Will mit seiner Borussia aus Mönchengladbach nach dem Auswärtserfolg in Main... - Bildquelle: 2019 Getty ImagesWill mit seiner Borussia aus Mönchengladbach nach dem Auswärtserfolg in Mainz wieder konstant zurück auf die Erfolgsspur: der Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer © 2019 Getty Images

ran.de: Yann Sommer, was war Ihr erster Gedanke, als beim 1:0-Auswärtssieg beim 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Samstag der Schlusspfiff ertönt war und Sie nach zuvor zwölf Gegentoren in vier Bundesliga-Spielen endlich mal wieder Ihren Kasten sauber halten konnten? 

Yann Sommer: "Dass wir ohne Gegentor geblieben sind, ist natürlich schön. Aber ich habe mich vor allem für uns als Mannschaft gefreut, dass wir nach zuvor vier nicht wirklich schlechten, aber eben auch nicht sonderlich erfolgreichen Partien endlich mal wieder drei Punkte geholt haben. Denn es ist doch klar, dass zwölf Gegentore und nur ein Zähler aus vier Spielen nicht unser Anspruch sind." 

ran.de: Manche Ihrer Teamkollegen sprachen nach dem Spiel in Mainz von einem "dreckigen Sieg". Wie bewerten Sie persönlich diesen Auswärtserfolg? 

Sommer: "Ich sehe das ähnlich. Es war mit Sicherheit nicht unser bestes Spiel. Wir hatten zwar eine sehr gute Anfangsphase mit einer Großchance, die der Mainzer Keeper Müller stark parierte, aber danach haben wir dem Gegner zu viele Räume angeboten und nicht die nötige Ruhe im Ballbesitz gehabt. Dadurch kam Mainz zu einigen Torabschlüssen, wenn auch nur aus der Distanz. Das können wir alle gemeinsam sicher besser verteidigen. Von daher war der Erfolg sicher dreckig, aber trotzdem schön." 

ran.de: Wie erklären Sie sich die Mini-Krise mit nur einem Punkt und 2:12-Toren aus den vier Partien vor dem Mainz-Spiel? 

Sommer: "Ich würde sagen, dass uns diese vier Spiele mal wieder gezeigt haben, wie die Bundesliga tickt. Wir waren gegen Berlin und Wolfsburg jeweils richtig gut im Spiel, hatten viele Torchancen, aber der Treffer wollte für uns einfach nicht fallen. So etwas rächt sich dann ganz schnell und auf einmal geht der Gegner in Führung. In der Bundesliga kommt es eben oftmals auf Kleinigkeiten an und wir haben uns von den überraschenden Rückständen gegen die 'Wölfe' und Hertha BSC jedes Mal aus der Bahn werfen lassen. Das darf und sollte uns in dieser Form als Mannschaft nicht passieren." 

ran.de: Sie sind ja leidenschaftlicher Hobby-Koch. Welche Zutaten haben der Borussia in den Spielen gegen Hertha BSC (0:3), Eintracht Frankfurt (1:1), den VfL Wolfsburg (0:3) und vor allem den FC Bayern (1:5) aus Ihrer Sicht gefehlt? 

Sommer: "Vielleicht die Schärfe (lacht). Wobei solche Ergebnisse manchmal nur sehr schwer zu erklären sind. Es ist aus meiner Sicht normal, dass man während einer kompletten Saison auch mal eine schlechte Phase hat. Genau dann muss man als Team aber Moral und Stärke zeigen. Da ist uns mit dem Sieg in Mainz ein guter Anfang gelungen." 

ran.de: Inwieweit kamen da bei Ihnen innerlich schon wieder Gedanken an die Rückrunde der vergangenen Saison hoch, als bei der "Fohlenelf" gar nichts mehr zusammen lief und man die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben verspielte? 

Sommer: "Darüber habe ich ehrlich gesagt nicht eine einzige Sekunde nachgedacht. Bei mir ist es so, dass ich mir direkt nach einer abgelaufenen Saison meine Gedanken mache, was gut und was schlecht lief, und sie dann komplett abhake. Es macht auch überhaupt keinen Sinn zurückzuschauen. Wir haben jetzt ein ganz anderes Team, eine neue Situation. Aus diesem Grund schaue ich lieber nach vorne." 

ran.de: Wenn die Hinrunde der Borussia "Rock’n’Roll" war, wie würden Sie als Musikkenner und -liebhaber die bisherige Rückrunde der "Fohlenelf" bezeichnen? 

Sommer: "Ich finde, dass in unserer kompletten bisherigen Saison eine ordentliche Portion Rock’n’Roll drin steckt. Wir sind ja mit drei Siegen in Serie auch sehr gut in die Rückrunde gestartet. Wenn ich alleine an den Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen zum Auftakt der Rückserie denke. Ich sehe uns also trotz allem voll auf Kurs. Allerdings wissen wir natürlich, was in den letzten neuen Ligaspielen noch alles auf dem Spiel steht. Um hier erfolgreich zu sein, müssen wir als Mannschaft wieder härter verteidigen und zielstrebiger nach vorne spielen." 

ran.de: Wird in solchen Phasen in der Kabine dann auch mal Klartext gesprochen? Wie muss man sich das vorstellen? 

Sommer: "Im Prinzip ist das doch wie bei einem Unternehmen, bei dem die Zahlen nicht mehr stimmen. Da wird sich dann auch zusammengesetzt und darüber beraten, was in Zukunft besser laufen muss, um die Firma wieder nach vorne zu bringen. Bei uns als Mannschaft ist das ähnlich, nur, dass es um Punkte geht. Wir haben uns auch intensiv zusammengesetzt und besprochen, was wir wieder besser machen müssen. Natürlich wurde sich dabei auch mal die eine oder andere Szene aus einem Spiel nochmal auf Video angeschaut. Das alles läuft zumeist in einer ruhigen Atmosphäre ab. Aber natürlich kann es in der Kabine auch mal richtig laut werden, vor allem nach unnötigen Niederlagen. Das finde ich aber absolut okay, denn Emotionen gehören zum Sport und vor allem Fußball dazu." 

ran.de: Welche Rolle nehmen Sie da als Führungsspieler ein? Sehen Sie sich dann auch in der Pflicht, den Finger mal in die Wunde zu legen? 

Sommer: "Ja klar! Gerade die erfahrenen Spieler kennen solche Situationen und können das einordnen. Daher ist es ihre Aufgabe den jungen Spielern zu helfen - auf und neben dem Rasen. Dazu gehört auch, Dinge intern klar und deutlich anzusprechen." 

ran.de: Sie sagten nach dem 0:3 zu Hause gegen Hertha BSC, dass sich die Mannschaft von dieser Pleite nicht vom Weg abbringen lasse – und dann folgten ein Unentschieden und zwei weitere Niederlagen ... 

Sommer: "Wir haben in all diesen Spielen, Frankfurt mal ausgenommen, einfach nicht gut genug verteidigt. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht vergessen, dass das nicht irgendwelche Mannschaften sind, gegen die wir da gespielt haben. Da kann es eben schon mal passieren, dass du als Verlierer vom Platz gehst, wenn du nicht die beste Tagesform hast." 

ran.de: Hat die Mannschaft nach den vorherigen Erfolgen diese vier Spiele vielleicht zu leicht genommen? 

Sommer: "Auf gar keinen Fall. Ich kann für uns alle klar und deutlich sagen, dass wir keinen Gegner unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen. So tickt diese Mannschaft einfach nicht. Aber klar ist auch, dass diese Phase schnell verlassen und wir wieder auf die Siegerstraße zurückkehren mussten. Der Erfolg in Mainz war diesbezüglich schon mal ein Schritt in die richtige Richtung." 

ran.de: War der "dreckige Sieg" in Mainz jetzt also wieder die Wende zum Guten? 

Sommer: "Es war zunächst einmal ein sehr wichtiger Sieg. Das heißt jetzt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen dürfen. Im Gegenteil. Am Freitag wartet auf uns mit dem SC Freiburg im heimischen Borussia-Park die nächste große Challenge. Wir dürfen also im Vergleich zu Mainz kein bisschen nachlassen, sondern müssen eher noch ein bisschen zulegen." 

ran.de: Die Fans in Gladbach träumen von der Champions League in der kommenden Saison. Und die Mannschaft? Welches Ziel haben Sie und Ihre Teamkollegen sich gesetzt? 

Sommer: "Ich weiß, dass das vielleicht ein wenig abgedroschen klingen mag, aber wir haben uns bereits vor dieser Spielzeit das klare Ziel gesetzt, eine durchweg gute und konstante Saison zu spielen. Denn genau das ist uns in den vergangenen zwei Jahren nicht gelungen. Natürlich hatte das auch Gründe. Wir hatten beispielsweise viele Verletzte wodurch der Kader nicht so breit aufgestellt war, der Konkurrenzkampf also nicht so groß wie etwa in diesem Jahr. Wir sind Sportler und haben natürlich den Ehrgeiz die gute Ausgangslage in die wir uns gebracht haben, zu verteidigen. Aber diese Ziele erreichen wir nicht indem wir darüber reden. Wir müssen uns auf das Hier und Jetzt besinnen und uns immer auf das nächste Spiel konzentrieren." 

ran.de: Wie schätzen Sie die Konkurrenz im die Champions-League-Plätze ein? Vor allem Eintracht Frankfurt marschiert aktuell durch die Liga und man irgendwie nicht das Gefühl, dass dieses Team noch ein Spiel verlieren könnte. Spüren sie als Mannschaft deren Atem schon im Nacken? 

Sommer: "Wir beobachten das. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich hat die Eintracht ein tolles Team und spielt sowohl in der Bundesliga als auch der Europa League im Moment groß auf. Aber wir tun gut daran, nur auf uns zu schauen." 

ran.de: Wie schätzen Sie das eigene Restprogramm für das Unternehmen "Königsklasse" ein? 

Sommer: "Das spielt für mich keine Rolle. Denn es bringt aus meiner Sicht überhaupt nichts, zu schauen, welche Mannschaft welches Restprogramm hat. Da kann einfach zu viel passieren. Wir sind auch mit der Überzeugung ins Spiel gegen Hertha BSC gegangen die Punkte zuhause zu behalten, doch es kam am Ende ganz anders. Von daher schaue ich lieber nur von Woche zu Woche." 

ran.de: Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft im Endspurt der Bundesliga und wo wird die "Fohlenelf" aus Ihrer Sicht am Ende landen? 

Sommer: "Wir müssen einfach wieder in die eigene Stärke vertrauen, befreit aufspielen, wie wir es in dieser Saison schon so oft gemacht haben und die Gegner während den Spielen vor schwierige Aufgaben stellen. Dann kommt der Erfolg schon von ganz alleine. Aber ich persönlich will gar nicht so weit nach vorne schauen oder einen bestimmten Tabellenplatz als Ziel nennen, sondern lieber im Moment gut sein. Wir müssen einfach absolut bereit für diese letzten neun Spiele sein. Das ist es, was für mich jetzt zählt!"

Das Interview führte: Dominik Hechler

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