Angeblich wäre Mick Schumacher einem Teamwechsel nicht abgeneigt - Bildquelle: Imago ImagesAngeblich wäre Mick Schumacher einem Teamwechsel nicht abgeneigt © Imago Images

München - Seit ein paar Tagen kursiert in der Formel 1 das Gerücht, dass Aston Martin an einer Verpflichtung von Mick Schumacher interessiert sein könnte. Sollte Sebastian Vettel seine Karriere nach Auslaufen seines aktuellen Vertrags am Saisonende beenden - und das wäre Stand heute keine Überraschung mehr -, dann, so hat "Motorsport.com Italien" im Rechercheverbund von Motorsport Network zuerst berichtet, gilt Schumacher als Wunschkandidat für dessen Nachfolge.

Das habe mehrere Gründe. Erstens: Schumachers Reisepass und Nachname. Aston Martin braucht dringend ein Zugpferd in Deutschland. Im April wurden von der Traditionsmarke in Deutschland gerade mal 26 Neufahrzeuge zugelassen; von Januar bis April 112. Zum Vergleich: Selbst Ferrari, eine extrem hochpreisige Marke, bringt es bis April 2022 auf 547 Neuzulassungen.

Zweitens: Eigentümer Lawrence Stroll kann sich dem Vernehmen nach vorstellen, sein Team an Audi zu verkaufen. Darüber hat "Motorsport-Total.com" am 7. April zuerst berichtet. Und Volkswagen-CEO Herbert Diess hat erklärt, dass er sich einen deutschen Fahrer wünscht.

Möglicherweise will Stroll seine Verkaufschancen erhöhen, indem er einen Deutschen mit dem Namen Schumacher im Paket mit anbieten kann.

Stroll sucht einen schlagbaren Teamkollegen

Drittens: Stroll sen. hat sein Formel-1-Projekt ursprünglich in erster Linie wegen seines Sohnes begonnen. Lance soll eines Tages Formel-1-Weltmeister werden. Das geht so weit, dass Stroll sen. seinen alten Bekannten Toto Wolff dazu überreden wollte, Stroll jun. statt George Russell zu verpflichten, wie man im Paddock hört. Seit das nicht passiert ist, munkelt man, ist die Freundschaft abgekühlt.

Dem Erfolg des Sohnes wird nach wie vor viel untergeordnet. Ein Teamkollege, gegen den Stroll jun. tendenziell keine Chance haben würde, kommt daher nicht in Frage. Das spricht für Mick Schumacher und gegen Fernando Alonso, der laut Medienberichten ebenfalls auf der Shoppingliste steht, sollte sich Alpine für die Jugend (Oscar Piastri) entscheiden und Alonsos Vertrag nicht verlängern.

Dass Vettel bei Aston Martin bleibt und er nochmal einen neuen Vertrag macht, kann sich in der Branche kaum noch jemand vorstellen. Dass ausgerechnet der saudi-arabische Mineralölkonzern neuer Hauptsponsor des Teams wurde, geht mit Vettels Umweltagenda überhaupt nicht zusammen. Und Stroll sen. geht, so hört man, Vettels penetrantes Engagement auf die Nerven.

Aston Martin: Keine offizielle Stellungnahme

Von offizieller Seite kommentiert Aston Martin das Interesse an Schumacher nicht. Dass sich Aston Martin bei mehreren Fahrern im Hinblick auf 2023 erkundigt hat, ist aber Tatsache - und deutet darauf hin, dass eine Fortsetzung von Vettels Karriere in diesem Team unwahrscheinlich ist. Denn Stroll jun. ist in einem der beiden Cockpits gesetzt.

Micks Onkel Ralf Schumacher hält die Variante Schumacher zu Aston Martin für nicht ausgeschlossen: "Mick war in einigen Rennen wirklich schnell, hatte dann aber Pech. Manchmal hat er Fehler gemacht, keine Frage. Aber ein Formel-1-Fahrer, der so jung ist und trotzdem schon zwei Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat, das hat schon einen Wert."

Außerdem vermutet der "Sky"-Experte, dass es "nicht nur Aston Martin ist, die an ihm interessiert sind". Auch der mögliche neue Teameigentümer aus Deutschland könnte dabei eine Rolle spielen. Ralf Schumacher ist überzeugt: "Audi wird dazukommen." Und es könnte zu Strolls Plan gehören, sein Team mit Mick für Audi "nochmal attraktiver zu machen".

Ferrari muss dem Wechsel zustimmen

Der ganze Masterplan hat nur einen großen Haken: Mick Schumacher ist Ferrari-Junior. Ferrari kann ihm allerdings auch für 2023 keinen anderen Platz bieten als das Haas-Cockpit. Und nach zwei Jahren Schumacher soll, so hört man, ein anderer Ferrari-Junior eine Chance bekommen. Zum Beispiel Robert Schwarzman. Eine Freigabe für Schumacher wäre also durchaus denkbar.

Stand heute ist all das aber Spekulation, geknüpft an viele Variablen, die am Ende alle zusammenpassen müssen. Ralf Schumacher glaubt, dass erst "im August, September" richtig Dynamik in den Transfermarkt kommt. Denn der 31. Juli, der Beginn der Sommerpause, ist in vielen Verträgen ein wichtiges Stichdatum.

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