Maximilian Götz - Bildquelle: DTMMaximilian Götz © DTM

Hockenheim - Was für ein Auftakt für die neue GT3-DTM: Zuerst musste der Test, der bei klirrender Kälte in Hockenheim über die Bühne geht, wegen eines Lärmschutzverstoßes schon nach wenigen Minuten unterbrochen werden.

Schuld waren aber nicht die neuen GT3-Autos, sondern die GT4-Boliden der DTM-Trophy, die die für den Test erlaubten Grenzwerte verletzt hatten.

Die Session konnte zwar nach wenigen Minuten wieder freigegeben werden, die Fahrer mussten allerdings in der Mittagszeit eine Stunde länger pausieren, die Motoren blieben von 12 Uhr bis 14 Uhr still. Ursprünglich wäre es um 13 Uhr mit der Nachmittags-Session weitergegangen.

Doch das war nicht die einzige Einschränkung: Zu allem Überdruss setzte gegen 16 Uhr heftiger Schneefall ein, weshalb die Session für eine weitere Stunde unterbrochen wurde. Ab 17:10 Uhr gingen wegen der widrigen Bedingungen - die Quecksilbersäule kletterte am Mittwoch kaum über vier Grad - nur noch vereinzelt Piloten auf die Strecke.

DTM-Rückkehrer Götz sorgt für Mercedes-Bestzeit

Doch wer geht als erster Testschnellster der neuen GT3-Ära in die DTM-Geschichte ein? Es ist Maximilian Götz. Der 35-Jährige, der bereits 2015 und 2016 in der Traditionsserie gefahren war, sicherte sich kurz vor der Mittagspause in 1:36.590 im Mercedes-AMG GT3 des Haupt-Teams die Bestzeit vor seinem Teamkollegen Vincent Abril, der um 0,169 Sekunden langsamer war.

Bis dahin hatte GT3-Spezialist Kelvin van der Linde im Audi R8 LMS GT3 des Abt-Teams, der bereits am frühen Morgen bei Temperaturen von knapp über null Grad 1:36.867 gefahren war, die Nase vorne. Der ältere Bruder von BMW-Pilot Sheldon van der Linde wurde am Ende Dritter.

"Leider haben wir etwas Zeit wegen des Schneefalls verloren", resümierte Kelvin van der Linde, der seinen Boliden am Nachmittag an Mike Rockenfeller übergab, während das zweite Auto mit dem Schaeffler-Paravan-Space-Drive-System nur für Sophia Flörsch zur Verfügung steht. "Aber morgen soll es wirklich sonnig werden. Dann machen wir weiter."

Red-Bull-Ferrari-Piloten im Vorderfeld

Schnell waren auch die beiden Ferrari 488 GT3 Evo des AF-Corse-Teams im Red-Bull-Design: Red-Bul-Junior Liam Lawson, der den Formel-2-Auftakt in Bahrain für sich entschieden hatte, wurde mit 0,307 Sekunden Rückstand Vierter, Ex-Red-Bull-Formel-1-Pilot Alex Albon belegte mit 0,501 Sekunden Rückstand Rang sechs. Zwischen den beiden reihte sich DTM-Vizemeister Nico Müller im Audi des Rosberg-Teams ein.

Für den Schweizer ist der Test damit bereits vorbei, er reist am Donnerstag zu den Formel-E-Rennen in Rom (live in SAT.1 und auf ran.de). Das Gleiche gilt übrigens auch für Gary Paffett, der beim Formel-E-Team von Mercedes nach wie vor als Berater fungiert und sein Auto am Donnerstag an Maximilian Buhk übergibt, der eigentlich im ADAC GT Masters startet.

Paffetts DTM-Comeback verlief ordentlich: Der 40-jährige Brite, 2005 und 2018 DTM-Champion, kam mit 0,701 Sekunden Rückstand hinter den besten BMW-Piloten Marco Wittmann und Sheldon van der Linde auf Rang neun.

Dank AVL-Test-BoP und Kälte: So schnell ist die neue DTM

Für eine Unterbrechung sorgte Rosberg-Audi-Rookie Dev Gore. Der US-Amerikaner rutschte am Vormittag von der Strecke. Der 23-Jährige, der das Schlusslicht des Klassements bildete, war deutlich langsamer als Sophia Flörsch, die bei ihrer GT3-Premiere im mit dem Space-Drive-System ausgestatten Abt-Audi 1,804 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit hatte und 15. wurde.

Auffällig ist, wie schnell die neue DTM ist: Auf die Class-1-Poleposition-Zeit von Rene Rast aus dem Vorjahr - die 1:28.337 war ein neuer DTM-Rekord - fehlten Götz zwar 8,253 Sekunden, dafür war er deutlich schneller als das ADAC GT Masters im Vorjahr. Bei September-Wetter und 15 Grad fuhr damals Stejn Schothorst im Grasser-Lamborghini in 1:38,193 die Pole. Und war somit um 2,603 Sekunden langsamer.

Liegt das ausschließlich daran, dass Balance-of-Performance-Partner AVL die GT3-Boliden ausreizt, was das Gewicht und die Restriktoren angeht? ITR-Technikchef Michael Resl schüttelte den Kopf: "Wir haben gerade April. Das bedeutet, dass die Temperaturen niedrig sind und der Umgebungsdruck den Autos entgegenkommt. Das wirkt sich positiv auf die Motorleistung und auf das Gesamtbild aus."

Dennoch wolle man die schnellste GT3-Serie sein, gibt Resl offen zu.

Viele Boliden noch nicht in finalem Design

Viele Boliden sind beim Testauftakt noch nicht in ihrem finalen Design zu sehen. Marco Wittmanns Walkenhorst-BMW fiel mit einer Carbon-Optik auf, was auch für die Mercedes-Boliden von Paffett und Arjun Maini sowie den Abt-Audi galt, den sich van der Linde und Rockenfeller teilen.

Aber auch die Haupt-Mercedes-Boliden waren in einer einheitlichen schwarzen Testlackierung gehalten. Die beiden AF-Corse-Ferrari von Albon und Lawson waren hingegen schon in ihrem finalen Design von Alpha Tauri und Red Bull zu sehen.

Insgesamt waren beim DTM-Testauftakt in Hockenheim 18 Piloten in 15 Boliden am Start. Das liegt daran, dass sich die beiden Abt-, aber auch die beiden Rowe-Piloten Timo Glock und Sheldon van der Linde in einem Auto abwechselten. Und bei GetSpeed-Mercedes kam völlig überraschend Testpilot Fabian Schiller an der Seite des Inders Maini zum Einsatz.

Mittwoch-Ergebnis des DTM-Tests in Hockenheim:

  1. Maximilian Götz (Haupt-Mercedes) 1:36.590
  2. Vincent Abril (Haupt-Mercedes) 1:36.759
  3. Kelvin van der Linde (Abt-Audi) 1:36.867
  4. Liam Lawson (AF-Corse-Ferrari) 1:36.897
  5. Nico Müller (Rosberg-Audi)1:36.945
  6. Alex Albon (AF-Corse-Ferrari) 1:37.091
  7. Marco Wittmann (Walkenhorst-BMW) 1:37.260
  8. Sheldon van der Linde (Rowe-BMW) 1:37.264
  9. Gary Paffett (Mücke-Mercedes) 1:37.291
  10. Fabian Schiller (GetSpeed-Mercedes) 1:37.349
  11. Mike Rockenfeller (Abt-Audi) 1:37.641
  12. Daniel Juncadella (GruppeM-Mercedes) 1:37.737
  13. Philip Ellis (Winward-Mercedes) 1:37.875
  14. Lucas Auer (Winward-Mercedes) 1:38.127
  15. Sophia Flörsch (Abt-Audi) 1:38.394
  16. Timo Glock (Rowe-BMW) 1:38.466
  17. Arjun Maini (GetSpeed-Mercedes) 1:38.753
  18. Dev Gore (Rosberg-Audi) 1:38.831

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