Lewis Hamilton gewann 2016 in Abu Dhabi, doch Nico Rosberg wurde Weltmeister - Bildquelle: Motorsport ImagesLewis Hamilton gewann 2016 in Abu Dhabi, doch Nico Rosberg wurde Weltmeister © Motorsport Images

München - Lewis Hamilton ist der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Der Brite gewann bis heute 103 Rennen und sieben WM-Titel - alle davon mit Mercedes-Power. Doch Ende 2016 stand seine Karriere im Werksteam der Silberpfeile an einem Scheideweg.

Da hatte Hamilton gerade den WM-Kampf gegen seinen Teamkollegen Nico Rosberg verloren und sich beim Saisonfinale in Abu Dhabi mehrfach Anweisungen des Teams widersetzt. Seine Beziehung zu Teamchef Toto Wolff war damals angespannt.

Mercedes-Boss Wolff über Treffen mit Hamilton

Wolff selbst erinnert sich im Gespräch mit 'The Times': "Wir trafen uns [nach dem Ende der Saison] im Dezember widerwillig auf der Weihnachtsfeier in meinem Haus in Oxfordshire." Da hatte Rosberg kurz zuvor seinen Formel-1-Rücktritt verkündet.

"Ich sagte, dass wir uns entscheiden müssen, ob wir zusammenarbeiten wollen oder nicht", berichtet Wolff, der Hamilton sagte: "Du willst als Fahrer gewinnen, ich will als Team gewinnen. Manchmal werden unsere unterschiedlichen Agenden zu Konflikten führen."

"Wir müssen entschieden, ob wir mit dieser Situation umgehen können", sagte er damals zu seinem Fahrer und zog einen Vergleich zur Ehe mit seiner Frau Susie. Auch mit dieser gebe es manchmal Meinungsverschiedenheiten, an eine Scheidung denke er aber nie.

Und Hamilton habe er damals gesagt, dass er auch von ihm keine "Scheidung" wolle. Wolff erklärte dem heutigen Rekordweltmeister: "Du bist der beste Fahrer. Ich will dich in unserem Auto, und wir wollen dir das beste Auto hinstellen."

Hamilton und Wolff hatten nicht die beste Beziehung

Der Österreicher verrät, dass er vor diesem Gespräch keine gute Beziehung zu Hamilton gehabt habe. "Nach vier oder fünf Stunden in der Küche fanden wir uns auf einem ganz anderen Level wieder", erinnert sich der Teamchef.

"Eine rein geschäftliche Beziehung war zu einer persönlichen geworden. Er ist ein Freund. Das heißt nicht, dass wir uns nicht mehr streiten. Aber jetzt ist der Erfolg von Lewis der des Teams und der des Teams ist der von Lewis", erklärt Wolff.

Die Aussprache sollte sich auszahlen: Ab 2017 gewann Hamilton viermal in Serie den WM-Titel, dazu prägten der Brite und Wolff mit acht Mercedes-Titeln in der Konstrukteurs-WM in Folge seit 2014 die erfolgreichste Ära in der Geschichte der Formel 1.

Ohne das Gespräch in der Küche von Toto Wolff hätte es aber vielleicht auch ganz anders laufen können ...

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