Tom Schwarz trifft am 15. Juni in Las Vegas auf Tyson Fury. - Bildquelle: imago / Getty ImagesTom Schwarz trifft am 15. Juni in Las Vegas auf Tyson Fury. © imago / Getty Images

München - Seit dem Rücktritt von Wladimir Klitschko 2017 fristet das Schwergewichts-Boxen in Deutschland ein Schattendasein. Die Musik spielt woanders. In England, in den USA. Tom Schwarz will das ändern. Am besten schon am 15. Juni.

Dann nämlich trifft der 24-jährige Magdeburger aus dem SES-Stall im Box-Mekka Las Vegas auf Klitschko-Bezwinger Tyson Fury. Es ist die ganz große Bühne für ein international und national eher unbeschriebenes Blatt. "Das ist die größte Chance meines Lebens", sagte Schwarz dem "MDR". 

Doch sein Gegenüber ist einer der schillerndsten Kämpfer der Gegenwart: Der Gypsy King, der am 28. November 2015 die Boxwelt mit seinem Sensationssieg über Wladimir Klitschko in Düsseldorf in ihren Grundfesten erschüttert hatte. 

Parallele zwischen Fury und Schwarz

Im Schatten des großen Rampenlichts war damals nur wenige Tage zuvor allerdings auch der Stern der deutschen Nachwuchshoffnung aufgegangen. In einem harten Kampf und trotz eines Niederschlags hatte sich der damals 21-jährige Schwarz gegen Ilja Mezencev erstmals zum Juniorenweltmeister gekürt. Schon da war sich der 1,97m-Hüne sicher: "Mit 24, 25 will ich ganz oben angreifen."

Gesagt, getan. Mit Fury trifft Schwarz jetzt im legendären MGM Grand auf den linearen Weltmeister. Diesen inoffiziellen Titel hat der Engländer noch immer inne, da er noch nie im Ring besiegt werden konnte. Es ist der erste Weltklasse-Gegner für den Deutschen, der trotzdem fest an seine Chance glaubt. "Ich rechne mir da etwas Großes aus. Und wenn das klappt, wäre das der absolute Wahnsinn", so Schwarz. "Ich habe nichts zu verlieren." 

Selbstbewusste Worte, denen der 24-Jährige auch Taten folgen lassen muss. Denn Fury ist vielleicht in der Form seines Lebens.

Schwarz als Wilder-"Ersatz"

Nach dreijähriger Leidenszeit mit Drogenproblemen, Dopinganschuldigungen und Depressionen hatte der 30-Jährige im vergangenen Dezember ein spektakuläres Comeback gegeben und WBC-Champion Deontay Wilder in dessen Heimat ein Unentschieden abgetrotzt. Viele Experten hatten Fury auf den Punktzetteln sogar vorne, weshalb es im Sommer eigentlich zum Rematch kommen sollte. Ein millionenschwerer TV-Deal des Engländers schob diesen Plänen zunächst einen Riegel vor. Und so fiel die Wahl auf Schwarz. 

"Wir wollten jemanden, der noch nie verloren hat. Tyson ist ein Riese, da wollten wir auch keinen kleinen Boxer. Schwarz ist auch ein mächtiger Bursche. Das wird ein interessanter Fight", begründete Fury-Promoter Bob Arum die Entscheidung. Und selbst der sonst oft so respektlose Gypsy King zollte seinem Gegner Anerkennung: "Er ist ungeschlagen, jung, frisch und ambitioniert."

So wie einst Fury selbst. Und wer weiß, vielleicht gelingt dem Deutschen in Las Vegas dasselbe Kunststück wie seinem Gegner 2015 in Düsseldorf. Dem Schattendasein des Boxsports in Deutschland könnte er damit schlagartig wieder ein Ende setzen.

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