Könnte als erster Spieler im NFL Draft gewählt werden: Travon Walker - Bildquelle: Getty ImagesKönnte als erster Spieler im NFL Draft gewählt werden: Travon Walker © Getty Images

München - Wenn Travon Walker Gas gibt, dann ist er kaum zu bremsen. Dann schmeißt er einen Offensive Liner aus dem Weg, wie einen Sack Reis. Dann stürzt er sich auf Quarterbacks, als sei er ein Tiger. Dann begräbt er Running Backs unter sich, gefühlt ohne auch nur ins Schwitzen zu kommen. 

Die Highlight-Plays wecken den Anschein eines unaufhaltsamen Pass Rushers, der seinesgleichen sucht. Sein Talent blieb spätestens seit einer bockstarken Combine-Perfomance nicht unbemerkt. Berichten zufolge könnte er als einer der ersten Spieler im NFL Draft 2022 gewählt werden. Die Jacksonville Jaguars und Detroit Lions streckten beispielsweise bereits ihre Fühler aus. 

"Er ist eine Laune der Natur. Eine solche Athletik bei seiner Größe und seinem Gewicht ist selten. Ich denke es wird einige Jahre dauern, bis ich wieder so jemanden coachen darf", lobte sein ehemaliger Head Coach bei den Georgia Bulldogs, Kirby Smart. 

Variabler Pass Rusher

Seine einzigartigen athletischen Anlagen machte sich Smart zu Nutzen. Er ließ Walker von Nose Tackle bis Edge Rusher, der sich in Coverage fallen lässt, aufstellen. Der 21-Jährige zeigte die Power, um gegen Center und Guards in der Laufverteidigung zu bestehen und gleichzeitig die Athletik, um Tackles über Außen gefährlich zu werden. 

Dementsprechend liest sich sein Statistikbogen. Er sammelte 33 Tackles, sieben davon für Raumverlust, sechs Sacks und neun Quarterback-Hits. Zudem vereitelte er zwei Passversuche. In der Laufverteidigung gelang es Offensive Linern nicht oft, ihn vom Fleck zu bewegen. 

Ein ziemlich gutes Resume, und dabei hat Walker noch lange nicht sein Potenzial erreicht. 

Technik ausbaufähig

Denn der Pass Rusher verfügt noch nicht über eine breite Trickkiste an Pass-Rush-Bewegungen. Er gewinnt seine Duelle fast ausschließlich über seine Kraft, Finesse lässt er weitestgehend vermissen. Je nachdem, gegen welche Offensive Liner er antreten musste, hat ihn das zu eindimensional gemacht. Dann tauchte er in der Partie ab. Dann wurde er ausgebremst.

Seine Highlight-Plays sind meist keine kalkulierten Pass Rushes, sondern eher ein Produkt seiner unfassbaren Power und Athletik. Was erstmal nicht verwerflich ist, denn warum sollte er auch darauf verzichten, wenn es funktioniert?

In der NFL, der Ort, an dem alles Spieler größer, stärker, schneller sind, könnte dieser Plan zur Bodenschwelle werden. Dass er sich noch nicht auf der Zielgeraden seines Potenzials befindet, ist Walker bewusst: "Ich will immer an mir arbeiten und freue mich jetzt schon, mir die Tricks von den Routiniers und den Coaches (in der NFL) abzuschauen und meinem Spiel hinzuzufügen", sagte er in einem Interview mit der Website "Draft Network". 

Star-Potenzial

Wenn Walker weiter an seiner Technik feilt und eine höhere Konstanz in sein Spiel bekommt, steht dem Star-Status nichts mehr im Weg. Die athletischen Voraussetzungen erfüllt er bereits. 

"Ich hatte vielleicht nicht viele Sacks oder sowas, aber ich habe extrem viel Potenzial. Ich freue mich auf das neue Kapital und die neuen Herausforderungen, sagte er beim "Draft Network". 

Für den potentiellen Top-5-Pick gilt es nun, in diesem neuen Kapitel die Handbremse zu lösen und die PS auf die Straße zu bringen. 

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