Skispringen

Schuster hakt Tournee schnell ab: "Gibt noch einiges zu holen"

Kein Sieg, kein Podest: Für die deutschen Skispringer verlief die Vierschanzentournee eher ernüchternd. Bei der WM soll sich das ändern.

08.01.2017 09:37 Uhr / SID
Markus Eisenbichler war bester deutscher bei der Tournee
Markus Eisenbichler war bester deutscher bei der Tournee © PIXATHLONPIXATHLONSID-

Bischofshofen (SID) - Werner Schuster machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Von den Platzierungen her war es nicht das, was wir wollten", sagte der Bundestrainer nach dem ernüchternden Abschluss der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Kein Podest, geschweige denn ein Sieg - der große Wurf gelang den deutschen Skispringern auch in diesem Winter nicht. Zur WM soll sich das ändern.

"Es war relativ klar, dass wir keinen Siegspringer haben. Wir hatten auf Severin gehofft, aber in Oberstdorf war schon klar, dass das nichts werden wird", sagte Schuster über Weltmeister Severin Freund, der erst vergeblich seine Form suchte und dann zur Halbzeit erkrankt abreiste. Am Ende waren es Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe, die auf den Rängen sieben und acht der Gesamtwertung die Bilanz halbwegs retteten.

Der Traum vom Tournee-Sieg war dagegen schon nach dem ersten Durchgang in Oberstdorf geplatzt. Highlights blieben somit die Qualifikations-Siege von Eisenbichler in Garmisch-Partenkirchen und Andreas Wellinger in Bischofshofen, letzterer mit Schanzenrekord. Das brachte immerhin je 2000 Euro für die Portokasse, leider aber nichts Zählbares für die Tournee-Wertung.

Kein Wunder also, dass Schuster noch in Bischofshofen den Blick lieber nach vorne richtete. Bis zur WM in Lahti (22. Februar bis 5. März) hat der Bundestrainer sieben Wochen Zeit, um seine Mannschaft in Medaillenform zu bringen. "Ich hoffe, dass wir bis dahin mindestens drei Leute in Topform haben - und nicht sechs in mittelmäßiger Form. Dann sollte bei der WM schon was gehen", sagte Schuster.

Der Österreicher hat dabei noch immer seinen jahrelangen Vorflieger Freund im Hinterkopf, der in Finnland als Titelverteidiger an den Start geht. Aber auch seine zweite Garde hat Schuster noch nicht abgeschrieben. "Ich bin guter Hoffnung, dass Andreas Wellinger und auch Richard Freitag diese Saison noch zu Siegspringern werden. Für diese Hoffnung werde ich bis zum 27. März alles tun", sagte Schuster. Zudem sei auch Eisenbichler "definitiv" in der Lage für weitere Podestplätze.

Das größte Fragezeichen steht aber hinter Freund, zumal der 28-Jährige nun auch noch mit Fieber im Bett liegt. Gut möglich, dass der im Gesamtweltcup auf Rang neun abgerutschte DSV-Adler auch die Wettkämpfe am kommenden Wochenende im polnischen Wisla auslässt. "Wenn für ihn kein Training möglich ist, kann es gut sein, dass wir uns etwas mehr Zeit nehmen, um ihn aufzubauen", sagte Schuster.

Zum Abschluss richtete der Coach daher noch einen Appell an seine Mannschaft. "Die Jungs müssen schnell verstehen, dass die Tournee jetzt vorbei ist, aber die Saison noch lange nicht. Es gibt noch einiges zu holen."

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