München - Patrick Mahomes, Joe Burrow, Matthew Stafford und Jimmy Garoppolo. Das sind die restlichen vier Quarterbacks in den Championship Games. 

Mahomes lieferte sich ein unglaubliches Duell mit den Buffalo Bills und Josh Allen. In der Overtime führte er seine Kansas City Chiefs dank einer überragenden Leistung zum Sieg. Burrow steckte gegen die Tennessee Titans neun Sacks ein und fand trotzdem einen Weg, die mit den Cincinnati Bengals nächste Runde zu erreichen.

Stafford besiegte mit den Los Angeles Rams die Tampa Bay Buccaneers in den Schlusssekunden, als das Momentum eigentlich komplett auf Seiten von Tom Brady und den Bucs lag. 

Und Garoppolo? Der darf sich bei den Special Teams dafür bedanken, in Green Bay eine Runde weitergekommen zu sein. Mit einer Interception und nur 130 Passing Yards kann er für den Sieg seiner Niners nicht verantwortlich gemacht werden.

Jimmy Garoppolo: Statistiken sprechen nicht für ihn

"Jimmy G" hat sein Team zwar in das zweite Championship Game innerhalb von drei Jahren geführt, muss sich jedoch immer wieder einiges an Kritik gefallen lassen. 

Er treffe zu viele falsche Entscheidungen, werfe damit einhergehend zu viele Interceptions und könne Spielzüge über den eigentlichen Gameplan hinaus kaum erweitern. Ein System-Quarterback eben, der von dem guten Coaching Kyle Shanahans und der restlichen Offense profitiert. 

Die Statistiken machen es den Kritikern leicht: Sechs Interceptions und zwei Touchdowns in den vergangenen vier Spielen. Kein Passing Touchdown in der aktuellen Postseason. Nur 303 Passing Yards gegen die Packers und die Dallas Cowboys. 

Die Zahlen sind schön und gut, trotzdem nimmt der Verriss in den Medien teilweise anmaßende Züge an. So ging eine "ESPN"-Sendung viral, die die Leistung Garoppolos thematisierte. 

Jimmy Garoppolo: "ESPN"-Journalistin schießt scharf

Dabei nahm Journalistin Mina Kimes die Rolle der Kritikerin ein und schoss scharf in Richtung des Signal-Callers. "Garoppolo ist der Inbegriff eines Schülers, der die Bestnote für die Gruppenarbeit kriegt, ohne einen Anteil daran zu haben", polterte sie. 

Dazu gab sie die Prognose ab, dass es am Ende der Saison Garoppolos Schuld sei, sollten es die 49ers erneut nicht schaffen, den Super Bowl zu gewinnen. Der Rest der Mannschaft sei gut genug aufgestellt. 

Teils hämische Worte, die einigen anderen Experten zu weit gehen. Ex-49ers-Quarterback Jeff Garcia meldete sich auf Instagram und sprang dem 30-Jährigen zur Seite.

"Wer zum Teufel ist Mina Kimes und wann war das letzte Mal, dass sie einen Touchdown-Pass geworfen hat", fragte der viermalige Pro Bowler provokant: "Sie hat nie einen Snap gespielt und kann nicht verstehen, welche Fähigkeiten, welches Mindset, welche physische und mentale Härte es braucht, in der NFL als Quarterback zu spielen."

San Francisco 49ers: Jeff Garcia verteidigt "Jimmy G"

Es sei lächerlich, dass es eine Plattform für Leute gebe, die nie Football gespielt hätten und trotzdem darüber reden dürften. Man solle die Journalistin auslachen und Garoppolo sowie die 49ers unterstützen. 

Niemand dürfte bestreiten, dass es ehemalige NFL-Quarterbacks und Coaches sind, die sich am besten in den Körper eines NFL-Profis einfühlen und ihre Beobachtungen und Meinungen darauf stützen können. Trotzdem hat auch Garcia, wie Kimes, Grenzen überschritten.

Auch Journalistinnen, Fans und Football-Begeisterte können sich das nötige Wissen aneignen, die Leistungen eines Profis beurteilen und sauber einschätzen zu können. 

Letztlich macht der Ton die Musik. Und innerhalb eines Football-Teams ist nichts entscheidender als die Meinung der Teamkollegen und Verantwortlichen. Die können ihren Signal-Caller gar nicht genug loben.

Garoppolo: Kittle und Shanahan machen sich stark

George Kittle betonte beispielsweise, wie wichtig es sei, Garoppolo in jedem Huddle als Ruhepol dabei zu haben. "Er muss so viel Scheiße einstecken, viele Menschen versuchen ständig, ihn runterzuziehen. Trotzdem versucht er abzuliefern, er führt diese Mannschaft an und macht es uns möglich, Football auf dem höchsten Level zu spielen", so der Tight End.

Worte, die nicht nur "Jimmy G" gut tun dürften, sondern auch Head Coach Kyle Shanahan, der sich aufgrund des Drafts von Backup Trey Lance schon das ganze Jahr über für die Entscheidung rechtfertigen muss, weiter an Garoppolo festzuhalten. 

"Ich bin froh, dass die Spieler für ihn einstehen, denn es ist wahr, was sie sagen", bestätigte der 42-Jährige: "Jimmy ist einer der Hauptgründe, warum wir hier sind. Er hat einen unglaublichen Job für uns gemacht und die Leute geben ihm dafür einfach nicht genug Wertschätzung. Wir gewinnen als Team und nur deshalb liefert er nicht die gleichen Statistiken wie die MVP-Kandidaten."

Es stimmt: Jimmy Garoppolo gewinnt und ist Teil einer erfolgreichen Football-Mannschaft. Er hat die Chance, auf den zweiten Super Bowl in drei Jahren. Anders als die MVP-Favoriten Tom Brady und Aaron Rodgers.

Und anders als Mina Kimes und Jeff Garcia.

 

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