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Von Max Bruns

München - Als das Spiel zwischen den Green Bay Packers und den Philadelphia Eagles zu Ende ging, klatschten sich nicht wie gewöhnlich die beiden Starting-Quarterbacks Aaron Rodgers und Jalen Hurts ab.

Der Grund dafür war simpel: Rodgers befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits verletzt in der Kabine. Ersetzt wurde er von Jordan Love, der stattdessen mit Hurts abklatschte. Dann standen sie dort also: Love und Hurts.

Manch einer wird bei diesem Anblick sicher an das Sprichwort "Love Hurts" gedacht haben - ausgerechnet bei Rodgers könnte dies nun auf ganz eigene Art und Weise wahr werden.

Rodgers bei neun Interceptions

Schließlich zeigten die beiden Quarterbacks der Green Bay Packers in der vergangenen Nacht auch zwei unterschiedliche Gesichter. Der eine angeschlagen, fehlerhaft und schlussendlich verletzt ausgewechselt. Der andere jung, motiviert und mit einer Leistung, die sein Potenzial offenbart.

Zwar warf Rodgers bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung zwei Touchdown-Pässe auf Randall Cobb und Aaron Jones, dafür aber auch zwei Interceptions. Die erste erfolgte bereits nach wenigen gespielten Minuten. Die zweite stellte Rodgers Interception-Counter in der laufenden Saison auf neun.

Rodgers muss im dritten Quarter raus

Ohnehin ging der Quarterback-Routinier angeschlagen ins Spiel, der rechte Daumen macht dem 38-Jährigen Probleme. Grund für die Auswechslung war jedoch eine andere Verletzung. Im zweiten Quarter erlitt Rodgers einen Schlag auf die Rippen. Im dritten Quarter ging es für ihn dann nicht mehr weiter.

Die Packers gaben nach dem Spiel bekannt, dass es sich wohl auch um eine Verletzung in der Rippen-Gegend und der Bauchmuskulatur handelt.

Ein Einsatz am kommenden Sonntag gegen die Chicago Bears ist also fraglich. Rodgers selbst plant derweil, auf dem Feld zu stehen, auch wenn die finale Diagnose noch nicht da ist. "Wenn ich fit bin, werde ich spielen. Es kann sein, dass ich am Mittwoch noch nicht fit bin, aber solange es keine größeren strukturellen Schäden gibt, werde ich versuchen, wieder auf den Platz zu gehen", sagte der Altmeister der Packers.

LaFleur: "Love hat einen guten Job gemacht"

Doch im Falle eines Ausfalls steht Love bereit. Mit seinen guten Leistungen, die er bereits in der Vergangenheit zeigte, hat er mehrfach bewiesen, dass er Rodgers ersetzen kann. In seinem ersten Drive gegen die Eagles feuerte Love direkt mal einen Pass auf Rookie-Receiver Christian Watson, der den Spielzug mit einem 63-Yard-Touchdown vollendete.

Dafür gab es nach dem Spiel dann auch das Lob vom Head Coach. "Er hat wirklich einen guten Job gemacht. Er war bereit, er war selbstbewusst, er hat genau das gezeigt, was wir täglich von ihm im Training sehen", sagte Matt LaFleur über seinen Backup-Quarterback. Diese Attribute, diese Zielstrebigkeit von Love vermissen zurzeit viele Packers-Fans bei Rodgers.

 

Green Bay: Playoffs rücken in weite Ferne

Mittlerweile stellt sich in Green Bay also fast schon nicht mehr die Frage ob, sondern wann Love Rodgers ablösen wird. Rodgers hat selbstverständlich wenig Interesse an einer Wachablösung. Nicht zu Unrecht, wenn man sich die Zahlen und Erfolge des amtierenden MVPs aus der Vergangenheit anguckt. 

Doch in der laufenden Saison sieht es anders aus. Die Packers stehen mit einer Bilanz von 4-8 so schlecht da wie lange nicht mehr und laufen Gefahr, erstmals seit 2018 die Playoffs zu verpassen.

Der Spielmacher gibt sich trotz der mäßigen Leistungen weiter optimistisch. "Wir haben noch fünf Spiele vor uns, müssen alle fünf gewinnen und brauchen wahrscheinlich auch ein wenig Hilfe", sagte Rodgers. "Solange wir rechnerisch noch eine Chance auf Playoffs haben, will ich spielen."

Wachablösung bei den Packers?

Und wenn das nicht mehr der Fall sein sollte? Hat Love dann die "Erlaubnis" als Starter ins Rennen zu gehen? Aufgrund des Legenden-Status von Rodgers wird sich der junge Spielmacher wohl noch weiter in Geduld üben müssen.

Sollte Rodgers die Saison allerdings mit ähnlichen Leistungen wie in den vergangenen Wochen und ohne den Einzug in die Playoffs beenden, dürfte sich zur kommenden Saison in Green Bay etwas anbahnen.

Und dann werden Rodgers nicht nur der Daumen, die Bauchmuskulatur und die Rippen wehtun, sondern auch Jordan Love. Denn jeder weiß: Liebe tut weh.