Verlängerung und Elfmeterschießen hat das Nervenkostüm der Zuschauer belastet.

Doch einer behielt immer einen kühlen Kopf: Matthias "Stylo" Hietsch, der Profi-Spieler vom Focus Clan und Weltmeister-Coach von "MoAuba". Er war die entscheidende Veränderung vor dem Finalturnier, denn bis dahin verzichtete "MoAuba" immer auf einen Coach. Zusammen holten sie nun im ersten Anlauf den Titel. Wir haben Stylo für ein Interview gewinnen können und ihn ausführlich zu den hitzigen Partien an "MoAubas" Seite befragt.

ran.de: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem WM-Titel. Wie wichtig hast du deine eigene Rolle als Coach vor dem Finale eingeschätzt?

Stylo: Dankeschön! Ich wurde vor dem Finale von Mo gefragt, ob ich ihn als Coach begleiten soll. Das hat mich sehr gewundert, weil er eigentlich nichts von Coaching hält. Ich habe dann zugesagt, weil ich mir gedacht habe, dass es wohl keinen Esportler in Deutschland gibt, der ihn besser kennt als ich. Wir sind privat befreundet und haben gemeinsam mehr trainiert als mit irgendjemand sonst. Wenn einer Mo helfen kann, dann bin ich das, und meine Frau meinte ebenfalls: Du musst mit, wenn er dich fragt.

ran.de: Wie habt ihr euch auf "MoAubas" Angstgegner Nicolas99FC mental vorbereitet?

Stylo: Unser erstes Spiel gegen Nicolas war bereits in der Gruppenphase. Natürlich wollten wir unseren größten Konkurrenten hier bereits aus dem Turnier werfen. Da hat Mo leider gegen ihn verloren, weil er mit einer Formation gespielt hat, mit der er dachte, besser gegen Nicolas anzukommen. Ich glaube, dass dieses Spiel sehr wichtig für das spätere PS4 Finalspiel war. Wir haben nämlich erkannt, dass wir nicht auf eine spezielle Formation setzen sollten, gegen die der Gegner nicht gut spielen kann, sondern auf die Aufstellung setzen müssen, mit der MoAuba am besten spielen kann. Mental habe ich ihn auf das Spiel vorbereitet, indem ich ihm immer wieder gesagt habe: 'Wenn nicht jetzt, wann dann? Irgendwann muss der Zeitpunkt kommen, an dem du gegen ihn gewinnst.' Als Vorbereitung haben wir uns ein paar Spielszenen von Nicolas angesehen und haben gemerkt, dass er beim 1 gegen 1 zu 99% in die lange Ecke schießt. Da erinnert man sich gleich an die 120. Minute der Verlängerung, wo MoAuba den Torhüter Richtung langes Eck verschoben und den Schuss gehalten hat. Wäre der reingegangen, hätten wir heimfahren können.

ran.de: Was hast du "MoAuba" im PS4 Finale, in dem er 5:2 vorne lag, nach dem Ausgleich kurz vor Schluss gesagt, um ihn zu pushen?

Greift 2020 als Spieler bei der WM an

Stylo: Ich habe ihm gesagt, dass er weitermachen muss. Er war 180 Minuten lang der bessere Spieler. Für Mo war das Spiel quasi vorbei und ich habe ihm gesagt, dass es nicht vorbei ist, sondern nur 5:5 steht und er 30 Minuten Zeit hat wieder in Führung zu gehen. Später hat es dann im Elfmeterschießen geklappt.

ran.de: Wie habt ihr euch nach dem Abpfiff gefühlt?

Stylo: Das kann man nicht beschreiben. Absolute Glücksgefühle.

ran.de: Wirst du in FIFA 20 als Weltmeister-Coach in die Titelverteidigung gehen oder wirst du der WM-Titel-Herausforderer?

Stylo: Diese Frage wurde mir direkt nach der Meisterschaft gestellt und ich kann nur sagen, dass ich mega heiß bin und definitiv als Spieler angreifen werde.

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