Stefan Kuntz bleibt bis Jahresende Trainer der U21 - Bildquelle: AFPSIDDANIEL ROLANDStefan Kuntz bleibt bis Jahresende Trainer der U21 © AFPSIDDANIEL ROLAND

Hamburg - Stefan Kuntz wartet ab, nimmt sich Zeit. Überlegt und wägt ab.

Unter Druck setzen lässt sich der Trainer der U21 vor den beiden EM-Qualifikationsspielen am Donnerstag in San Marino (live ab 18:30 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) sowie am 7. September in Lettland (live ab 17:45 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) nicht.

Auch wenn er in einer Medienrunde mehrmals zu seiner Zukunft als DFB-Trainer gefragt wurde: Kuntz hat seinen Verbleib vorerst nur bis zum Jahresende definitiv bestätigt. Auch wenn das Ziel des neuen Jahrgangs die EM 2023 ist. So lange läuft auch sein Vertrag beim DFB.

Stefan Kuntz: "Brauche die Zeit, Ruhe und Gespräche"

"Von Sätzen wie 'Auf jeden Fall bin ich 2023 noch dort und dort' - davon halte ich nicht so viel. Ich finde mich nicht als so wichtig, um einen großen Text daraus zu machen, ob ich meine Überlegungen abgeschlossen habe oder nicht. Ich brauche diese Zeit, die Ruhe und die Gespräche, um für mich zu wissen, was das Richtige ist", stellte Kuntz klar.

Der Nachwuchscoach war mit der U21 im Juni zum zweiten Mal nach 2017 Europameister geworden. Fünf Europameister haben es jetzt in den Kader der A-Nationalmannschaft geschafft. Für den neuen Jahrgang ein besonderer Anreiz? "Die Jungs haben sich die Bühne selbst erarbeitet und top genutzt, um Eigenwerbung zu betreiben. Für den neuen Jahrgang gilt es, sich eine Bühne zu verschaffen, indem wir uns qualifizieren", sagte Kuntz: "Natürlich ist ihnen bewusst, dass die Aufmerksamkeit für die U21 im Vergleich zu früher gewachsen ist."

Nun setzt Kuntz auf einen Kader, bei dem er viele Spieler als Trainer noch nicht kennt, und viele Akteure sind auch in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Hinter der Nominierung stecken deshalb viele Beobachtungen, viele Telefonate, auch innerhalb des DFB, wo das Trainerteam der U20 hilfreich war. "Die Trainer-Einschätzungen bei den Vereinen sind für mich das Wichtigste", so Kuntz. Auch die Absprache mit dem neuen Bundestrainer Hansi Flick sei sehr gut gewesen, wobei es Unterschiede zum Vorgänger Joachim Löw gebe, so Kuntz: "Die Voraussetzungen sind andere. Hansi hat mich als damaliger Sportdirektor zum DFB geholt, und wir hatten in der Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis. Da haben wir sofort hin zurückgefunden."

Interessante Einblicke

Interessant sind Einblicke in die Gedankenwelt des U21-Trainers im Vorfeld der Nominierung, denn ein Selbstläufer ist so eine Kaderzusammenstellung beim Neustart eines Jahrgangs nicht. Sechs Europameister aus dem Sommer sind noch dabei, 16 Akteure stehen allerdings vor ihrem Debüt in der U21.

Viele neue Gesichter, viele Unbekannte - eine große Herausforderung.

"Manchmal habe ich vor einem Jahr bei der Nominierung Sorgenfalten auf der Stirn gehabt und mich gefragt: 'Warum soll ich den überhaupt nominieren?' Jetzt ist es ähnlich: Ich habe den einen oder anderen beobachtet und ich denke: 'Alter Schwede, wie soll das gutgehen?'", so Kuntz. Doch er weiß: "Es war beim Start von drei Jahrgängen der Fall, von daher beunruhigt mich das Gefühl bislang nicht."

Tabu, Uno und Schnick-Schnack-Schnuck

Mit dem neu zusammengestellten Kader geht es in der Vorbereitung auf die beiden Qualifikationsspiele nicht nur um das Sportliche, sondern auch um das berühmte Teambuilding, die Stärke der bisherigen Jahrgänge unter Kuntz. "Jeder Jahrgang hatte etwas anderes. Der eine hat Tabu gespielt, der andere Uno, dann war Schnick-Schnack-Schnuck ganz weit vorne. Ich habe gesagt, dass ich es gut fände, dass wenn die Spieler nach Hause fahren, zu jedem einzelnen der anderen Spieler mehr sagen kann als vorher", so Kuntz.

Und was erwartet er in den Spielen in San Marino und Lettland? "Es wäre schön, wenn wir den Einsatz, die Laufbereitschaft und die Lust am Fußball zeigen könnten, unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht. Doch natürlich wollen wir auch zweimal gewinnen." 

Apropos: Kuntz macht es als U21-Trainer nach zwei Titeln und einmal Endspiel nicht unter Finale. Er muss lachen. "Im März habe ich nicht gedacht, dass der Kader, den ich zusammen hatte, es ins Finale schaffen kann. Es ist jetzt die Aufgabe, die Jungs heranzuführen und zu schauen, wie schnell wir uns zusammenfinden."

Ob bis 2023 unter Kuntz, muss sich allerdings noch zeigen.

Andreas Reiners 

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