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European League: Kiel und Flensburg weiter im Fernduell
Die deutschen Handball-Schwergewichte THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt liefern sich in der Hauptrunde der European League weiter einen Zweikampf um den direkten Einzug ins Viertelfinale. Rekordmeister Kiel siegte in der Gruppe I nach seinem Auftakterfolg im deutschen Duell am zweiten Spieltag mit 37:32 (18:15) bei Bidasoa Irún ebenso wie Titelverteidiger Flensburg mit 40:35 (15:13) in seinem von einem Todesfall in der Halle überschatteten Duell mit Montpellier HB. Zwei Spiele vor Ende der Hauptrunde haben die Zebras von THW-Trainer Filip Jicha unverändert zwei Punkte Vorsprung auf den Nordrivalen.
Aus dem Bundesliga-Quartett feierte auch die TSV Hannover-Burgdorf in der Gruppe IV bei den Kadetten Schaffhausen mit 36:24 (15:13) einen wichtigen Sieg und festigte seine Tabellenführung. Die MT Melsungen steht in der Gruppe III zwar ebenfalls an der Spitze, verlor bei Verfolger Vardar Skopje allerdings mit 33:37 (19:18) seine weiße Weste.
Kiel übernahm im spanischen Baskenland nach der Anfangsphase dauerhaft das Kommando und die Führung. Bis Mitte der zweiten Halbzeit wuchs das Polster der Gäste zwischenzeitlich auf sechs Punkte an. Bence Imre war mit sieben Torerfolgen Kiels bester Schütze.
In Flensburg erwiesen sich die französischen Gäste als eine schwere Herausforderung. Erst in der Schlussviertelstunde konnte das Team von Nationalmannschafts-Kapitän Johannes Golla nach wechselnden Führungen erstmals auf mindestens zwei Tore davonziehen. Erfolgreichster Werfer des Bundesliga-Dritten beim letztlich klaren Sieg war Patrick Volz mit neun Toren.
Der Erfolg wurde überschattet vom Tod eines Hallenbesuchers nach einem medizinischen Notfall. "Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen. Der Handball und alles Sportliche rücken heute in den Hintergrund", sagte SG-Geschäftsführer Holger Glandorf.
Hannover erspielte sich in der Schweiz schon vor der Pause Vorteile. Nach dem Seitenwechsel nutzten die Niedersachsen ihre Überlegenheit aus und gerieten nicht mehr in Gefahr. August Pedersen ragte mit sieben Treffern bei den Gästen heraus.
Melsungen ließ in Nordmazedonien eine große Chance zur Verbesserung seiner Ausgangslage ungenutzt. Trotz eines vorübergehenden Sechs-Punkte-Vorsprungs verloren die Hessen unmittelbar nach der Pause ihre Führung schon endgültig und mussten die Hausherren ziehen lassen. Reynir Pór Stefánsson konnte den Dämpfer mit zwölf Toren auch nicht verhindern.