Mit einem Salary Cap könnte man Chancengleichheit und Kostenkontrolle einfüh... - Bildquelle: gettyMit einem Salary Cap könnte man Chancengleichheit und Kostenkontrolle einführen © getty

München - Arsene Wenger sollte Recht behalten. Als der Trainer des FC Arsenal im Sommer 2016 gefragt wurde, wie lange es denn noch dauern würde, bis der erste 200-Millionen-Euro-Transfer über die Bühne geht, antwortete er: "Nicht lange." 

Und so wird es nun auch kommen. Ein Jahr, nachdem Manchester United 105 Millionen Euro für Paul Pogba ausgegeben hat, stellt der bevorstehende Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain alles Vorherige in den Schatten.

Der Fußball hat endgültig den Bezug zur Wirklichkeit verloren

Der unglaubliche Freikauf-Betrag von 222 Millionen Euro zeigt, dass der Fußball endgültig den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat. Wie will man einem halbwegs vernünftig denkenden Menschen erklären, dass ein Betrag für einen 25 Jahre alten Fußballer ausgegeben wird, für den der durchschnittliche Deutsche 79.655 Monate arbeiten müsste?

Der Fußball muss sich ändern, denn im aktuellen Zustand läuft er in seiner Schein-Welt mit einem selbstmörderischen Tempo auf das gleiche Schicksal zu, welches der Dotcom-Blase Mitte der 2000er Jahre und der Immobilien-Blase Ende 2008 widerfahren ist.

Salary Cap: Im kapitalistischsten Land der Welt gibt es ein sozialistisches Modell

Nur wie kann er sich ändern? Die Einführung von Financial Fair Play (FFP) hat bislang fast keine Wirkung gezeigt. Zumal man den Eindruck bekommt, dass die UEFA nicht wirklich willens ist, Verstöße wirkungsvoll zu ahnden. Geldstrafen und Reduzierung des Champions-League-Kaders sind kleinlaute Sanktionen, die Vereine billigend in Kauf nehmen.

Nein, statt FFP könnte sich der Fußball ein Beispiel an der amerikanischen NFL nehmen. Im wohl kapitalistischsten Land der Welt hat die Football-Liga (wie auch anderen Profi-Ligen in den USA) mit dem Salary Cap ein fast schon sozialistisches Modell installiert, das sowohl Chancengleichheit als auch Kostenkontrolle gewährleistet.

Salary Cap als Ansporn für den Fußball

Der Salary Cap, also die Regelung, wie viel Geld Mannschaften für Spielergehälter ausgeben dürfen, wurde in der NFL eingeführt, um Erfolg durch finanzielle Vorteile zu verhindern. Der Gedanke dahinter: Wenn jedes Team ungefähr gleich gut ist, profitieren sowohl die einzelnen Mannschaften als auch die Liga.

Die Einführung eines Salary Caps im Fußball ist zwar alles andere als einfach, da es durch die internationale Verteilung der Vereine erhebliche Probleme mit nationaler und europäischer Rechtssprechung geben könnte. Aber zumindest wäre die Idee des Salary Caps ein Ansatz, um sich ein vergleichbares Modell für den Fußball zu überlegen.

Es muss ein "Transfer Cap" her

Zusätzlich müssen die Entscheider bei FIFA und UEFA über ein "Transfer Cap" nachdenken. Jedes Team darf pro Transferperiode nur einen bestimmten Maximalbetrag für Ablösesummen ausgeben. Dieser Betrag ist für alle Mannschaften gleich. Jeder Verstoß muss hart und zeitnah bestraft werden, zum Beispiel mit einem Ausschluss aus der Champions League oder einem erheblichen Punktabzug in der nationalen Liga.

Allerdings hat sich die UEFA bislang extrem zurückhaltend darin gezeigt, ihre prominentesten Mitglieder zu sanktionieren. Der Verdacht liegt nahe, dass der Verband eigentlich keine Lust hat, die zuschauerstärksten Mannschaften von der Champions League auszuschließen. Das würde ja dem eigenen Geschäft schaden.

So dreißt wie PSG war noch keiner

Diese Tatenlosigkeit hat den derzeitigen Kontrollverlust begünstigt. Denn aktuell haben wir ein Szenario wie im Wilden Westen: Ein paar Cowboys nehmen sich so viel Geld wie sie wollen, belohnen sich hinterher auch noch mit einer ordentlichen Runde Whiskey im Saloon, während ein gleichgültiger Sheriff in der Ecke steht und zu sieht.

Denn: Sollte der Neymar-Deal tatsächlich so ablaufen, dass der Spieler selbst die Ausstiegsklausel zahlt, mit Geld, dass er von einer katarischen Firma bekommen hat, würde PSG die UEFA mit ihrem FFP so dreist an der Nasen herumführen, dass einem schwindlig wird.

Joe Daniel

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