Bob-Zukunft Friedrich pessimistisch - Bildquelle: AFP/SID/DANIEL MIHAILESCUBob-Zukunft Friedrich pessimistisch © AFP/SID/DANIEL MIHAILESCU

Berlin (SID) - Dauer-Champion Francesco Friedrich sieht für die Zukunft des Bobsports geradezu schwarz. "Es wird die Zeit kommen, wo kein Bob mehr fahren wird. Wahrscheinlich werden unsere Enkelkinder vom Bobsport nur noch aus den Geschichtsbüchern erfahren", sagte der 32-Jährige vor der Abreise zum Weltcup-Auftakt im kanadischen Whistler (ab 21. November) in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Seine pessimistische Einschätzungen begründete Friedrich mit Negativentwicklungen in unterschiedlichen Bereichen. "Wir haben so gut wie keinen Breitensport und kaum noch Leistungssport. Wir werden immer mehr zum Abfallprodukt anderer Sportarten: Wenn ein Athlet in seiner ursprünglichen Sportart nicht weiterkommt, versucht er sich bei uns zumeist als Anschieber, doch es wechseln immer weniger zum Bobsport. Hinzu kommt, dass der Sport grundsätzlich in unserer Gesellschaft keine große Reputation besitzt. Man hat auch trotz größter Erfolge keine soziale Absicherung für das Leben nach dem Sport", klagte der zweimalige Doppel-Olympiasieger.

Als Antwort auf ebenfalls dringliche Klimaschutz-Fragen fordert Friedrich, der bei den Winterspielen zu Jahresbeginn Fahnenträger der deutschen Olympia-Mannschaft war, von den Verbänden moderne Konzepte als Teil des Überlebenskampfes seiner Sportart. Das momentane Training der Piloten zur Vorbereitung auf die kommende Saison auf künstlich vereisten Bahnen "beißt" sich aus Sicht des elfmaligen Weltmeisters mit der Energiekrise, umso mehr aber müssten zuständige Funktionäre "im Sinne der Effizienz und des Überlebens unseres Sports" Pläne für "das Nonplusultra der alternativen Energieeinspeisung" entwickeln. Anders als viele Schneesportler hätten Bob- sowie auch Rodel- und Skeleton-Piloten "keine Möglichkeiten, unseren Sport auf einem anderen Medium stattfinden zu lassen".

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