Ridle und Rudi Baku wollen in der neu formierten U21 für Furore sorgen. - Bildquelle: Getty ImagesRidle und Rudi Baku wollen in der neu formierten U21 für Furore sorgen. © Getty Images

München - Nach dem Erreichen des Finals bei der EM bricht in der deutschen U21 eine neue Zeitrechnung an. 19 Debütanten nominierte Trainer Stefan Kuntz für das Qualifikationsspiel für die nächste Europameisterschaft 2021. Mit dabei die Zwillinge Ridle und Rudi Baku. Die Brüder aus der Mainzer Jugend sind zwei der großen Hoffnungsträger einer runderneuerten Mannschaft.

Bote und Makana Baku - so die bürgerlichen Namen der Zwillinge - erblickten 1998 in Mainz das Licht der Welt. Sechs Jahre nachdem die Eltern aus dem damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) nach Deutschland ausgewandert waren. Frühzeitig verpasste der fußballverrückte Vater ihnen die Spitznamen "Ridle" und "Rudi". Eine Hommage an die 1990er-Weltmeister Karl-Heinz Riedle und Rudi Völler, die Vater Lutumba schon immer bewundert hatte.

21 Jahre später haben auch seine Söhne den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft, wenn auch zunächst bei den Junioren. Bote "Ridle" spielt im zentralen Mittelfeld, Makana "Rudi" am liebsten Linksaußen.

Ridle und Rudi: Zwei unterschiedliche Charaktere

"Obwohl sie Zwillinge sind, haben sie zwei komplett unterschiedliche Charaktere", so der frühere Nationaltorhüter und ran-Experte Rene Adler. "Makana, also Rudi, ist vom Typ her eher ein Luftikus, der bei einem kleineren Verein wie Gonsenheim eine Zwischenstation einlegen und sich dort durchbeißen musste und nun nach einer Station bei der SG Sonnenhof-Großaspach in der Zweiten Liga bei Holstein Kiel für Furore sorgt. Er ist ein typischer Instinktfußballer, der in der Offensive unglaubliche Gefahr ausstrahlt."

Der Werdegang des Bruders, dessen Spitzname Ridle mittlerweile im Personalausweis steht, wirkt zielstrebiger. Er setzte sich beim 1. FSV Mainz 05 durch, wo beide von Kindesbeinen an spielten. "Ich kann mich noch genau an die Partie damals gegen RB Leipzig erinnern, als er ganz kurzfristig für Danny Latza einspringen musste. Er war damals schon auf dem Weg zu einem U23-Spiel und wir mussten ihn auf einer Raststätte einsammeln", so Adler, der ihn noch aus der gemeinsamen Zeit am Bruchweg kennt.

Traumdebüt beim 1. FSV Mainz 05

In seinem Bundesligadebüt erlebte Ridle dann fast alle Höhen und Tiefen, die es als Fußballer gibt. "Er hat zu Beginn haarsträubende Fehlpässe gespielt, sich dann aber gesteigert und am Ende sogar das entscheidende Tor geschossen. Auch eine Woche später konnte er bei Borussia Dortmund ein Tor erzielen. So wurde er dann saisonübergreifend bei Mainz der große Held."

Doch im Oktober 2018 stoppte ein Syndesmosebandriss den Höhenflug des Youngsters und setzte ihn knapp zwei Monate außer Gefecht. Danach hatte Baku große Schwierigkeiten sich wieder heranzukämpfen. 

Rudi schaffte in der vergangenen Saison bei Drittligist Sonnenhof-Großaspach den Durchbruch. Im Sommer wechselte er für 300.000 Euro Ablöse in die Zweite Liga nach Kiel und traf in den ersten sechs Pflichtspielen bereits viermal.

Jugend-Trainer schickte Brüder weg, weil sie zu gut waren

Die Bakus stammen aus einer Fußballer-Familie. Vater Lutumba hatte in den 90ern gemeinsam mit Jürgen Klopp in Mainz gekickt. Zur großen Karriere reichte es jedoch ebenso wenig wie beim älteren Bruder Koloko, der es bis in die Jugend von Darmstadt 98 und des FSV Frankfurt geschafft hatte. Koloko erinnert sich, dass seine kleinen Brüder schon damals auf dem Bolzplatz besser waren als der Rest.

"Sie waren als Kiddies einfach viel schneller als alle anderen und haben dadurch, dass sie auf der Straße immer mit uns älteren Jungs gekickt haben, ganz viel gelernt. Sie mussten sich durchsetzen, das hat sie noch besser gemacht", so Koloko bei "fussball.de".

Als der Vater die Zwillinge schließlich erstmals zum Training zum benachbarten Verein nach Hochheim bringen wollte, schickte der Trainer sie wieder weg. Rudi und Ridle waren einfach zu gut, die anderen Kinder hatten keine Lust mit ihnen zu spielen. Und so landeten die talentierten Brüder in jungen Jahren in Mainz. 

In der A-Jugend gemeinsam auf dem Platz

Zuletzt standen sie in der A-Jugend gemeinsam auf dem Platz. Auf Vereinsebene wird das so schnell nicht mehr passieren. Beim Testspielsieg der U21 gegen Griechenland vergangene Woche durfte jeder Bruder schon einmal eine Halbzeit ran: Ridle in der ersten, Rudi in der zweiten.

Aber vielleicht kommt es ja schon heute Abend in der EM-Quali in Wales zum lang ersehnten ersten gemeinsamen Auftritt der Zwillinge - im Nationaltrikot.

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