Adrian Fein ist beim Hamburger SV und der U21-Nationalmannschaft ein Leistun... - Bildquelle: imago images / eu-imagesAdrian Fein ist beim Hamburger SV und der U21-Nationalmannschaft ein Leistungsträger und könnte selbiges auch eines Tages beim FC Bayern München sein © imago images / eu-images

München/Hamburg - Er ist erst 20 Jahre alt, agiert auf dem Platz allerdings wie ein routinierter Profi. Die Abgeklärtheit, die Ruhe am Ball, die Spielübersicht, die genialen Pässe – all das macht Adrian Fein zu einem der talentiertesten Mittelfeldspieler Deutschlands.

Fein wurde im Sommer von seinem Ausbildungsverein FC Bayern München zum Hamburger SV in die 2. Liga verliehen und ist dort längst einer der unumstrittenen Leistungsträger.

Auch international weiß er zu überzeugen: 4 Spiele bestritt er bereits für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Im September zählte er gegen Wales (5:1) mit einem Tor und einer Vorlage zu den auffälligsten Spielern. In der jüngsten Partie gegen Bosnien-Herzegowina (2:1) wurde Fein auf DFB.de sogar mit einer überwältigen Mehrheit von 85,9 Prozent zum Spieler des Spiels gewählt.

Auch am kommenden Sonntag, wenn die deutsche U21 das EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien bestreitet (Sonntag, 17. November, ab 15:40 Uhr live auf ProSieben und ran.de), könnte Fein wieder einmal der Akteur sein, der den Unterschied ausmacht.

Kuntz lobt: "Adrian spielt sehr reif"

U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ist von der Entwicklung des Mittelfeldspielers angetan. "Adrian hat schon im Matchplan des HSV eine hohe Bedeutung. Er muss defensiv gut stehen und zudem gut umschalten. Adrian spielt sehr reif", sagte Kuntz gegenüber der "Bild".  

Fein ist von seiner Entwicklung selber überrascht. "Dass es so läuft wie derzeit, hätte ich selber nicht erwartet", gibt er zu. Bis August 2018 spielte er noch bei der 2. Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga. Es folgte die Ausleihe zum zweitklassigen SSV Jahn Regensburg, wo er trotz einer langwierigen Muskelverletzung auf 21 Einsätze kam.

Er ist es gewohnt, sofort Verantwortung zu übernehmen und im Fokus zu stehen. "Überall, wo ich hingekommen bin – sei es letztes Jahr nach Regensburg, dieses Jahr nach Hamburg oder ansonsten in die Jugend-Nationalmannschaften – war ich immer derjenige, der vom FC Bayern kommt. Ich sehe das nicht als Bürde, sondern als klaren Anreiz", sagte er gegenüber dem Vereinsmagazin "HSV live."

Erfolgsdruck, wie er aktuell beim HSV oder bei der U21 herrscht, steckt aufgrund der Ausbildung in München praktisch in seiner DNA. "Beim FC Bayern wird in der Jugend großer Wert darauf gelegt, dass man eine gewisse Siegermentalität mitbringt", verrät er.

Diese Erwartungshaltung habe ihn geprägt: "Ich hatte früher durchaus Probleme mit meiner Körpersprache, ehe ich das im Laufe der Jahre weiterentwickeln konnte und viel dazugelernt habe. Wir mussten in der Bayern-Jugend immer oben mitspielen."

Auf den Spuren von Lahm und Kroos?

Die Ausleihe von Fein nach Hamburg endet im Sommer 2020. Dann steht er noch ein Jahr bei den Bayern unter Vertrag. Dort registriert man die positive Entwicklung des gebürtigen Münchners. Es zählt zur Nachwuchsphilosophie des Rekordmeisters, junge Spieler an andere Vereine zu verleihen und dort Spielpraxis sammeln zu lassen, sodass sie später gestärkt zurückkommen. Ähnlich wurde früher bei Philipp Lahm oder Toni Kroos verfahren.

"Wir sind froh, dass Adrian konstant gute Spiele macht, und er sich stark in Hamburg präsentiert", sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic gegenüber der "Sport Bild". "Für ihn war es genau der richtige Weg, zum HSV zu gehen. Dieter Hecking ist ein sehr erfahrener Trainer, unter ihm wird Adrian weiter reifen und sich auch als Persönlichkeit entwickeln."

Gut möglich, dass die Bayern den Vertrag verlängern, um ihn dann erneut zu verleihen - dann vermutlich in die Bundesliga, damit er sich auch auf diesem Niveau behauptet. Das könnte bedeuten: Im Falle eines Aufstiegs des HSV bleibt Fein noch ein Jahr in Hamburg. Ansonsten wird er möglicherweise an einen anderen Erstligisten verliehen.

Salihamdizic: "Er hat die Qualität"

Salihamdizic ist zuversichtlich: "Wir sehen hier die Chance, dass eines unserer Talente nach überzeugenden Lehrjahren im Profifußball zum FC Bayern zurückkehrt und Mitglied unserer Mannschaft wird. Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit dem Jungen, er hat die Qualität, das zu schaffen."

Ist der HSV also ein Sprungbrett für die ganz große Karriere bei den Bayern? Alleine schon aus Respekt gegenüber seinem aktuellen Verein würde er das nie so formulieren. Allerdings gab er im Gespräch mit dem "kicker" zu: "Klar, ich wurde beim FC Bayern ausgebildet, und natürlich habe ich im Kopf, dort auch mal spielen zu wollen."

Momentan befindet er sich auf dem besten Wege dorthin.

Oliver Jensen

Du willst die wichtigsten Fußball-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Notifications für Live-Events. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.

Fußball-Bildergalerien

TOP Spiele International