München – Der Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle ist bekannt – seit Jahren. Der FC Bayern steht an der Spitze und der Zweite (derzeit Borussia Dortmund) hat bereits einen deutlichen Rückstand.

Sechs Zähler sind es aktuell und die deutlich bessere Tordifferenz macht daraus quasi einen Sieben-Punkte-Vorsprung für den Rekordmeister.

Die Bayern stürmen ihrem zehnten Meisterschaftstitel in Folge entgegen. Die Frage, die sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) also stellen muss: Wie machen wir die Liga wieder spannend?

Michael Reschke, von 2014 bis 2017 technischer Direktor beim FC Bayern, hat jetzt in der ran Bundesliga-Webshow seinen Vorschlag, Playoffs einzuführen, erneuert. Im weitesten Sinne könnte die NFL ein Vorbild für den deutschen Fußball sein.

So könnte die Bundesliga der Zukunft aussehen:

Reschke, der mittlerweile als Spielerberater tätig ist, will keinen aufgeblähten Modus. Die Belastung für die Spieler soll überschaubar bleiben.

"Jedes zweite Jahr – also in den Nicht-WM- und Nicht-EM-Jahren – beenden wir die Saison mit einem Playoff. Das Ganze in einer kurzen, knackigen Form. Der Erste spielt ein Halbfinale gegen den Vierten und hat selbstverständlich Heimrecht. Der Zweite spielt gegen den Dritten und dann gibt es ein Finale", sagt Reschke in der ran Bundesliga-Webshow.

Das bessere Team bekommt Heimrecht

Das Heimrecht für den Sieger der Division. Das klingt schon sehr nach NFL. Doch der von Reschke angedachte Modus pickt sich auch bei anderen Sportarten und Wettbewerben die vermeintlichen besten Ansätze heraus.

Ein solches Kurzturnier sei innerhalb von acht bis zehn Tagen durchführbar. Dem 64-Jährigen schwebt also keinesfalls ein Best-of-Seven-Modus wie in der NBA oder NHL vor. Seine Vorstellung geht eher in Richtung eines Final-Four-Turniers, wie man es aus der UEFA Nations League kennt.

Reschke wagt einen Blick in die Zukunft: "Wir hätten in der Bundesliga bis zum 34. Spieltag riesige Spannung, weil ja auch der vierte Platz noch umkämpft sein wird. Kann ja sein, dass am letzten Spieltag noch sechs Vereine die Möglichkeit haben, unter die ersten vier zu kommen und dann sogar noch Meister werden können".

Dass sich die Münchner damit um den Lohn ihrer Arbeit im - wie es einst der damalige Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete - "Brot-und-Butter-Geschäft" gebracht sehen könnten, sieht Reschke gelassen: "Für sie ändert sich nur eins: Du hast jedes zweite Jahr am Ende der Saison nochmal richtig Spannung. Du hast auch nochmal Antrieb und zwei richtig geile, interessante Spiele. Für die Spieler und den Verein ist es doch auch klasse, ein Finale zu gewinnen und Deutscher Meister zu werden."

Das Gesamtprodukt Bundesliga steht auf dem Spiel

Wichtiger ist Reschke die Spannung für das Gesamtprodukt Bundesliga. Und viele Fans dürften ihm Recht geben. Denn selbst in Schottland oder Italien ist der Meisterkampf mittlerweile wieder offener als in Deutschland.

"Was würde passieren?", fragt Reschke und gibt die Antwort selbst: "In den normalen Spielzeiten würde Bayern München fünf Mal Deutscher Meister und in den anderen fünf Jahren vielleicht nur drei oder vier Mal. In zehn Jahren, werden sie dann vielleicht nur acht Mal Meister. Vielleicht aber auch zehn Mal – dafür aber dann mit einer interessanten finalen Offensive am Ende der Saison."

Der FC Bayern München wird weiterhin dominieren

Die Aussichten für die Fußball-Fans, die nicht dem FC Bayern die Daumen drücken, sind aktuell eher düster. Das sieht auch Michael Reschke so: "Die Bayern werden – wenn alles normal läuft – in diesem Jahr wieder Deutscher Meister. Und ich wage eine Prognose: Die werden auch die nächsten Jahre Meister werden."

Das würde man bei der DFL vermutlich – zumindest öffentlich – nicht bestätigen. Fakt ist aber: Der Vorsprung der englischen Premier League in der internationalen Vermarktung liegt auch in der Vielzahl von Meister-fähigen Teams begründet. In den neun Saisons, die in Deutschland vom FC Bayern beherrscht wurden, sahen die Anhänger auf der Insel fünf unterschiedliche Champions.

"Ich finde das reizvoll für die Liga und den Wettbewerb. Ansonsten: Herzlichen Glückwünsch, Bayern München!", sagt Reschke und ergänzt: "Ihr werdet belohnt für eine herausragende, tolle und jahrelang erfolgreiche Arbeit – keine Frage. Aber eines ist klar: Der Vorsprung, den Bayern München wirtschaftlich hat, kann ansatzweise nur Borussia Dortmund verkürzen. Die Bayern haben ein starkes Team, eine starke sportliche Führung, einen überragenden Trainer, einen überragenden Trainerstab, sie haben die besten Spieler. Da wird nicht viel passieren. Der Spannungsgrad wird beim aktuellen Modus überschaubar bleiben."

Michael Reschke wurde bereits von Uli Hoeneß abgewatscht

Man muss Reschke, der nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für Leverkusen, Stuttgart und Schalke in führender Management-Position tätig war, für seinen erneuten Vorstoß fast bewundern.

Als er 2018 erstmals die Playoff-Idee zur Diskussion stellte, attackierte ihn Bayern-Patriarch Uli Hoeneß daraufhin auf der mittlerweile legendären "Krawall-Pressekonferenz" scharf und nannte ihn ironisch den "schlauen Herrn Reschke".

Der 64-Jährige wehrte sich damals cool mit den Worten "Schlau zu sein ist nicht das Schlechteste" und appelliert mittlerweile an den Großmut des FC Bayern: "Ich glaube, wenn man zehnmal hintereinander Meister geworden ist, kommt vielleicht der Punkt, an dem man sagt: 'Wir riskieren es mal, dass wir die nächsten zehn Jahre nur achtmal Meister werden…'".

Der Bundesliga als Ganzes täte es ohne Zweifel gut.

Stefan Kumberger

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Nächste Bundesliga-Spiele: Wer ist Favorit?

Wer überträgt die Bundesliga 2022/23 live?

In der Bundesliga-Saison 2022/2023 gelten die gleichen Übertragungsrechte wie in der Vorsaison.

Bundesliga im Free TV bei SAT.1
Auch in der Saison 2022/23 zeigt ran insgesamt neun Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga live in SAT.1 und im Livestream. Alle Tore, Ergebnisse und Tabellen gibt es auf ran.de in Echtzeit. Neben der Konferenz aller Spiele sind auch alle Einzelspiele im Liveticker abrufbar.

Bundesliga bei Sky
Sky ist und bleibt der größte Übertragungspartner der Deutschen Fußball Liga. Der Pay-TV-Sender hält die Rechte für alle Spiele am Samstag sowie für die Spiele der englischen Wochen, die dienstags und mittwochs stattfinden. Auch die Konferenz bleibt im Sky-Programm erhalten.

Bundesliga beim Streaming Dienst DAZN
Jedes Freitags- und Sonntagsspiel der Saison läuft exklusiv auf DAZN. Freitags immer um 20.30 Uhr, sonntags an bis zu drei Anstoßzeiten um 15:30 Uhr, 17:30 Uhr und 19:30 Uhr.

Bundesliga bei der ARD
ARD ist mit der Sportschau am Samstagabend ab 18:30 Uhr mit der Bundesliga am Start und zeigt die Zusammenfassungen und Highlights aller Spiele der Bundesliga und der Samstagsspiele der 2. Bundesliga. Am Sonntag ab 21:15 Uhr dürfen die ARD und ihre Regionalsender die Highlights / Zusammenfassungen der bis zu drei Sonntagsspiele im frei empfangbaren Fernsehen präsentieren

Bundesliga beim ZDF
Am späten Samstagabend, zwischen 21:45 und 24:00 Uhr, gibt es im ZDF die Nachberichterstattungen der Spieltage der 1. und 2. Liga sowie die Erstverwertung der Highlights des Abend Bundesliga-Topspiels im TV.


Wann findet die Bundesliga-Relegation 2023 statt?

Wenn am 27. Mai 2023 die Bundesliga-Saison beendet wird, steht auch fest, wer in der Relegation ran muss. Ausgetragen wird die Relegation am 1. und 5. Juni - live in SAT.1 und auf ran.de.

Die Termine für die Relegation im Überblick:

  • 1. Juni 2023 - Relegation Bundesliga Hinspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 2. Juni 2023 - Relegation 2. Bundesliga Hinspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 5. Juni 2023 - Relegation Bundesliga Rückspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn
  • 6. Juni 2023 - Relegation 2. Bundesliga Rückspiel - live in SAT.1 und auf ran.de, Joyn

Wann endet die Bundesliga-Saison 2022/23?

Die Bundesliga-Saison 2022/23 endet am 27. Mai 2023 mit dem 34. Spieltag. Spätestens hier wird entschieden, wer Meister wird, wer absteigt und wer in die Relegation muss.


Wie sind die Anstoßzeiten in der Bundesliga-Saison 2022/23?

In der Bundesliga-Saison 2022/23 wird es einige Änderungen bei den Anstoßzeiten geben. Das späte Sonntagsspiel wird nicht um 18 Uhr, sondern um 17:30 angepfiffen. Zudem wird es zehn Spiele am Sonntag um 19:30 Uhr geben. Die Montagsspiele fallen dagegen weg. Die Freitagsspiele finden wie gewohnt um 20:30 Uhr statt und auch am Samstag werden die Partien wie gewohnt um 15:30 Uhr und um 18:30 Uhr angepfiffen.


Die nächsten Spiele & Termine

Bundesliga 2022 / 2023

Topspiele 15. Spieltag

Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB15104149:133634
2SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1593325:17830
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1584330:21928
4Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1583432:24827
51. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1583424:20427
6Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1581625:21425
7VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1565424:20423
8Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG1564528:24422
9Werder BremenWerder BremenWerderSVW1563625:27-221
101. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051554619:24-519
111899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1553722:22018
12Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041553725:26-118
131. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1545621:29-817
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1543818:26-815
15Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1535719:22-314
16VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB1535718:27-914
17VfL BochumVfL BochumBochumBOC15411014:36-2213
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0415231013:32-199
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