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Monaco - Im September 2009 hat die UEFA das Financial Fairplay eingeführt. Eines der Hauptziele war die "Verringerung des Drucks auf Gehälter und Transfersummen", wie es auf der offiziellen Internetseite des europäischen Fußballverbands heißt. Doch dieses Ziel wurde weit verfehlt. 

Vor allem wegen des 222-Millionen-Euro-Wechsels des brasilianischen Superstars Neymar zu Paris St. Germain war das FFP, das laut UEFA "der Ausgeglichenheit des Wettbewerbs" dienen soll, zuletzt wieder diskutiert worden. Liverpools Teammanager Jürgen Klopp etwa bezeichnete es "wohl eher als ein Vorschlag" seitens der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

"Wenn wir unsere eigenen Regeln nicht respektieren, können wir dichtmachen"

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat im "kicker" nun die europäischen Fußball-Klubs zur Einhaltung des Financial Fair Play (FFP) aufgefordert. Über mögliche Sanktionen hat sich der 49-Jährige aber nur sehr schwammig geäußert. "Ich hoffe, die Vereine haben es gelernt. Wenn nicht, bringen wir es ihnen bei", sagte der Slowene: "Wir beobachten die Lage. Das Transferfenster ist noch nicht geschlossen. Glauben Sie mir: Wir arbeiten daran."

Auch den Vorwurf, die UEFA würde nur kleinere Vereine bestrafen, wollte Ceferin nicht akzeptieren. "Wir checken jeden Klub. Wir werden nach diesem Transferfenster und Abschluss unserer Prüfungen die Regeln genau anlegen, für alle gleich", sagte Ceferin: "Wenn wir unsere eigenen Regeln nicht respektieren, können wir dichtmachen. Dann wären wir ein zahnloser Tiger."

Ceferin will Salary Cap einführen

Die Regeln, die besagen, dass ein Klub im Zeitraum von drei Jahren bei den Transferaktivitäten maximal ein Minus von 30 Millionen Euro erwirtschaften darf, werden laut Ceferin seit Juni überarbeitet. "Was danach auf dem Transfermarkt geschehen ist, das sind gute Vorlagen", sagte er, bekräftigte aber gleichzeitig: "Wir sind keine Bürokratie, die Klubs killen will."

Doch Ceferin scheint nicht allzu viel Vertrauen in die Überarbeitung des Financial Fairplays zu haben. Denn der UEFA-Chef hat bereits einen neues Projekt im Auge: die Einführung einer Gehaltsobergrenze. Ein Termin bei der EU-Kommission sei bereits eingeplant. "Ich bin mir nicht sicher, ob das unmöglich ist. Wir machen bald einen neuen Vorstoß", sagte er. 

Auch ein Verbot von Leihen ist im Gespräch

Der Chef der Europäischen Fußball-Union hatte bereits 2016 bemängelt, dass der Großteil der besten Spieler bei nur wenigen, elitären Klubs unter Vertrag steht. Zuletzt hatte auch Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Einführung einer Gehaltsobergrenze, die im US-Sport (Salary Cup) üblich ist, gefordert.

"Es geht nicht nur um Gehaltsobergrenzen, sondern auch um Maßnahmen wie die Begrenzung von Kadern oder ein Verbot bzw. eine Einschränkung von Leihen", sagte Ceferin. "Es gibt einen Klub, der hat 22 Spieler verliehen. Andere kaufen nur, um Gegner zu schwächen. In Italien hat ein Klub 103 Spieler unter Vertrag. Hier können wir ohne die EU eingreifen."

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