Miami/München - Wenige Wochen vor dem Auftakt der Regular Season 2022 hat die NFL ihren neuesten Skandal.

Im Zentrum des Geschehens: Die Miami Dolphins und ihr Besitzer Stephen Ross. Die Franchise aus Florida hatte 2019 unerlaubt mit Superstar-Quarterback Tom Brady über einen möglichen Wechsel in den Süden der Vereinigten Staaten gesprochen.

Miami Dolphins verstoßen mehrmals gegen NFL-Regeln

Auf den ersten Blick kein großes Problem, allerdings stand Brady zu diesem Zeitpunkt noch bei den New England Patriots unter Vertrag. Auch bei einer zweiten Kontaktaufnahme nach der vergangenen Saison war Brady offiziell noch ein Mitglied der Tampa Bay Buccaneers.

Die Dolphins verstießen damit gegen die sogenannte "Anti-Tampering-Regel" (engl. in etwa "Versuch, jemanden zu beeinflussen").

Neben dem Spielmacher sollen Ross und die Dolphins auch mit Sean Payton im Januar 2022 "unzulässige Gespräche" über eine mögliche Anstellung als neuer Head Coach geführt haben. Ähnlich wie Brady stand auch Payton noch unter Vertrag, und zwar bei den New Orleans Saints. 

Miami Dolphins: Beispielloses Strafmaß für "Tampering"-Versuch

In der Folge verkündete die NFL ein beispielloses Strafmaß: Miami verlor zwei Draftpicks, darunter ihren Erstrundenpick im kommenden Jahr.

Zudem wurde Besitzer Stephen Ross mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar belegt und bis zum 17. Oktober diesen Jahres gesperrt.

Eine Frage bleibt allerdings offen: Warum wurde Tom Brady nicht von der NFL für das "Tampering" bestraft? Vor allem da schon länger über ein gegenseitiges Interesse zwischen dem Quarterback und den Miami Dolphins berichtet wurde? 

"Anti-Tampering-Rule": Fokus liegt immer auf den beteiligten Teams

Die Antwort ist relativ deutlich: Die "Anti-Tampering-Rule" fokussiert sich auf das Verhalten und die Initiative der Teams und zwar in beide Richtungen.

Sollten die Dolphins den Spielmacher zuerst kontaktiert haben, sind sie diejenigen, die gegen die Regel verstoßen haben. Sollte der erste Kontakt hingegen von Brady ausgegangen sein, liegt es an der Franchise, den Regelverstoß zu melden. 

Selbst wenn der erste Kontakt von dem Spieler ausgehen sollte und dieser unbedingt einen Wechsel forcieren wollen würde, dürfte das betroffene Team unter keinen Umständen Verhandlungen aufnehmen. 

 

Würde das Team, bei dem der Spieler unter Vertrag steht, ihrem Leistungsträger hingegen vorab die Erlaubnis erteilen, Gespräche mit anderen Mannschaften zu suchen, liege laut offiziellem Regelwerk der Liga kein Verstoß vor.

Somit lag es zu keiner Zeit in Bradys Verantwortung, den Regelverstoß zu melden. Gleiches gilt auch für den langjährigen Saints-Head-Coach Sean Payton, der ebenfalls keine Strafe von der NFL zu erwarten hat.

Tom Brady und die Miami Dolphins: Ein heißer Flirt in der Offseason

Der Flirt zwischen Tom Brady und den Miami Dolphins war eines der großen Themen während der Offseason

Beide Parteien seien sehr an einer Zusammenarbeit interessiert gewesen, die Dolphins waren demnach sogar bereit, Brady als Miteigentümer der Franchise zu installieren. 

Ein Mega-Trade für den Quarterback sei sogar kurz vor Abschluss gewesen, ehe die Klage des ehemaligen Dolphins-Head-Coach Brian Flores das Kartenhaus zum Einsturz brachte. Als möglicher Strippenzieher an der Seitenlinie war dabei Sean Payton vorgesehen.

Tom Brady: Zukunft noch offen

Offiziell steht der siebenmalige Super-Bowl-Champion noch bis zum Ende der Saison 2022 in Tampa Bay unter Vertrag.

Außer einem zukünftigen Engagement als Experte für den US-Sender "Fox" scheint Brady offen für alle Optionen zu sein.

Vielleicht zieht es ihn ja am Ende tatsächlich noch nach Miami.

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