Er ist mit acht Toren in acht Spielen Gladbachs Europa-Torjäger Nummer eins:... - Bildquelle: ImagoEr ist mit acht Toren in acht Spielen Gladbachs Europa-Torjäger Nummer eins: Branimir Hrgota © Imago

Mönchengladbach – Es läuft die 64. Minute im Borussia-Park. Branimir Hrgota nimmt einen Pass von Granit Xhaka auf und marschiert alleine auf den Torhüter des FC Zürich zu.

David da Costa eilt aus seinem Kasten, macht sich vor Hrgota ganz breit – und der 21-jährige Gladbacher lupft den Ball rotzfrech einfach aus dem Fußgelenk über den Schweizer Keeper hinweg in die Maschen. Ein super Tor. Und alle Fans von Borussia Mönchengladbach so: Döpdöpdöpdöp.

"Euro-Branne" schießt Gladbach weiter

Es war der Treffer zum 3:0-Endstand im letzten Gruppenspiel der Borussia in der Europa League gegen den FC Zürich. Ein Sieg, der gleichzeitig auch den Gruppensieg für die "Fohlenelf" bedeutete. Die Europa-Reise der Gladbacher geht also weiter – auch und vor allem dank "Euro-Branne".

Denn der Schwede erzielte in der Europa League von den Play-Offs gegen Sarajevo an bis zum Ende der Gruppenphase gegen Zürich in acht Spielen acht Treffer und bereitete zudem zwei Tore vor. Eine überragende Quote. Auch im DFB-Pokal war "Branne", wie er in Gladbacher Mannschaftskreisen genannt wird, in zwei Partien zwei Mal erfolgreich. Hrgota, der Torjäger vom Dienst – mag man meinen.

In der Bundesliga nur Joker

Doch nicht ganz: In der Bundesliga verzichtet Borussen-Coach Lucien Favre zumeist auf die Dienste Hrgotas, der als einer seiner Lieblingsspieler gilt. Dort dürfen Max Kruse und der Brasilianer Raffael auf dem Rasen wirbeln.

 

Für den zurückhaltenden Schweden, der am 4. September dieses Jahres an der Seite von Zlatan Ibrahimovic sogar für seine Nationalmannschaft debütierte, überhaupt kein Problem: "Wir haben in der Bundesliga nur drei Niederlagen kassiert. Und wenn es gut läuft in der Mannschaft, kann man nichts sagen. Der Trainer macht einen überragenden Job", sagte Hrgota nach seiner Euro-Gala gegen Zürich.

Hrgotas Marktwert ist deutlich gestiegen

In seiner Joker-Rolle konnte der 21-Jährige in der Liga bislang auch noch nicht so richtig überzeugen. Bei acht Einwechselungen hat er "nur" eine Torvorlage auf dem Konto. Dennoch glaubt Favre an das große Potenzial seines Jung-Stürmers, der im Juli 2012 für 400.000 Euro von Jönköping an den Niederrhein wechselte. Mittlerweile hat sich Hrgotas Marktwert laut "transfermarkt.de" auf 2,5 Millionen  Euro gesteigert.

Favre, aber auch Gladbach-Sportdirektor Max Eberl wissen haargenau, was für ein Juwel sie da im Fohlenstall haben. Und der Schweizer Coach baut den Schweden mit kroatischen Wurzeln in aller Ruhe und Schritt für Schritt auf. Hrgota weiß das zu schätzen. 

"Favre kann jeden noch besser machen"   

"Der Trainer hat mich von Beginn an unterstützt, er redet viel mit mir und nimmt sich häufig auch nach dem Training Zeit für die eine oder andere zusätzliche Einheit. Er hat eine ganz besondere Ausstrahlung gerade auch auf junge Spieler und kann jeden noch besser machen. Das ist für uns junge Spieler ein Segen", lobte der Schwede seinen Coach schon vor einigen Wochen im exklusiven Interview mit ran.de über den grünen Klee

Hrgota wartet also in der Liga weiter ganz geduldig auf seine Chance. So lange sorgt er in Europa weiter für Furore. Den Fohlen wird’s recht sein. Und wer weiß, vielleicht tritt der 21-Jährige irgendwann in die Fußstapfen eines anderen, großen Schweden, der in Gladbach viele Jahre lang Publikumsliebling und Kult-Torjäger war: Martin Dahlin. "Wenn er weiter hart an sich arbeitet, kann er in Gladbach so erfolgreich werden wie ich", meint der heute 46-jährige Dahlin in der "BILD". Auch das wäre Gladbach sicherlich sehr recht.

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