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Liebe Rugby-Freunde,

für mich ist klar: England holt den Titel. Warum? Da finden sich einige Punkte, die dafür sprechen. Für mich haben sie in Eddie Jones den besseren Trainer und dazu auch das größere taktische Repertoire.

Er hat seiner Mannschaft im Zusammenspiel mit seinem Kapitän Owen Farrell eine Siegermentalität eingeimpft, die für mich ausschlaggebend ist. Sie haben die besseren Einzelspieler, sind bei den Stürmern agiler und in der Hintermannschaft deutlich kreativer und stärker aufgestellt.

 

Ein Selbstläufer wird das Finale natürlich nicht. Es besteht durchaus die Gefahr, dass sie nach dem sensationell starken Auftritt gegen Neuseeland in ein kleines mentales Loch fallen. Es ist Frage, ob sie so eine Leistung noch einmal abrufen können. 

Spannend wird es für mich auch zu sehen, wie George Ford als Verbinder defensiv gegen Damian de Allende klarkommt. Der Waliser Dan Biggar hatte im Halbfinale mit ihm große Probleme. Eine Schlüsselrolle nimmt wiederum Farrell ein, er ist dafür bekannt, dass er gar keinen Bock hat zu verlieren. Er wird seine Mannschaft mitreißen. 

Ansonsten aber sehe ich keine große Gefahr. Es wird ein enges Spiel, keine Frage, aber England schätze ich nach den Eindrücken der bisherigen WM ein gutes Stück besser ein als Südafrika. Was den Druck vor solch einem großen Spiel, verbunden mit der Erwartungshaltung und der Favoritenrolle angeht: Das hat Jones sicher ganz gut im Griff.

Der bislang überzeugende Auftritt überrascht mich ehrlich gesagt nicht. Nach der letzten WM, als kein Europäer ins Halbfinale gekommen war, haben sie die richtigen Schlüsse gezogen und alles dafür getan, um besser zu werden. Sie haben die richtige Mischung gefunden.

 

Für Südafrika hat Rugby nicht nur sportlich eine große Bedeutung, sondern auch eine politische Komponente. Sie sind zudem der Underdog. Sie werden sich sicherlich zerreißen, aber das würde jedes Team, das im Finale steht. Ein besonderes Plus sehe ich für die "Springboks" dadurch nicht.

Denn bei den Engländern sieht es ähnlich aus, sie bereiten sich seit vier Jahren auf dieses Turnier, auf dieses Spiel vor. Sie werden ihren Matchplan feinjustieren und auf Südafrika abstimmen. Sie werden wie gegen Neuseeland - wir erinnern uns da an das Gesicht von Farrell beim Haka - mit einer positiven Arroganz in das Spiel gehen. Mit der Einstellung: "Wir gewinnen das Ding."

Und sie werden den Titel am Ende auch holen.

In diesem Sinne: Ganz viel Spaß beim Finale am Samstag, es wird hoffentlich der würdige Höhepunkt des Turniers,

Euer Jan

Warum Südafrika Weltmeister wird? Die Gegenargumentation von #ranRugby-Experte Manuel Wilhelm >>

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