Der BVB siegt gegen Lotte - nun warten die Bayern. - Bildquelle: 2017 Getty ImagesDer BVB siegt gegen Lotte - nun warten die Bayern. © 2017 Getty Images

Osnabrück - Der BVB gewann das Viertelfinal-Nachholspiel im Ausweichstadion von Osnabrück nach ganz schwacher erster Halbzeit letztlich verdient mit 3:0 (0:0). Am 25. oder 26. April kann der BVB mit einem Triumph beim FC Bayern als erste Mannschaft zum vierten Mal in Folge das Endspiel erreichen.

Das erlösende Dortmunder Tor von Christian Pulisic (57.) beendete das Lotter Pokalmärchen mit einem Schlag. Der Drittliga-Aufsteiger hatte 1860 München, Bayer Leverkusen und Werder Bremen aus dem Wettbewerb geworfen, die vierte Sensation blieb aus: Der BVB war vor 15.780 Zuschauern eine Nummer zu groß. Spätestens mit dem 2:0 von Weltmeister Andre Schürrle (66.) war das Duell entschieden. Kapitän Marcel Schmelzer schraubte das Ergebnis mit einem fulminanten Freistoß (83.) weiter in die Höhe.

Tuchel: "Am Ende verdient gewonnen"

"Es ist gekommen, wie wir es erwartet haben, gerade in den ersten Minuten. Wir wollten uns nicht beeindrucken lassen und seriös spielen, das haben wir geschafft und am Ende verdient gewonnen", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel in der ARD. Mittelfeldspieler Gonzalo Castro ergänzte: "Schöner könnte es nicht sein. Mund abputzen, jetzt das Halbfinale gegen Bayern."

Die Borussia war überraschend ohne Pierre-Emerick Aubameyang angetreten, der wegen Adduktorenproblemen nicht im 18er-Kader von Tuchel stand. Für den besten Bundesliga-Schützen (21 Treffer) stürmte Schürrle. Nationalspieler Julian Weigl fehlte ebenfalls mit Adduktorenbeschwerden, Matthias Ginter ersetzte in der Innenverteidigung den gesperrten Abwehrchef Sokratis. Der schwedische Winterzugang Alexander Isak feierte mit seiner Einwechslung nach 86 Minuten sein BVB-Debüt.

Lotte mit mutigem Auftritt

Lotte ging mutig und schwungvoll in das größte Spiel seiner Vereinsgeschichte. Es dauerte 63 Sekunden bis zur ersten Lotter Großchance: Der beeindruckend robuste Bernd Rosinger schaffte es, BVB-Torwart Roman Bürki zu umspielen, sein Pass in die Mitte fand jedoch keinen Abnehmer. Zwei Minuten später erzielte Schürrle auf der Gegenseite ein Abseitstor, Bürki musste gegen Tim Wendel retten (11.).

Die Bedingungen waren nach der kurzfristigen Absage Ende Februar diesmal angenehm. "Wir haben den Rasen aus unserem Stadion mitgebracht", rief der Sportfreunde-Stadionsprecher den Fans zu - aber das war selbstverständlich ein Scherz. Der Rasen im Osnabrücker Stadion an der Bremer Brücke war nicht im besten, aber doch in einem ordentlichen Zustand: kein Vergleich mit dem Matschsumpf in Lotte vor drei Wochen.

BVB nach der Pause druckvoller

Die Sportfreunde zeigten, wie ein Außenseiter ein Pokalspiel angehen muss: Laufstark, hart am Mann und nach Ballgewinn blitzschnell nach vorn spielte der Drittligist, der einige Schwächen in der Dortmunder Defensive aufdeckte. Da dem BVB offensiv die Präzision fehlte - beispielsweise bei Schüsssen von Gonzalo Castro und Raphael Guerreiro -, entstand ein Spiel auf Augenhöhe, was nicht im Sinne des hohen Favoriten sein konnte. Besonders Schürrle spielte die durchaus ansehnlichen Angriffe selten effektiv aus.

Nach der Pause drückte der BVB heftig auf den Sieg. Gegen einen Kopfball Ginters (50.) rettete Matthias Rahn noch in höchster Not - doch dann musste der tapfere Underdog sich geschlagen geben, als Ousmane Dembele zu einem Sololauf ansetzte. Andre Dej gab die Verfolgung des pfeilschnellen Franzosen im Mittelfeld nach 20 Metern auf, Dembele setzte dann Pulisic ein, der Torhüter Benedikt Fernandez tunnelte. Schürrle entschied das nun einseitige Spiel mit einem Volleyschuss aus kurzer Distanz.

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