Jarjis Danho kam als Sechsjähriger von Syrien nach Deutschland - Bildquelle: ranFIGHTINGJarjis Danho kam als Sechsjähriger von Syrien nach Deutschland © ranFIGHTING

München - Jarjis Danho kommt ursprünglich aus Syrien, eine Gegend, die seit Langem von viel Krieg, Leid und Not geplagt ist. Um dem Ganzen zu entkommen, entscheidet sich die Familie zur Flucht. Das Ziel: Deutschland. So ließen sie die Heimatstadt Malikiya hinter sich und machten sich auf die beschwerliche Reise. Mit Erfolg: Seit er sechs Jahre alt ist, also seit 1989, lebt er in Deutschland – die ersten acht Jahre lebt Danho mit seiner Familie auf Duldung und bangt immer wieder um das Bleiberecht. 1997 schafft es die Familie nach einem Deal mit den Behörden ein Leben in Paderborn aufzubauen.

Mit 14 Jahren beginnt Danho bereits als Türsteher zu arbeiten. Ein Muskelpaket sondergleichen, 1,90 Meter groß, die Kilogramms in dreistelligen Bereich - Danho, schon früh ein Typ, bei dem man im Dunkeln zumindest in Erwägung zieht, die Straßenseite zu wechseln.

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Für viele syrische Flüchtlinge und Landsleute ist Danho aber in jedem Fall ein großes Vorbild. Die Verbindungen pflegt der 32-Jährige ständig. "Ich bin mit ganz vielen Leuten über meine Sportlerseite auf Facebook in Kontakt. Für Fragen bin ich sehr gerne dort."

Koch aus Leidenschaft

Neben seiner Tätigkeit als Türsteher interessiert sich Danho in jungen Jahren zudem für den Weg seiner Familie. Seine Eltern und seine Geschwister arbeiten bis heute in der Gastronomie in Paderborn. Damals übte er sich selbst als Koch und Pizzabäcker. Und diese Leidenschaft trägt er trotz seiner noch so frischen UFC-Karriere weiter in sich. "Als Koch kann ich immer wieder arbeiten, da ich aus Leidenschaft koche. Das mache ich von Herzen (…) Auch wenn ich es in der UFC einmal geschafft habe, würde ich das Kochen weiter verfolgen."

Der Schritt zum Kampfsport

Zum Kampfsport kommt Jarjis Danho damals durch einen Kollegen. Der erste Schritt sozusagen in die noch unbekannte Welt. Ganz in der Nähe seiner deutschen Heimat Paderborn. Was vorher noch Kraftsport hieß, wandelte sich bei Danho schnell in Kampfsport um. "Mein Kollege fragte mich, ob ich mich auch bewegen kann, weil ich zu diesem Zeitpunkt 138-140 Kilo gewogen habe."

Das Interesse stieg, die Begeisterung war groß. Seinen ersten richtigen Kampf gewinnt Danho binnen wenigen Augenblicken durch einen Slam. "Ich habe vorher nur Kraftsport gemacht, da war bei mir noch nichts mit Kampfsport. Dann habe ich es gemacht und es hat mir echt gut gefallen! Ich habe gut mitgehalten und wurde gefragt, ob ich auch einen Kampf machen will. Da meinte ich, klar, ich bin auf jeden Fall dabei und habe dann meinen ersten Kampf nach 10-15 Sekunden durch einen Slam gewonnen."

Damit war klar: Es kann nur einen Weg geben!

Vorbild Alistair Overreem

Wenn er am Wochenende gegen Cristian Colombo ins Octagon steigt, wird sich Danho sicherlich auch an einem seiner Vorbilder orientieren. Alistair Overreem. Zu Beginn seiner Kampfsportkarriere hat sich Danho einige Kämpfe des Niederländers angeschaut. Der Strikeforce-Champ kämpft in der Nacht auf den 11. September bei UFC 203 (live auf ranFIGHTING.de) gegen Schwergewichts-Champion Stipe Miocic. "Ich habe mit Overreem trainiert, das ist echt ein starker Typ, ich wünsche es ihm zu gewinnen. Als ich mit dieser Sportart angefangen habe, habe ich immer nach Overreem geschaut. Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Erfolg (…) Alistair Overreem ist derzeit gut drauf und ich bin überzeugt, dass er sich den Titel holen wird."

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Respekt und Achtung

Jarjis Danho weiß also wo er herkommt. Sein Weg war steinig, seine Kindheit und Jugendzeit nicht immer einfach. Sein Leben hat sich verändert. Vom Türsteher und Koch zum echten MMA-Fighter. Der Kampfsport hat ihm viele Türen geöffnet, das weiß Danho zu schätzen. "Kampfsport im Allgemeinen hilft sehr vielen Menschen auf der geraden Linie zu bleiben, weil man diesen gewissen Respekt hat, dieses gewisse Etwas, die Achtung voreinander hat und den Respekt vor einer Person im Allgemeinen bekommt."

It's time for Colombo

Respekt hat Jarjis Danho auch vor seinem kommenden Gegner. Am Wochenende (3. September, live ab 21 Uhr auf ranFIGHTING.de) geht es für Jarjis Danho (sechs Siege, eine Niederlage) gegen Cristian Colombo. Der Däne kommt auf eine Bilanz von acht Siegen und ebenfalls einer Niederlage. Danho verlor seinen letzten Kampf im Februar gegen Daniel Omielanczuk bei der UFC Night 84. Damals war Danho allerdings angeschlagen. "Das war für mich eine Lehre. Ich werde nie wieder in einem Kampf gehen, wenn ich eine Verletzung habe. Dann würde ich rechtzeitig absagen."

Für den Kampf im Octagon hat sich Danho diesmal perfekt vorbereitet. "Meinen Game-Plan verrate ich nicht. Ich würde euch damit mal überraschen. Aber klar werde ich versuchen ihn auszuknocken. Das gehört zum Kampf, das will jeder in der UFC."

Die UFC Fight Night: Arlovski vs. Barnett findet am 3. September ab 21 Uhr in der Hamburger Barclaycard Arena statt. Den Kampfabend sehen Sie live und exklusiv auf ranFIGHTING.de

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