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Seoul - Am Ende einer enttäuschenden Saison musste der Frust nochmal raus. Da pfiff Pascal Wehrlein am Funk dann auch auf jegliche Etikette.

"Ich hoffe, mit seiner beschissenen Fahrweise schafft er es nicht in die Formel 1! So ein verdammter Idiot!", tobte der deutsche Porsche-Pilot beim Saisonfinale der Formel E (live auf ProSieben, ProSieben MAXX und ran.de) in Seoul wegen Nyck de Vries, der möglicherweise in die Motorsport-Königsklasse zu Williams wechselt.

"Am Ende wurde mein Rennen zerstört und seines auch. Es sind oftmals die gleichen Fahrer, die so ungestüm reingehen. Leider war ich dieses Mal das Opfer von ihm", wetterte Wehrlein zudem bei "The Race".

Frustrierendes Ende einer Frust-Saison

Bei allem verständlichen Frust ob des viel zu optimistischen Manövers des für seine manchmal zu harte Fahrweise bekannten Mercedes-Fahrers: Es sind harte Worte über den Niederländer, der mit Wehrlein kollidiert war. Beide schieden nach dem Unfall aus. Und für beide war es ein frustrierendes Ende einer Frust-Saison.

Vor allem für Wehrlein, der mit jeder Menge Optimismus und Tatendrang in sein zweites Jahr mit Porsche gegangen war. 

Und auch der deutsche Autobauer hatte im dritten Jahr des nicht günstigen Werks-Engagements in der Elektro-Rennserie das Tempo deutlich angezogen. In Thomas Laudenbach fing ein neuer Motorsportchef an, Pascal Zurlinden verließ als Gesamtprojektleiter Porsche, dafür verstärkte sich der Hersteller mit dem erfahrenen Florian Modlinger, der die Formel E durch seine jahrelange Tätigkeit bei Abt Sportsline kennt. 

Die Ansprüche: Rennsiege, in der Folge dann auch gerne der Titelkampf.

Kein Knotenlöser, sondern Eintagsfliege

Im Februar feierte Wehrlein seinen ersten Sieg in der Formel E und bescherte Porsche früh in der Saison den historischen ersten Erfolg in der Elektro-Rennserie. Doch der Sieg stellte sich nicht als Knotenlöser, sondern als Eintagsfliege heraus.

Wehrlein kam anschließend nicht mehr über einen sechsten Platz hinaus. Er fuhr zwar noch acht Mal in die Punkte, was aber unter dem Strich viel zu wenig war für ein ernsthaftes Wörtchen im Titelkampf. Pech spielte ebenfalls in die Saison mit rein, kann die schwache Ausbeute alleine aber auch nicht erklären. Platz zehn blieb es am Ende für Wehrlein, nach Rang elf im Vorjahr - graues Mittelfeld.

Im Moment überwiege noch die Enttäuschung über die unglückliche zweite Saisonhälfte, sagte Wehrlein nach dem Finale. Und: "Trotzdem haben wir viel Potenzial gezeigt, auch wenn wir nicht die Ergebnisse einfahren konnten, die wir hätten erreichen können. Wir werden alles dafür tun, um nächstes Jahr stärker zurückzukommen und hoffentlich viele Rennen zu gewinnen."

2023: Kampf um den Titel

Modlinger nannte 2022 eine "sehr wechselhafte Saison 8 für uns. Da gab es absolute Highlights wie unseren Doppelsieg in Mexiko und die starke Performance in Monaco und in Rom, aber auch Rennen und Rennstrecken, die unsere Schwächen aufgezeigt haben. An diesen werden wir jetzt hart arbeiten, um uns auf die Saison 9 vorzubereiten und unser Gen3-Auto konkurrenzfähig zu entwickeln."

Das Ziel: "Konstant um Siege zu fahren und uns damit in die Position zu bringen, um den Weltmeistertitel zu kämpfen", so Modlinger.

Helfen soll dabei Ex-Champion Antonio Felix da Costa, der Portugiese ersetzt Wehrleins Teamkollegen Andre Lotterer. "Ich wurde in meiner Karriere so oft von einem Porsche geschlagen, nicht nur in der Formel E, deshalb weiß ich: Porsche tut alles, um zu gewinnen", sagte da Costa: "Ich teile diese Ambitionen und kann es kaum erwarten, alle im Team kennenzulernen und mit ihnen dafür zu arbeiten, dass wir erfolgreich in die Gen3-Ära starten."

Damit der Frust endlich der Vergangenheit angehört. Bei Porsche. Und auch bei Wehrlein.

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