München - Die NFL ist bekannt für spektakuläre Tackles. Bei harten Hits gegen den Kopf versteht die Liga allerdings normalerweise keinen Spaß: Helm-auf-Helm-Tackles sind verboten.

Um Spieler zu schützen, die dennoch eine Blessur am Kopf erleiden, gibt es in der NFL das sogenannte Concussion Protocol. Spieler, die dieses durchlaufen, kehren im Normalfall nicht mehr so schnell auf das Spielfeld zurück.

Doch was ist eigentlich das Concussion Protocol? ran.de erklärt, wie die Liga ihre Spieler schützt und welche harten Strafen Teams drohen, die dagegen verstoßen.

 

Wann greift das Concussion Protocol?

Bei jedem NFL-Spiel beobachten zwei sogenannte "Spotter" via Fernglas und Video-Replays das Geschehen. Fällt ihnen eine Szene auf, in der sich ein Spieler eine Kopfverletzung zugezogen haben könnte, treten sie per Funk mit den Team-Coaches und dem medizinischen Stab an der Seitenlinie in Kontakt. Zudem können sie ein Medical Timeout ausrufen, damit der Spieler behandelt werden kann.

Wie werden Spieler beim Spiel untersucht?

Die Spotter und der medizinische Stab ist laut Protokoll angehalten, auf folgende Symptome zu achten:

  • Verlieren des Bewusstseins
  • Schwierigkeiten, nach einem Hit gegen den Kopf aufzustehen
  • Koordinations- oder Gleichgewichtsprobleme
  • leerer oder verwirrter Blick
  • Orientierungslosigkeit
  • Griff an den Kopf
  • sichtbare Gesichtsverletzung und mindestens ein weiteres oben genanntes Symptom

Trifft mindestens eines dieser Symptome ein, muss der Spieler an der Seitenlinie einem Test unterzogen werden. Bei diesem erreicht er eine bestimmte Punktzahl, die mit dem Ergebnis des Tests verglichen wird, den jeder Spieler zuvor in klarem Zustand absolviert hat. Werden Unregelmäßigkeiten festgestellt, geht es für den Spieler für weitere Untersuchungen in die Kabine.

 

Wann darf ein Spieler wieder spielen?

Grundvoraussetzung für eine Rückkehr noch im selben Spiel ist die Freigabe durch den Ärztestab des Teams und einen neutralen Neurologen. Bevor es allerdings endgültig zurückgeht, wird die Szene noch einmal im Video-Replay begutachtet.

Wie geht es nach dem Spiel weiter?

Kann ein Spieler während des laufenden Spiels nicht mehr weitermachen, unterliegt er auch in der Folge strengen Regularien: Fünf Schritte muss er absolviert haben, um eine Freigabe für Training und Spiel zu erhalten.

  1. Ruhe und Genesung: Nur leichtes Dehnen und Gleichgewichtsübungen sind empfohlen. Elektronische Geräte, Social-Media-Aktivitäten und Team-Meetings sind zu meiden.
  2. Leichte Fitness-Übungen: Die NFL empfiehlt zehn bis 20 Minuten auf einem Home-Trainer ohne weitere Gewichte. Dabei werden die Werte von einem Athletiktrainer überwacht.
  3. Weitere Fitness-Übungen und Krafttraining: Längere und intensivere Fitness-Einheiten ergänzt durch Krafttraining, ebenfalls von einem Athletiktrainer überwacht.
  4. Football-spezifische Aktivitäten: Auch der kognitive Aspekt des Sports kommt hinzu, also Spielzüge, Laufwege und ähnliches. Allerdings darf der Spieler nicht an Einheiten mit Körperkontakt teilnehmen.
  5. Freigabe: Der Spieler kann wieder ohne Einschränkungen am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen.

Wie werden Regelbrüche bestraft?

Missachten NFL-Teams das Concussion Protocol drohen harte Strafen. So etwa, wenn ein Spieler zu früh ins Spiel zurückkehrt oder nicht allen Tests unterzogen wird. Die Mindeststrafe für ein Vergehen ist eine Geldbuße von satten 100.000 Dollar. Im schlimmsten Fall droht sogar der Entzug von Draft Picks. Ob bei Cam Newton in der Wild Card Round alles rechtmäßig zuging oder ob den Panthers eine Strafe droht, steht noch nicht fest.

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