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München - Es ist der größte Trade der bisherigen Offseason, der keinen Spieler beinhaltet. Die New Orleans Saints schicken ihren 18., 101., 237. Pick 2022 sowie ihren Erstrundenpick 2023 und den Zweitrundenpick 2024 zu den Philadelphia Eagles, die sich im Gegenzug dafür von ihrem 16., 19. und 194. Pick in diesem Draft trennen.

Was auf den ersten Blick wie eine Lappalie aussieht, offenbart sich bei längerer Betrachtung als ein überlegter Schachzug beider Teams - für die einen jetzt, die anderen erst später.

ran beantwortet die Fragen rund um den Trade.

Warum haben die Eagles getradet?

Für die Philadelphia Eagles macht der Trade, kurzfristig zumindest, bei erster Betrachtung erstmal nicht so viel Sinn.

Es stimmt zwar, dass "Philly" bei der diesjährigen Talente-Auswahl (am 28. April live auf ProSieben MAXX und im Stream auf ran.de) erst einmal abgespeckt hat, jedoch vor allem aus finanziellen Gründen.

Zwar sind Rookies logischerweise günstiger pro Jahr als erfahrene Spieler gleicher Qualität, jedoch sind die ersten Verträge von Spielern von Tag eins des Drafts komplett garantiert - und auch wenn diese günstiger sind, der Cap Hit ist nicht ohne. Gleich drei davon in einem Jahr muss man sich erstmal leisten können. Mit rund 1,6 Millionen Dollar verbleibendem Gehalt sind die Eagles nicht gerade auf Rosen gebettet.

So verbleiben der Franchise aus Pennsylvania immer noch genug hohe Picks um während des Draft-Wochenendes in Verhandlungsposition zu sein oder einen Spieler auszuwählen, von dem sie restlos überzeugt sind.

Was hat Jalen Hurts damit zu tun?

Sicherlich spielt auch Jalen Hurts aus Eagles-Sicht eine gewichtige Rolle in diesem Trade, ohne direkt beteiligt zu sein. "Es sieht nicht so aus, als würden sie in diesem Draft für einen Quarterback gehen", so die Einschätzung von NFL-Insider Ian Rapoport im NFL Network.

Die Eagles haben quasi nur einen First Round Pick ein Jahr weiter nach hinten geschoben, den sie zusätzlich zu ihrem Eigenen benutzen können, um für sie passende Spieler auszuwählen - oder eben einen neuen Spielmacher, wie Rapoport erklärt.

"Wenn sich herausstellt, dass Jalen Hurts nicht ihr Mann ist, dann haben sie genug Kapital, um sich womöglich nach einem Nachfolger umzuschauen", so der Insider.

Der Vertrag von Hurts endet nach der Saison 2023, nach der kommenden Saison stünden also Vertragsgespräche an. Philadelphia ist also auf jedes Szenario vorbereitet, egal ob Hurts überzeugt oder nicht.

Warum haben die Saints getradet?

Die New Orleans Saints haben gleich fünf Picks gen Norden geschickt, zwei davon in zukünftigen Drafts. Das ist auch das Mantra der Saints: Jetzt gute, junge Spieler haben, solange sie günstig sind.

"Das gibt ihnen die Möglichkeiten, einen jungen Premium-Spieler zu einem günstigen Preis zu holen", analysiert Rapoport. "Das ist eine typische Praktik von Teams, die in der Salary-Cap-Klemme stecken", fährt er fort.

 

In der "Salary-Cap-Klemme" stecken die Saints schon lange. Seit Jahren schafft es General Manager Mickey Loomis jedoch, diese zu umgehen. Allerdings ist das durch Restrukturierung von Verträgen nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich - dieser Punkt ist wohl nicht mehr weit entfernt, ehe ein Rebuild her muss.

Konkurrenz für Winston?

Das ist die eine Möglichkeit - "Die andere Möglichkeit ist, dass die Saints Picks aufladen, um womöglich nach oben in den Draft zu springen und einen Quarterback auswählen, der sie beeindruckt hat", erklärt Rapoport.

Erster Kandidat wäre wohl Malik Willis. In der Quarterback-Klasse, die als eher schwach angesehen wird, sticht er heraus und die meisten Experten vermuten, dass er der erste Spielmacher sein wird, den sich ein Team aussucht.

In diesem Fall gäbe es wohl ein offenes Duell mit Jameis Winston. Der Passing Yards Leader von 2019 spielte zwar nicht schlecht, aber auch nicht herausragend und aktuell erholt er sich von einem Kreuzbandriss aus 2021.

Welchen Weg beide Teams jedoch am Ende wirklich einschlagen werden, ist allerdings genau so schwer vorauszusagen, wie welcher Weg am Ende erfolgreicher sein wird.

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