Bekennt sich teilweise schuldig: Johannes Dürr - Bildquelle: AFPSIDGIUSEPPE CACACEBekennt sich teilweise schuldig: Johannes Dürr © AFPSIDGIUSEPPE CACACE

Berlin (SID) - Der frühere Skilangläufer und Kronzeuge Johannes Dürr hat sich im Doping-Prozess vor dem Innsbrucker Landgericht teilweise schuldig bekannt. Der 32-jährige Österreicher, der mit seinen Aussagen die Ermittlungen der Operation Aderlass rund um die Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld ausgelöst hatte, ist wegen Verstößen gegen das Anti-Doping-Gesetz und gewerbsmäßigen schweren Sportbetrugs angeklagt.

"Ich bin froh, dass heute endlich dieser Termin ist und ich heute einen Schlussstrich ziehen kann. Das alles verfolgt mich schon sehr lange", sagte der 32-Jährige laut ORF. Dürr räumte ein, gemeinsam mit dem österreichischen Trainer Walter Mayer und später mit dem Erfurter Sportmediziner Mark S. Blutdoping praktiziert zu haben.

Der Niederösterreicher Dürr gab auch zu, in Sachen Doping gemeinsame Sache mit seinem Teamkollegen Harald Wurm gemacht zu haben. "Je nachdem, wer gerade nach Deutschland gefahren ist, hat auch für den anderen Wachstumshormone mitgenommen", erläuterte Dürr, dem eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren droht.

Auch Dürrs Trainer Gerald H. legte ein Teilgeständnis ab. Er habe Dürr und Wurm beim Dopen unterstützt, erklärte der frühere Langlauf-Trainer. Der Coach konnte sich aber nicht erklären, warum Dürr und Wurm später zum Erfurter Mediziner gewechselt sind. Als er 2016 erfahren hat, dass auch die österreichischen Läufer Dominik Baldauf und Max Hauke dopen, sei er freiwillig ausgeschieden.

Baldauf und Hauke wurden in Innsbruck bereits jeweils zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Für ihren Sport sind beide mit einer vierjährigen Sperre belegt worden. Auch Mayer ist angeklagt, seine Hauptverhandlung ist für den 19. Februar vor dem Landgericht in Innsbruck vorgesehen.

Im Rahmen der Operation Aderlass wurde das Dopingnetzwerk des Erfurter Mediziners offengelegt. Dürr hatte als Kronzeuge fungiert und sich damit selbst belastet. Im Oktober wurde er mit einer lebenslangen Sperre von der österreichischen Anti-Doping-Rechtskommission belegt. 

Insgesamt sollen 23 Sportler aus acht europäischen Ländern als Kunden von S. an Dopingpraktiken beteiligt gewesen sein.