Bei ihrem ersten Duell behielt Jon Jones gegen Daniel Cormier (li.) die Ober... - Bildquelle: GettyImagesBei ihrem ersten Duell behielt Jon Jones gegen Daniel Cormier (li.) die Oberhand © GettyImages

München - Daniel Cormier (17-1), der amtierende Weltmeister im Halbschwergewicht, ist ein ruhiger, gutmütiger Familienvater. Ausrasten könnte er jedoch, wenn er über den Interims-Champion Jon Jones (22-1) spricht, dem er bei UFC 200 in einem Titelvereinigungskampf gegenübersteht (10. Juli ab 4.00 Uhr live und exklusiv als PayPerView auf ranFIGHTING.de.)

In dem Duell ginge es "um Leben oder Tod", sagt Cormier dann und versichert, er sei "willens, für den Sieg zu sterben". 

Harte Worte. Was hat Jones an sich, das Cormier so verärgert? 

Autounfälle sind Cormiers wunder Punkt 

Den Emporkömmling Jones, mit seiner arroganten Art und seinem ausschweifenden Lebensstil, konnte der Saubermann Cormier noch nie leiden. Das "nicht leiden können" entwickelte sich 2015 zum "verachten" - als Jones Fahrerflucht beging, nachdem er einen Unfall verursacht hatte, bei dem sich eine Schwangere verletzte. 

Cormier spricht selten darüber, aber seine erste Tochter kam 2003 bei einem Autounfall ums Leben. Sie wurde nur drei Monate alt. 

"Meine Tochter war meine Antriebskraft", erzählt Cormier. "Für sie habe ich mir den Hintern aufgerissen, für sie habe ich mich aufgeopfert. Wenn ich ins Oktagon steige, sitzt sie oben auf dem Käfigzaun und sieht mir zu - sie hat den besten Platz in der Halle. Mein Engel ist immer bei mir." 

Fans stehen trotz Fehlern hinter Jones 

Cormier betrachtete es als seine Pflicht, Jones auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und kritisierte unermüdlich dessen Verfehlungen. Der 37 Jahre alte Kalifornier meint, Jones solle den jüngeren Zuschauern als Vorbild dienen. 

Doch die mögen den aufsässigen "Bones", der in der UFC schon mehrfach gegen die Obrigkeit rebellierte - und buhten Cormier auf einer Pressekonferenz vor UFC 200 lautstark aus. 

"Ich war immer nüchtern, ich habe mein Auto nicht zu Schrott gefahren, ich wurde nie suspendiert, mir wurde mein Gürtel nicht abgenommen - und ihr buht mich aus?", fragte Cormier mit tränenerstickter Stimme. Er verstand die Welt nicht mehr. 

Im Rückkampf läuft alles anders? 

Die Gründe für Jones‘ Popularität sind vordergründig sportlicher Natur, denn abseits seines turbulenten Privatlebens hat er einiges erreicht: Der 28 Jahre alte New Yorker ist der jüngste UFC-Champion aller Zeiten, brach im Halbschwergewicht sämtliche Rekorde und gilt als bester MMA-Kämpfer der Welt. 

Im Januar 2015 gewann Jones den ersten Kampf gegen Cormier einstimmig nach Punkten. Er zermürbte ihn fünf Runden lang im Clinch mit Knie- und Ellenbogenstößen und brachte den Freistilringer, der es bei den Olympischen Spielen 2004 bis ins Halbfinale schaffte, mehrfach zu Boden. 

"Damals wollte ich Jon bestrafen - ich wollte ihn für all die schlechten Dinge, die er getan hat, bestrafen", blickt Cormier zurück. "Aber ich war zu emotional. Ich wollte ihm eine Lektion erteilen, doch es ist nicht mein Job, das zu tun. Mein Job ist es, zu siegen und meinen WM-Titel zu verteidigen - und genau das werde ich Samstagnacht tun." 

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