Roy Jones Jr. (li.) und Mike Tyson.Roy Jones Jr. (li.) und Mike Tyson.

München/Los Angeles – Man kam an ihm nicht vorbei. Keine Chance. Es reichte auch nur die kleinste Affinität zum Boxen. Denn die Zeitreise ist faszinierend.

Keine Frage: Die Videos von Mike Tyson sind seit Monaten ein Hingucker.

Seine Power, die Schläge, die Dynamik. Zack, zack, zack. Rechts, links. (Fast) wie in alten Zeiten. Klar ist daher auch: Der Mann ist zwar 54 Jahre alt, aber topfit. 

Furchteinflößend.

"Ich möchte, dass die Welt noch einmal sieht, wie groß ich bin", sagt Tyson vor dem Showkampf gegen Roy Jones Jr. in der Nacht zu Sonntag in Los Angeles. 

Die Einnahmen aus dem Kampf gegen seinen 51 Jahre alten Kontrahenten sind für einen guten Zweck bestimmt, sie sollen an Obdachlose und Drogensüchtige gehen. "Ich weiß, wie schwer das ist", sagt Tyson heute.  

Doch nur eine "Zirkus-Veranstaltung"?

Denn zu seinen eigenen, privaten Problemen in seinem Leben gehörten eben auch Rauschmittel. "Ich war so zugedröhnt von all den Drogen und schlechtem Koks", sagte er der Sport-Bild über die Zeit nach seiner Karriere.

Doch am Wochenende soll sich endlich mal wieder alles nur um den Boxer Mike Tyson drehen. Wie sehr, muss sich aber noch zeigen.

Denn unklar ist, wie viel Show und wie viel Boxen zu dem Box-Schaukampf gehören. Doch nur eine "Zirkus-Veranstaltung", wie das Duell bereits kritisiert wurde? Vollgas oder doch nur Farce?

Die beiden Protagonisten können die Kritik nicht mehr hören.

"Kein echter Kampf? Es ist Mike Tyson gegen Roy Jones. Ich komme, um zu kämpfen, und ich hoffe, er kommt, um zu kämpfen, und das ist alles, was man wissen muss", sagte Tyson.

Auch Jones nimmt das Duell nicht auf die leichte Schulter, im Gegenteil. Er hat sich mit der gleichen Intensität auf den Kampf vorbereitet wie auf jeden anderen in seiner Karriere auch.

Tyson (50-6) ist nach einer Niederlage gegen Kevin McBride am 11. Juni 2005 zurückgetreten, Jones (66-9), in seiner Karriere immerhin fünfmal Weltmeister von Mittel- bis zum Schwergewicht, stand zuletzt am 8. Februar 2018 im Ring. 47 seiner 66 Siege feierte er durch K.o. 

"Wir sind Freaks, deswegen ist das Ganze auch so eine große Sache", sagte Jones: "Ich gehe mit einem der gefährlichsten Männer, die jemals im Boxring standen, in den Ring. Er ist einer der härtesten Puncher in der Geschichte des Schwergewichts, der jüngste Schwergewichts-Champion der Geschichte. Und dann nicht vorbereiten? Sind sie verrückt?", so Jones: "Man sollte sich so hart vorbereiten wie beim letzten Mal, als man in den Ring gestiegen ist."

Das "Problem" sind allerdings die Regeln, die die zuständige Athletic Commission (CSAC) festgelegt hat. Acht Runden sind angesetzt, jede davon geht über zwei statt drei Minuten. 

"Wir sind keine Frauen"

Tyson und Jones tragen stärker gepolsterte Handschuhe, bei einem Cut wird sofort abgebrochen. "Das ist was für Frauen", wetterte Jones jr. und stellte klar: "Wir sind keine Frauen, wir sind zwei der Besten."

 

Doch hinzu kommt: Angeblich, so heißt es, ist ein K.o. ein No-go, auch wenn vor allem Tyson den immer wieder angekündigt hatte, Showkampf hin oder her. Nicht auszuschließen, dass es am Ende "nur" ein hartes Sparring wird. Doch wenn man auch nur die kleinste Affinität zum Boxen hat, wird man kaum an dem Kampf vorbeikommen.

Denn auch wenn beide Boxer zusammen 105 Jahre alt sind: Die Zeitreise ist und bleibt faszinierend.

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