Cooper Rush und die Dallas Cowboys konnten die letzten drei Spiele gewinnen - Bildquelle: Getty ImagesCooper Rush und die Dallas Cowboys konnten die letzten drei Spiele gewinnen © Getty Images

München - Es liefen die letzten Spielminuten an diesem ersten Spieltag. Tampa Bay Buccaneers gegen die Dallas Cowboys. Viel Erwartungen, wenig Ergebnis. Die Cowboys hatten in knapp 55 Minuten lediglich drei Punkte erzielt, als die Hand von Dak Prescott bei gleich zwei Plays ungünstig getroffen wurde. Unglück im Unglück.

Inmitten dieser Szenen joggte Cooper Rush aufs Feld, gegen eine groß aufspielende Bucs-Defense. Er dirigierte vor dem Snap die Offensive Line und den Running Back, zeigte an, woher der Druck kommen werde und brachte, ganz unspektakulär, einen schnellen Pass für 7 Yards Raumgewinn an. Ein erster Vorgeschmack. 

Denn die Diagnose bei Prescott lautete: Daumenfraktur, vier bis sechs Wochen Spielpause. Und Cooper Rush, der bis dato lediglich eine Partie als Starter absolvierte, war erneut gefragt. 

Cowboys starten Siegesserie

Unter seiner Leitung konnten die Cowboys die letzten drei Partien gewinnen. Rush baute seine Bilanz als Starter auf 4:0 aus, nie zuvor gelangen einem Cowboys-Quarterback vier Siege in den ersten vier Spielen als Starter.

Gleichwohl muss gesagt werden, dass diese Bilanzen auch immer stark von anderen Faktoren, wie beispielsweise der Leistung der eigenen Defensive oder der Stärke der Gegner abhängen. 

"Davon träumt man. Wenn man ein kleines Kind ist, will man eines Tages in der NFL starten. Also ist das ein super Gefühl", sagte Rush im Rahmen einer Pressekonferenz. 

Cooper Rush spielt (weitestgehend) fehlerfreien Football

Ganz im Gegensatz zu seinem Nachnamen, strahlt Rush eine Menge Ruhe aus. Der Quarterback verteilt den Ball im Rahmen der Struktur eines Spielzuges gut auf seine Receiver, vermeidet Fehler und agiert effizient im Kurzpassspiel. Bisher sammelte er 767 Passing Yards, vier Touchdowns und verbuchte dabei keine Interception - hatte allerdings hier und da dann doch einige Wackler in seinen Pässen drin. 

Auch gegen Druck behält Rush die Übersicht. Bei knapp einem Viertel seiner Passversuch brachen Verteidiger durch die Offensive Line durch, Rush brachte dennoch fast 60 Prozent seine Pässe für 218 Yards Raumgewinn an und steckte in den letzten drei Partien nur vier Sacks ein. 

Rush "lässt sich nicht aus der Ruhe bringen"

"Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, spielt sehr konstant und wir können in der Offense den Fuß auf dem Gaspedal lassen", lobte Head Coach Mike McCarthy. 

Diese Ruhe kann Rush aus jahrelanger NFL-Erfahrung schöpfen. Der Quarterback kam bisher zwar erst auf eine Handvoll Einsätze, landete aber bereits 2017 als Undrafted Free Agent bei den Cowboys. Genügend Zeit, um im Schatten heranzuwachsen.  

"Es gibt keinen Zweifel daran, dass er die Offensive versteht, da können wir uns sehr glücklich schätzen. Der Sinn eines Backup-Quarterbacks ist es, in Notsituationen aushelfen zu können und gleichzeitig möglichst wenig Qualitätsverlust für die gesamte Offensive zu haben", lobte Besitzer Jerry Jones.

Nächste Chance gegen Rams 

Gegen die Los Angeles Rams (ab 22:20 Uhr live auf ProSieben und ran.de) wird er erneut den Rasen als Dirigent der Offense betreten - vielleicht zum vorerst letzten Mal. Medienberichten zufolge könnte Prescott nach dem Spieltag seinen Starter-Posten zurückerhalten, wenn es im Heilungsprozess keine Rückschläge gibt. 

Bis dahin sind die Cowboys allerdings in guten Händen. 

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