Fader Beigeschmack nach seinem Sieg in Spa: Audi-Pilot Rene Rast - Bildquelle: imago images / NordphotoFader Beigeschmack nach seinem Sieg in Spa: Audi-Pilot Rene Rast © imago images / Nordphoto

München/Spa - Nach einem spannenden Kampf mit Markenkollege Nico Müller setzte sich Audi-Pilot Rene Rast im DTM-Rennen am Sonntag in Spa-Francorchamps durch. Die Freude über den Triumph währte bei dem 33-Jährigen aber nicht allzu lange, denn Rast muss sich des Vorwurfs der unerlaubten Vorteilnahme zur Wehr setzen.

Onboard-Aufnahmen zeigen, wie Rast in Führung liegend unerlaubterweise zwei Mal den Push-to-Pass-Knopf (P2P) drückt, der wie der Name schon sagt, als Unterstützung bei Überholmanövern dient. Dem Rennführenden ist die Nutzung dieses Hilfsmittels aber verboten.

Müller konnte den amtierenden Champion trotz eigener P2P-Nutzung auf der langen Geraden der Ardennenachterbahn zur allgemeinen Verwunderung nicht passieren. Und das, obwohl die Überholhilfe 2020 ganze 60 zusätzliche PS bringt.

Rennkommissare ermitteln gegen Rast

Den Rennkommissaren des Deutschen Motorsportbunds (DMSB) sind diese Unregelmäßigkeiten in den vergangenen Tagen aufgefallen. Mittlerweile laufen die Untersuchungen des Vorfalls. DMSB-Sprecher Michael Kramp sprach auf Nachfrage von ran von einem "offenen Verfahren".

"Das Ganze war in Runde 25 – es leuchten zwei Lampen am Lenkrad, die anzeigen, dass P2P frei und nutzbar ist", so die Erklärung.

Die aktuell vorherrschenden Umstände hätten aber dazu geführt, dass der Vorfall erst Tage später erkannt wurde: "Aufgrund der Corona-Besetzung geschah die Auswertung der Daten erst am Mittwoch", so Kramp weiter.

Der verantwortliche Techniker durfte wegen Corona nicht aus Italien nach Spa reisen.

Scheider zur Rast-Schummelei: "Kann mir keiner erzählen"

Die Nutzung des P2P-Knopfes kurz nach der Schikane ist für ranDTM-Experte Timo Scheider derweil unschlüssig: "Ich sehe, dass es aktiviert wird. Ich sehe, dass blaue Lichter angehen. Aber ich frage mich, warum es an der Stelle passiert."

Und geht ins Detail: "Den Vorteil von Push-to-Pass, also von der Extraleistung in diesem kurzen Bereich, sehe ich gar nicht effektiv. Ich weiß nicht, warum er es da gedrückt hat."

Dennoch würde das Rast nicht vor einer Strafe schützen: "Fakt ist, wenn er das benutzt hat, ist das natürlich nicht regulär. Es hätte nicht funktionieren dürfen. Wenn die Technik aber einen Fehler hatte und es sich nicht hätte aktivieren dürfen, bleibt die Frage, warum er es dann tatsächlich probiert hat. Und zusätzlich, warum es funktioniert hat."

Die Aussage, dass Rast im Zweikampf mit Müller die Verbotsregelung einfach für einen Augenblick vergessen habe, würde Scheider dem amtierenden DTM-Champion aber nicht durchgehen lassen: "Das kann mir keiner erzählen, dafür ist er zu cool."

Diese Unstimmigkeiten gilt es von den Rennkommissaren zu überprüfen.

Hat Rast PSP bewusst genutzt?

Der DMSB untersucht nun, ob Rast bewusst den P2P-Knopf zur Vorteilnahme genutzt hat, oder es eine andere Erklärung gibt: "Das P2P-System war im Auto fälschlicher Weise aktiviert, möglicherweise durch fehlenden Funkkontakt zum Auto. Das System kann auch falsch reagiert haben und eine Fehlfunktion sein", führte der DMSB-Sprecher aus: "Fakt ist, P2P wurde durch Rast in Führung liegend genutzt, das darf nicht sein."

Eine Verhandlung am Freitag im Rahmen des zweiten Rennwochenendes am Lausitzring (21. bis 23. August live in SAT.1 und auf ran.de) sei laut Kramp "wahrscheinlich": "Dort kann sich der Fahrer dann zu dem Verfahren erklären."

Rast sagte gegenüber ran zu den Vorwürfen: "Es kommt bald eine Erklärung, wie es war."

Die DTM live und exklusiv in SAT.1 und auf ran.de.

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